Was machen Kaufleute für audiovisuelle Medien ?

Produktionen in allen Bereichen der Medienbranche (Filme, Videos, Lifesendungen in Hörfunk und Fernsehen etc.) werden immer aufwändiger: Es werden Mitarbeiter mit Spezialkenntnissen benötigt und modernste Technik für Aufnahmen, für Licht, Geräusche, Spezialeffekte etc. eingesetzt. Bestimmte Leistungen, z.B. Musik, Tricks oder vielleicht sogar ein ganzer Film, werden auch von anderen Produktionsfirmen eingekauft. Kaufleute für audiovisuelle Medien haben die Aufgabe, alle Kosten eines Projekts (z.B. für einen Film) zu kalkulieren, alle notwendigen Einkäufe zu planen, "über die Bühne zu bringen" und die gesamten verfügbaren Finanzmittel zu verwalten.

Kaufleute für audiovisuelle Medien ...

  • sind in der Medienbranche kaufmännisch tätig, z.B. bei Rundfunk, Fernsehen, Film- oder Videoproduktionen
  • planen, wie viel Personal und welches Material für Produktionen eingesetzt werden muss
  • kalkulieren die Kosten und achten darauf, das Finanzbudget einzuhalten
  • bereiten Buchungen für die Buchführung vor, rechnen Honorare ab, führen Konten
  • prüfen, wie die Ausgaben für Honorare und Material finanziert werden können (Eigen- oder Fremdkapital )
  • wissen, wer für welche Arbeit wie viel Geld erhält, was die notwendige Technik (z.B. Computer oder Softwareprogramme) kostet, welches Produkt sie wo zu welchem Preis einkaufen, was eine gesamte Produktion mit allem "Drum und Dran" kostet (z.B. Personal, Geräte, Versicherungen etc.)
  • beschaffen Informationen über den Medienmarkt (Was macht die Konkurrenz? Welche neuen Geräte gibt es zu welchem Preis?)
  • wirken mit bei der Beschaffung von Rechten und Lizenzen, z.B. dann, wenn sie fertige Filmbeiträge einkaufen
  • sind bei der Erarbeitung von Marketingkonzepten (Werbung und Pressearbeit) mit von der Partie
  • arbeiten im Team mit allen, die an einer Produktion beteiligt sind zusammen und haben viel Kontakt mit Menschen

Kaufleute für audiovisuelle Medien arbeiten für ...

  • Medienunternehmen
  • Film- und Frensehproduktionen
  • Multimediafirmen

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • sich für die Medienbranche interessieren, vielleicht schon mal öfters was darüber gelesen haben
  • planen und organisieren können
  • kaufmännisch denken und gerne mit anderen Menschen zusammenarbeiten
  • auch in hektischen Situationen "kühlen Kopf" bewahren können
  • sich für Marketing (Werbung) und Vertrieb (Verkauf) interessieren

Was ist besonders gut?

  • die Arbeit in wechselnden Projektteams (jede Medienproduktion arbeitet mit anderen Kollegen zusammen)
  • ein Projekt von Anfang bis Ende zu begleiten und zu betreuen
  • mit Anbietern und Kunden zu verhandeln
  • den (internationalen) Medienmarkt kennen zu lernen

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Ausbildungsbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber einen Hauptschulabschluss oder auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Der Beruf ist ganz neu, es gibt ihn erst seit 1998. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. In der Mitte des zweiten Jahres erfolgt eine Zwischenprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Industrie- und Handelskammer, beim Berufsverband oder auch bei Ihrer Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht's weiter. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es in allen Verwaltungsbereichen der Medienwirtschaft, z. B. in der Aufnahmeleitung, der Produktionsassistenz oder im Management. Weiterbilden kann man sich beispielsweise zum/zur Fachkaufmann/-frau für Werbung und Kommunikation. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden.

Folgende Weiterbildungen sind möglich:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Medienmarketing-Fachwirt/-in
  • Fachkaufmann/-frau für Werbung und Kommunikation

Kurzinfo

Kaufleute für audiovisuelle Medien ...

...sind z.B. bei Film oder Fernsehen tätig, prüfen Finanzierungsmöglichkeiten und kalkulieren Kosten für Technik und Personal.

Besonders gut ist ...

...den internationalen Medienmarkt kennen zu lernen, wechselnde Projekte von Anfang bis Ende zu begleiten.

Bewerber/-innen sollten ...

... kaufmännisches und technisches Verständnis haben, planen und organisieren können, gerne im Team arbeiten.

Wer bildet aus?

Medienunternehmen, Film- und Fernsehproduktionen, Multimediafirmen.

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft

Berufliche Aufstiegschancen?

z.B. Medien-Marketing-, Kommunikations- und Marketingfachwirt/-in oder Fachkaufmann/-frau