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Branchenskizze

Die Bahnindustrie in Deutschland deckt mit einem Umsatz von 11,8 Milliarden Euro und 50.500 direkten Beschäftigen das gesamte Spektrum an bahntechnischem Zubehör bis hin zu vollständigen Bahnsystemen ab. Große Systemhäuser arbeiten dabei Hand in Hand mit einer breit aufgestellten, mittelständisch strukturierten Zuliefer- und Systemindustrie. Die Branche leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr.

Die Bahnindustrie ist tief in der deutschen Industrielandschaft verwurzelt. Durch Fusionen von Unternehmen der Elektronikbranche mit Firmen des Waggon- und Lokomotivbaus haben sich Anbieter kompletter Bahnsysteme, sogenannte Systemhersteller, am Markt etabliert. Dieser Strukturwandel wurde von einem weltweiten Konzentrationsprozess begleitet.

Neben den Systemanbietern sind weit mehr als 150 überwiegend mittelständische Zulieferunternehmen tätig, die sich in Infrastrukturunternehmen (beispielsweise Leit- und Sicherungstechnik, Gleisbau), Komponenten- und Subsystemhersteller (beispielsweise Motoren, Getriebe) Ingenieurdienstleister (beispielsweise Planung, Produktentwicklung) und Servicedienstleister (beispielsweise Wartung, Ersatzteile) unterteilen lassen.

Die Bahntechnikhersteller in Deutschland bieten schlüsselfertige Bahnsysteme auf einem sehr hohen technischem Niveau an, das weltweit nachgefragt wird. Etwa 60 Prozent der Aufträge kamen im Jahr 2016 von ausländische Schienenverkehrsunternehmen.
Die Auftragseingänge beliefen sich im gleichen Jahr auf ein Gesamtvolumen von rund 11,5 Milliarden Euro. Dabei entfielen rund 75 Prozent auf Fahrzeug- und gut 25 Prozent auf Infrastrukturprojekte.

Eckdaten der deutschen Bahnindustrie (gerundet)

20152016Differenz in v.H.
Umsatz (in Mrd. Euro)12,311,8- 4,1 %
davon Inlandsumsatz (in Mrd. Euro)6,55,7-12 %
davon Auslandsumsatz (in Mrd. Euro)5,86,15 %
Auftragseingang (in Mrd. Euro)15,011,5-23,3 %
davon Inlandsaufträge (in Mrd. Euro)7,87,0-10,2 %
davon Auslandsaufträge (in Mrd. Euro)7,24,5-37,5 %
Beschäftigte in Tsd.52,050,5- 2,9 %

Quelle: Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V.

Branchenkonjunktur

Die Auftragseingänge bei den Herstellern der Bahnindustrie verzeichneten im Jahr 2016 einen deutlichen Einbruch um 23,3 Prozent. Ein Grund hierfür ist eine hohe Volatilität bei langfristig angelegten Projekten, wobei ein einzelner Großauftrag entsprechend statistisch berücksichtigt wird. Der stark steigendende Wettbewerbsdruck am Markt, insbesondere durch ausländische Konkurrenten, ist ein weiterer Grund für diese Veränderungen. Auch die Beschäftigtenzahlen gingen im Jahr 2016 wie bereits im Vorjahr weiter leicht zurück. Die Bahnindustrie befindet sich in einer Konsolidierungsphase, bei der Überkapazitäten abgebaut werden.

Für die deutschen Bahntechnikhersteller gilt es, sich trotz der steigenden Wettbewerbsdynamik am Markt zu behaupten. Für einige Unternehmen liegt die Zukunft in neuen Technologien. Sowohl die Digitalisierung in der Produktion und Fertigung als auch die Entwicklung neuer Antriebstechniken können der Schlüssel für eine steigende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bahnindustrie sein. Derzeit stehen Antriebsysteme mit Brennstoffzellen im Fokus. Ziel ist es, dass wasserstoffbetriebene Züge auf nicht elektrifizierten Strecken im Regionalverkehr zum Einsatz kommen. Dafür müssen diese innovativen Technologien noch energieeffizienter und kostengünstiger werden.

Unterstützung der Bahnindustrie durch das BMWi

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist Ansprechpartner bei:

  • Begleitung der Fortentwicklung von europaweit harmonisierten Richtlinien bezüglich der Interoperabilität im Eisenbahnverkehr
  • Unterstützung bei der weiteren Liberalisierung des Personen- und Schienengüterverkehrs in Europa
  • Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Bahnindustrie am Standort Deutschland
  • Durchführung von Branchendialogen mit Verbänden und Unternehmen
  • Begleitung branchenspezifischer Technologiefragen
  • Begleitung von Forschungsprojekten