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Branchenskizze

Die schöpferischen und gestaltenden Menschen sind die Basis der Kultur- und Kreativwirtschaft: Autoren, Filmemacher, Musiker, bildende und darstellende Künstlerinnen und Künstler, Architekten, Designer und die Entwickler von Computerspielen schaffen künstlerische Qualität, kulturelle Vielfalt, kreative Erneuerung und stehen zugleich für die wirtschaftliche Dynamik einer auf Wissen und Innovation basierenden Ökonomie.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft wird insbesondere von Freiberuflern sowie von Klein- und Kleinstbetrieben geprägt. Sie sind überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert - also nicht primär im öffentlichen (Museen, Theater, Orchester in öffentlicher Trägerschaft) oder zivilgesellschaftlichem Sektor (Kultur-, Kunstvereine, Stiftungen, etc.) - und beschäftigen sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen oder kreativen Gütern und Dienstleistungen.

Branche mit Zukunft

Seit Ende der 1980er Jahre entwickelte sich die Kultur- und Kreativwirtschaft zu einem der dynamischsten Wirtschaftszweige der Weltwirtschaft. Ihr Beitrag zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung (Bruttowertschöpfung) in Deutschland betrug im Jahr 2015 schätzungsweise über 65,5 Milliarden Euro (2,2 Prozent). Damit ist sie vergleichbar mit den großen Industriesektoren Automobil, Maschinenbau, Chemie, oder der Finanzdienstleistungsbranche und der Energieversorgung.

Wirtschafts- und Standortfaktor

Kultur- und Künstlerförderung ist zugleich auch Wirtschaftsförderung. Längst gilt das kulturelle Umfeld einer Region oder Kommune als entscheidender Standortfaktor bei der Ansiedlung von Unternehmen. Länder und Kommunen erkennen zunehmend die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft und richten Anlaufstellen für die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft ein.

Querschnittbranche zwischen Tradition und Moderne

Die Kultur- und Kreativwirtschaft verbindet traditionelle Wirtschaftsbereiche, neue Technologien und moderne Informations- und Kommunikationsformen. Insbesondere die Software-/Games-Industrie zeigt durch die Vernetzung der verschiedenen kulturellen Sparten wie Film, Video, Musik, Text oder auch Animation das besondere Potential der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft

Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft ins Leben gerufen. Ihr zentrales Ziel ist es, diesem Wirtschaftsbereich positive Zukunftsperspektiven zu erschließen. Dabei sollen sowohl die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt als auch Arbeitsplatzpotenzial noch weiter ausgeschöpft und entwickelt werden. Darüber hinaus sollen die Erwerbschancen innovativer kleiner Kulturbetriebe sowie freischaffender Künstlerinnen und Künstler verbessert werden.

Das Portal www.kultur-kreativ-wirtschaft.de stellt die Ziele und Maßnahmen der Initiative vor, beschreibt die Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft und bietet Informationen für Gründerinnen, Gründer, Selbständige und Unternehmen, die in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig sind.

Eckdaten

Die Kultur- und Kreativwirtschaft bringt nicht nur bedeutende kulturelle und kreative Produkte und Dienstleistungen hervor. Sie ist auch volkswirtschaftlich von erheblicher Bedeutung.

Die Branche erzielte im Jahr 2015 eine Bruttowertschöpfung von schätzungsweise über 65,5 Milliarden Euro und einen Umsatz von über 150 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von etwa 2,4 Prozent. Rund 250.000 Unternehmen mit über einer Million Erwerbstätigen sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig. Die Quote der Selbständigen ist mit 23 Prozent außergewöhnlich hoch.

201020112012201320142015*
Umsatz (in Milliarden Euro)137,3141,0143,3143,2146,9150,4
Anzahl Unternehmen (in Tausend)239,5244,3245,8246,4247,2250,6
Bruttowertschöpfung (in Milliarden Euro)59,961,462,863,764,065,5
Erwerbstätige (in Tausend)952,4976,61.011,51.037,11.056,01084,9
Erwerbstätige insgesamt (in Tausend)1.545,31.596,91.598,41.592,81.616,31603,6
Anteil KKW am BIP in %2,322,272,282,252,192,16

Quelle: Monitoringbericht 2016: Ausgewählte wirtschaftliche Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft *Werte für 2015 sind vorläufig

Das BMWi als Ansprechpartner...

Das BMWi setzt sich im Rahmen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft umfangreich für die Branche ein. Ziele der Initiative sind:

  • die Kultur- und Kreativwirtschaft als eigenständiges Wirtschaftsfeld und als Wachstumsbranche zu etablieren und deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
  • das volkswirtschaftliche Monitoring fortzuführen und einen jährlichen Überblick darüber zu gewinnen, wie sich die Kultur und Kreativwirtschaft entwickelt.
  • den begonnenen Dialog hinsichtlich der Strukturen, Herausforderungen, Entwicklungslinien und Bedarfe der einzelnen Teilmärkte fortzusetzen.
  • die wirtschaftliche Vernetzung innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft zu verbessern.
  • ein Netzwerk für die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft aufzubauen, um u.a. über Fördermöglichkeiten zu informieren und insbesondere die Gründerinnen und Gründer in der Gründungsphase zu qualifizieren.
  • ie wirtschafts- und technologiepolitischen Programme zu überprüfen und ggf. anzupassen, um vermehrt Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in ihrer Entwicklung fördern zu können.
  • den Zugang zu Fremdkapital insbesondere für Freiberufler sowie kleine Kulturwirtschaftsunternehmen zu erleichtern
  • den Zugang zu Programmen der Außenwirtschaftsförderung zu verbessern, um das Potenzial der inländischen Kultur- und Kreativwirtschaft im Ausland noch stärker als bisher zu präsentieren.
  • die Künstlersozialversicherung zu erhalten und weiter zu stabilisieren
  • den Rahmen für digitalen Urheberschutz fortzuentwickeln, um die Balance zwischen Urhebern und Nutzern wieder herzustellen.

German Motion Picture Fund

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert die deutsche Filmwirtschaft mit jährlich 10 Millionen Euro. Dazu wurde das neue Förderprogramm mit dem Titel "German Motion Picture Fund" geschaffen. Ziel ist die Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Filmwirtschaft. Mehr erfahren Sie hier.