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Branchenskizze

Die Lebensmittelindustrie zählt zu den wichtigsten Industriezweigen in Deutschland. Sie ist bei einem überwiegenden Anteil von kleinen und mittleren Unternehmen mittelständisch strukturiert: In ca. 5.800 Betrieben werden etwa 580.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Fleisch- und Fleisch verarbeitende Industrie, die Milchindustrie, die Süß- und Backwarenindustrie sowie die Herstellung alkoholischer Getränke sind die wichtigsten Branchen.

Deutschland ist der drittgrößte Lebensmittelexporteur am Weltmarkt; mit einer Exportquote von 33 % sichert das Auslandsgeschäft das Branchenwachstum. Deutsche Lebensmittelqualität ist international gefragt, insbesondere Fleischerzeugnisse, Süßwaren, Milchprodukte sowie Getränke werden exportiert. 79 % der Exporte gehen in die EU (wichtigste Absatzmärkte: Niederlande, Frankreich und Italien), daneben Schweiz, USA, Russland und China.

Aktuelle Entwicklungen

Mit einem Umsatz von rd. 172 Mrd. € in 2016 konnte die Branche ihr Wachstum gegenüber 2015 um 2 % steigern. Das aufstrebende Exportgeschäft sorgte dabei weiter für Zuwächse: 2016 wurden Lebensmittel im Wert von ca. 56,6 Mrd. € exportiert (+3,3 % gegenüber 2015). Die Exportquote erhöhte sich damit auf 33 %, d.h. jeder dritte Euro wird im Ausland verdient. (2016: geschätzte Zahlen Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE))

Aufgrund ihrer Qualität und Vielfalt sind deutsche Lebensmittel weltweit beliebt. Wachstumschancen ergeben sich damit aus Sicht der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V., dem Dachverband der Lebensmittelindustrie, zunehmend auch außerhalb der EU, z.B. in konsumfreudigen und kaufkräftigen Absatzmärkten wie in Asien.

Der Umsatz im Inland konnte dagegen 2016 nur um 1,4 % auf insgesamt 115,5 Mrd. € gesteigert werden (geschätzte Zahlen BVE). Steigende Produktionskosten, knappe Ressourcen und ein harter Wettbewerb sorgten für eine angespannte Ertragslage.

Das Konsumklima im Inland hat sich weiter verbessert. Eine zunehmende Zahlungsbereitschaft für qualitativ hochwertige Lebensmittel eröffnet der Branche neue Wertschöpfungspotenziale.

Insgesamt unterliegt das Geschäftsklima der Lebensmittelindustrie zwar konjunkturellen und saisonalen Schwankungen, wird beeinträchtigt durch schwankende Rohstoffpreise oder Krisen in der Lebensmittelkette, erweist sich über einen längeren Zeitraum betrachtet aber als stabil.