Die Staats- und Regierungschefs der G7 treffen sich auf Einladung der jeweiligen Präsidentschaft einmal jährlich. Die Europäische Kommission ist mit Beobachterstatus vertreten. Von 1998 bis 2014 tagten die G7 zusammen mit Russland im Rahmen der "Gruppe der Acht", kurz G8. Als Reaktion auf die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch die Russische Föderation erklärten die G7-Staaten am 24. März 2014 am Rande des Nuklearen Sicherheitsgipfels in Den Haag, ihre Teilnahme am G8-Format auszusetzen, bis ein entsprechendes politisches Umfeld geschaffen sei.

Zu jedem Gipfel wird eine Gipfelerklärung (Kommuniqué) mit den wichtigsten Ergebnissen verabschiedet. Die Themen für den Gipfel werden von den sogenannten "Sherpas" vorbereitet, den Chefunterhändlern der Regierungen. Deutscher Sherpa (persönlicher Beauftragter der Bundeskanzlerin für die G7-/G20-Gipfel) ist der wirtschafts- und finanzpolitische Berater der Bundeskanzlerin, Prof. Dr. Lars-Hendrik Röller. Den Sherpas arbeiten die Sous-Sherpas aus dem Auswärtigem Amt und dem Bundesministerium der Finanzen, die sich ebenfalls regelmäßig auf G7-Ebene treffen, eng zu.

Nach dem Konsensprinzip werden in der Staatengruppe Fragen von globaler Bedeutung erörtert und im Kreis der größten Industrienationen der Welt umgesetzt. Die klassischen G7-Themen sind Weltwirtschaft/Handel, Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik, sowie Klimawandel, Umwelt und Energie. Die G7-Staaten erwirtschafteten 2014 rd. 35 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (gemessen in Kaufkraftparitäten), sie bestreiten knapp die Hälfte des Welthandels, stellen drei Viertel der weltweiten Entwicklungshilfe, und sind die größten Beitragszahler in den internationalen Organisationen. Zudem stellen die USA, das Vereinigte Königreich und Frankreich drei der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates.

Neben den Treffen der Staats- und Regierungschefs treffen sich die Außenminister jährlich vor dem Gipfel, um aktuelle außen- und sicherheitspolitische Herausforderungen aufzugreifen. Darüber hinaus kommen auch die G7-Finanzminister und Notenbankgouverneure regelmäßig zusammen, um währungspolitische Fragen zu diskutieren. Abhängig von der Agenda der jeweiligen Präsidentschaft treffen sich darüber hinaus auch andere Fachminister der G7.

Die G7-Staaten haben eine besondere Verantwortung für die Gestaltung der Zukunft unserer Erde. Dazu gehört, dass sich die G7 als Wertegemeinschaft für Frieden, Sicherheit und ein selbstbestimmtes Leben der Menschen einsetzt. Freiheit und Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Frieden und Sicherheit, Wohlstand und nachhaltige Entwicklung sind zentrale Grundsätze der G7.

Italienische G7-Präsidentschaft 2017

Unter italienischem Vorsitz standen beim G7-Gipfeltreffen am 26./27. Mai 2017 im sizilianischen Taormina neben den traditionellen außen- und sicherheitspolitischen Themen und der weltwirtschaftlichen Entwicklung auch die Handelspolitik, Digitalisierung und Energiepolitik im Zentrum der Diskussionen.

In der Handelspolitik hat sich die G7 zum freien und regelbasierten internationalen Handel bekannt und sich gegen Protektionismus ausgesprochen. Die Rolle der WTO wurde anerkannt. Beim Thema Digitalisierung betont die G7 die Chancen durch neue Technologien und Industrie 4.0 für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, stellt aber zugleich auch die Herausforderungen, etwa im Bereich Zukunft der Arbeit, in den Mittelpunkt. In der Energiepolitik knüpft die G7 an die Ergebnisse des G7-Energieministertreffen am 9./10. April 2017 in Rom an und bekräftigt ihre Entschlossenheit, den Umbau zu nachhaltigen und sicheren Energieversorgungssystemen voranzutreiben.

