Die weitgehend mittelständisch geprägte deutsche Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie mit rund 400 Unternehmen und etwa 67.000 Beschäftigten erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von 11,7 Milliarden Euro (2014: 11,9 Milliarden Euro). Die Exportquote lag 2015 bei 79 Prozent (2014: 74 Prozent). Die wichtigsten ausländischen Absatzmärkte der deutschen Schiffbauzulieferindustrie sind Asien (37,1 Prozent) und das europäische Ausland (30,5 Prozent). Führende Empfängerländer sind China und Korea. In beiden Ländern wächst jedoch der Wettbewerbsdruck auf ausländische Zulieferer, da die Regierungen der beiden Länder den Auf- und Ausbau einer eigenen Schiffbauzulieferindustrie zum strategischen industriepolitischen Ziel erhoben haben. Der Umsatzrückgang von 2 Prozent ist vor allem auf eine ausgeprägte Zurückhaltung bei Investitionen im Offshore-, Öl- und Gasmarkt aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise zurückzuführen.

Die deutsche Schiffbauzulieferindustrie ist nicht nur an der Küste, sondern deutschlandweit vertreten. Bayern und Baden-Württemberg stehen mit 22 Prozent und 19 Prozent des Branchenumsatzes bei den Bundesländern vorn, gefolgt von Hamburg (14 Prozent) und Schleswig-Holstein (13 Prozent).

Neben der Pflege der traditionellen Absatzmärkte setzt die deutsche Schiffbauzulieferindustrie verstärkt auf die Erschließung neuer Absatzmärkte insbesondere in den aufstrebenden Schwellenländern.

Gleichzeitig konzentriert die Zulieferindustrie ihr Engagement stärker auf wachstumsstarke Marktsegmente wie die Offshore-Märkte (Öl, Gas und Wind) und weitere Spezialschiffsmärkte.

Ziel der deutschen Zulieferindustrie bleibt es, den technologischen Vorsprung durch Aufwendungen für Forschung, Entwicklung und Innovation weiter zu erhöhen. Besonderes Marktpotenzial besteht in umweltfreundlichen Produkten und Technologien, die auch dazu beitragen können, Energie effizienter einzusetzen und Betriebskosten zu senken. Eine stark zunehmende Bedeutung gewinnen die Digitalisierung sowie die Veränderungen rund um "Industrie 4.0", die sich sowohl in zukünftigen Fertigungsmöglichkeiten auswirken, als auch neue maritime Geschäftsfelder eröffnen, die aber auch große Herausforderungen für die Branche mit sich bringen, zum Beispiel bei den Themen Datenmanagement und Datensicherheit.

Kennziffern der deutschen Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie 1)

20082009201020112012201320142015

Umsatz

(Milliarden Euro)

12,911,911,111,511,611,711,911,7
Wachstum (Prozent)8,4-7,7-6,73,5112-2,0
Beschäftigte78.00072.000 70.00070.00068.00068.000ca. 67.000ca. 67.000

1) Quelle: VDMA AG Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie