Quelle: mauritius images/Westend61/Florian Küttler

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Branchenskizze

Die Freien Berufe mit ihren rund 1.382.000 Selbstständigen, mehr als 3,299 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sowie rund 123.000 Auszubildenden stellen eine wichtige Säule der bundesdeutschen Wirtschaft dar. Mit rund 5,10 Millionen Beschäftigten insgesamt stellen die Freien Berufe 11,9 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland, die rund 10,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften. Sie tragen als Teil des Mittelstandes entscheidend zu Wachstum und Beschäftigung bei und verfügen mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von knapp 3,3 Prozent über eine ausgeprägte Gründungsdynamik. Vor allem neue freiberufliche Tätigkeitsfelder tragen die positive Entwicklung. Folgende vorläufige zahlenmäßige Verteilung ergibt sich für die Berufsgruppen der Freien Berufe:

20162017
Freie Heilberufe412.000
414.000
Freie rechts-, wirtschafts-
und steuerberatende Berufe
365.000
379.000
Freie technische und
naturwissenschaftliche Berufe
251.000261.000
Freie Kulturberufe316.000328.000
Freie Berufe insgesamt1.344.0001.382.000

Stand jeweils zum 1. Januar des Jahres.

Freie Berufe erbringen aufgrund besonderer beruflicher Qualifikationen ihre Leistungen persönlich, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig. Ihre Berufsausübung unterliegt in der Regel spezifischen berufsrechtlichen Bindungen nach Maßgabe staatlicher Berufsordnungen. Diese Berufsordnungen werden konkretisiert durch spezielle Satzungen, die von den beteiligten Selbstverwaltungsorganen erlassen werden. Kernprofil der Freien Berufe ist ihre

  • hohe Professionalität,
  • Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl,
  • strenge Selbstkontrolle,
  • Eigenverantwortlichkeit.

Bericht der Bundesregierung zur Lage der Freien Berufe

Das Bundeskabinett hat am 10. April 2013 den vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Entwurf eines Berichts der Bundesregierung zur Lage der Freien Berufe (PDF: 1,6 MB) zugestimmt und diesen an den Deutschen Bundestag weitergeleitet. Der Bericht der Bundesregierung bietet eine Bestandsaufnahme zur Entwicklung der Freien Berufe seit dem letzten Bericht 2002 und zur gegenwärtigen Situation. Die Bundestagsdrucksache 17/13074 finden Sie hier zum downloaden.

Außenwirtschaftsportal iXPOS

Weitere Informationen erhalten Sie beim eigens dafür gegründeten Außenwirtschaftsportal iXPOS unter www.ixpos.de. Außerdem bietet das Portal eine kompakte Datenbank, sachkundige Ansprechpartner und praxisorientiertes Wissen zu allen Fragen der Außenwirtschaft. Ministerien, Kammern, Verbände und Ländervereine liefern online Informationen und Nachrichten für Ihr Auslandsengagement.

Aktuelle Entwicklungen

Das zusammenwachsende Europa und die zunehmenden weltwirtschaftlichen Verflechtungen erfordern auch von den Freien Berufen eine hohe Anpassungsflexibilität. Denken in neuen Räumen und größeren Märkten wird zur entscheidenden Zukunftsfrage. Neue Arten von Beschäftigungsfeldern und Beschäftigungsverhältnissen entstehen, der gesamte Charakter der Erwerbsarbeit wandelt sich.

So hat die Europäische Kommission am 10. Januar 2017 Vorschläge für ein umfangreiches Dienstleistungspaket vorgelegt mit dem Ziel, das Potenzial des EU-Binnenmarktes im Dienstleistungssektor stärker auszunutzen. Das Paket sieht drei rechtlich verbindliche Maßnahmen vor: die Einführung einer Europäischen Dienstleistungskarte ("Dienstleistungs-e-Card"), die Stärkung des Notifizierungsverfahrens nach der Dienstleistungsrichtlinie sowie ein Analyseraster zur Verhältnismäßigkeitsprüfung von Berufsregulierungen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Themenseite „Dienstleistungen“.

Für den modernen Freiberufler ist die absolute Beherrschung der modernsten Informations- und Kommunikationstechniken sowie die Fähigkeit, in weit umspannenden Netzwerken zu arbeiten, ein Baustein der Zukunftsfähigkeit. Im Verbund mit Mandanten oder anderen Partnern gehen viele Freiberufler den Weg auf internationale Märkte. Dieser Prozess wird durch das Internet weiter gefördert. Die EU-Kommission informiert beispielsweise auf der Internetseite „Europa für Sie“ Bürger und Unternehmen über nützliche Adressen und Vorgehensweisen, um in einem anderen Mitgliedstaat tätig zu werden.

Was macht das BMWi für die Freien Berufe?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) als Ansprechpartner...

  • ist federführende interministerielle Kontaktstelle in politischen Querschnittsfragen der Freien Berufe,
  • ist federführend zuständig für das Berufsrecht der Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer,
  • setzt sich für eine Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Freiberufler ein, national und international.

Das Förderkonzept der Bundesregierung ist für die Freien Berufe bis auf wenige Ausnahmen offen. Die Förderangebote können über die Förderdatenbank des BMWi abgerufen werden. Im Wesentlichen handelt es sich um Finanzierungsprogramme wie Darlehen und Kredite zur Existenzgründung und Existenzfestigung sowie um Programme zur Stärkung von Unternehmenskonzepten. Ergänzt werden diese Bundesprogramme durch ländereigene Maßnahmen, die mit geringen Abweichungen den Freien Berufen ebenfalls offen stehen.