2018 wird Kanada die G7-Präsidentschaft übernehmen.

Japanische G7-Präsidentschaft 2016

Unter japanischer G7-Präsidentschaft fand vom 26. bis 27. Mai der Gipfel der G7-Staats- und Regierungschefs in Ise-Shima statt. Neben den klassischen G7-Themen standen die Themen Infrastruktur, Frauen und Gesundheit als Schwerpunkte der japanischen G7-Präsidentschaft sowie aktuelle Fragen wie beispielsweise die Bekämpfung der Migrations- und Fluchtursachen im Mittelpunkt. Weitere Informationen können Sie der Abschlusserklärung (PDF: 764 KB) entnehmen.

Das BMWi war insbesondere bei den Gipfelthemen Handel und Energie beteiligt: In der Handelspolitik betonte die G7 ihr Eintreten für offene Märkte und gegen Protektionismus. Globalen Überkapazitäten in einzelnen Industriezweigen sei durch den Abbau von marktverzerrenden Maßnahmen zu begegnen. Die G7 unterstrich die Bedeutung eines regelgestützten multilateralen Handelssystems in der WTO sowie von regionalen bzw. bilateralen Abkommen. Beim Thema Energie zeigte sich die G7 entschlossen, die Dekarbonisierung sowie Investitionen in erneuerbare Energien und energieeffiziente Infrastrukturen voranzutreiben. Sie bekräftigte die beim G7-Gipfel in Elmau 2015 beschlossenen Maßnahmen für Energieversorgungssicherheit und ihre Verpflichtung zum Abbau ineffizienter Subventionen für fossile Brennstoffe.

Im Vorfeld des Gipfels lud Japan zu zehn Fachministertreffen ein. Das BMWi war mit Staatssekretär Baake beim Energieministertreffen in Kitakyushu am 1. und 2. Mai 2016 sowie mit Staatssekretär Machnig beim IKT-Ministertreffen in Takamatsu am 29. und 30. April 2016 vertreten. Mit dem ersten G7-IKT-Ministertreffen seit 1995 wurde den internationalen Herausforderungen in den Bereichen IKT und Digitalisierung im G7-Kreis Rechnung getragen.

2017 übernimmt Italien die G7-Präsidentschaft.

Deutsche G7-Präsidentschaft 2015

Deutschland hatte den Vorsitz der G7-Präsidentschaft 2015 inne. Die Ergebnisse des Gipfels mündeten in einer Abschlusserklärung (PDF: 560 KB) .

Am 11. und 12. Mai 2015 fand unter der Leitung von Bundesminister Sigmar Gabriel das G7-Energieministergipfel in Hamburg statt. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung. Als Gastgeberin der Gespräche zeigte die deutsche -Präsidentschaft, dass eine nachhaltige und gesicherte Energieversorgung ein Chance für Innovation, Wirtschaftskraft und Technologiefortschritt ist. Bei ihrem vorangegangenen Treffen 2014 verständigten sich die G7-Energieminister in der G7 Rom-Energie-Initiative bereits auf Maßnahmen zur Verbesserung der Energiesicherheit (insbesondere der Gasversorgungssicherheit). Diesen Dialog über Energiesicherheit hat die deutsche G7-Präsidentschaft fortgeführt und ihn weiterentwickelt: Im Mittelpunkt standen dabei Fragen, wie Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz bei der Energieversorgung miteinander vereinbart werden können. Eine wichtige Rolle spielten dabei Themen wie Energieeffizienz, die Förderung von innovativen Technologien wie Offshore-Windenergie und die Sicherheit von Stromsystemen mit einem hohen Anteil von erneuerbaren Energien. Den Abschluss des zweitägigen Energieministergipfels bildete ein Gemeinsames Kommuniqué der G7-Energieminister (PDF: 162 KB).