Montage von Schaltschränken symbolisert Elektroindustrie; Quelle: Fotolia.com/industrieblick

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Branchenskizze

Die deutsche Elektroindustrie ist nach dem Maschinen- und Anlagenbau die zweitgrößte Industriebranche nach Beschäftigten und eine der größten Exportbranchen in Deutschland. Die Unternehmen kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen - beispielsweise Automation, Elektroinstallation, Elektrohausgeräte, Unterhaltungselektronik, Lichttechnik, Batterien, Sicherheitssysteme, Energietechnik, Kabel und Drähte, Medizintechnik oder Fahrzeugelektrik sowie den damit verbundenen Dienstleistungen.

Auch der zukunftsweisende Hochtechnologiebereich von der "Chip"-Produktion bis zur Erforschung der Nanotechnologie ist vertreten. Die Unternehmen erwirtschafteten 2016 mit 847.000 Beschäftigten (Stand zum Jahresende) einen Umsatz von 179 Mrd. Euro. Der Industriezweig setzte 2016 166,5 Mrd. Euro im Export um.

Die Unternehmen der deutschen Elektroindustrie leisten einen wichtigen Beitrag für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Schlüssel- und Zukunftstechnologien und somit für den Standort Deutschland. Der hohe Innovationsgrad der Branche spiegelt sich auch in der Höhe der Zukunftsaufwendungen der Elektroindustrie wider. Die Aufwendungen für Investitionen, Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Innovationen belaufen sich auf mehr als 48,9 Mrd. Euro.

Eckdaten der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Wertangaben in Mrd. €201520142013201220112010200920082000
Umsatz178,9171,8166,9170,2178,4163,8144,7181,9162,6
- davon mit ausländischen  Kunden92,185,281,681,484,178,967,482,868,9
Produktion145,4143,8138,2142,6148,3138,2119,2127,2126,9
Einfuhr161,5144,6134,4138,6138,4133,9105,6121,5105,8
Ausfuhr (inkl. Re-Exporte)174,1165,5157,7160,1157,4148,0119,7144,7106,6
Beschäftigte848.900845.107838.791841.400841.600816.000810.122826.800882.600

Quellen: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden; Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) e.V., Frankfurt am Main

Branchenkonjunktur 2016

Im gesamten vergangenen Jahr 2016 belief sich das Exportplus auf 4,4 Prozent. Die Branchenexporte kamen so insgesamt auf 182,1 Milliarden Euro. Im Dezember 2016 sind die Ausfuhren der deutschen Elektroindustrie dynamisch gewachsen und erreichten mit 15,2 Milliarden Euro den bislang höchsten Dezember-Wert überhaupt.

Auch die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland übertrafen ihren Vorjahreswert im Dezember 2016 mit 14,1 Milliarden Euro um 10,3 Prozent. Damit legten sie um 3,4 Prozent auf 166,2 Milliarden Euro zu. Für die Importe brachte 2016 damit das dritte Allzeithoch in Folge

Hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit

2016 gab es einen Wechsel an der Spitze der Abnehmerländer der deutschen Elektroexporte.

Mit einem Plus von 8,3 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro hat China die USA (+2,0 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro) im vergangenen Jahr von der Spitzenposition verdrängt. Frankreich (+0,6 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro) blieb an Stelle drei, gefolgt von Großbritannien (+1,7 Prozent auf 10,0 Milliarden Euro) und den Niederlanden (+2,5 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro). Auf den Plätzen sechs bis zehn folgten wie schon 2015 Polen (+3,2 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro), Italien (+7,0 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro), Österreich (+4,9 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro), Tschechien (+10,0 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro) und die Schweiz (+3,6 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro).

So kamen auch 2016 wieder acht der zehn größten Nachfrager deutscher Elektroexporte aus Europa, vier davon aus dem Euroraum.

Absolut haben die Exporte der deutschen Elektroindustrie im Jahr 2016 um 7,6 Milliarden Euro zugelegt. Der höchste Beitrag hierzu kam dabei von den Ausfuhren nach China (+ 1,3 Milliarden Euro). Der zweithöchste Wachstumsbeitrag geht auf die Branchenexporte nach Polen (+1,1 Milliarden Euro) zurück. Es folgten die Lieferungen nach Tschechien (+718 Millionen Euro), Ungarn (+581 Millionen Euro) und nach Italien (+565 Millionen Euro). Die Nachfrage aus Osteuropa hat wesentlich zur Zunahme der deutschen Elektroexporte beigetragen.

Das BMWi als Ansprechpartner ...

  • bringt wirtschaftspolitische Aspekte der Branche in andere Politikbereiche z.B. Umwelt- und Energiepolitik ein, auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene
  • bringt die Interessen der deutschen Elektro- und Elektronikindustrie im EU-Binnenmarkt zur Geltung, z.B. bei Notifizierungsverfahren und bei der Beseitigung von Handelshemmnissen,
  • vertritt nationale Interessen im Bereich der EU-Handelspolitik, z.B.in der Zollpolitik bei EU-Antidumping- und Antisubventionsverfahren und WTO/ITA-Angelegenheiten.