Die "Gruppe der 20", kurz: G20, ist ein informelles Forum der Staats- und Regierungschefs aus den USA, Japan, China, Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, EU, Brasilien, Kanada, Indien, Russland, Australien, Mexiko, Korea, Türkei, Indonesien, Saudi-Arabien, Argentinien und Südafrika.

Ziel der G20 ist es, Lösungen für globale Herausforderungen zu erarbeiten und das internationale Finanzsystem zu stärken. An den Gipfeln und den Arbeiten der G20 sind auch folgende internationale Organisationen regelmäßig beteiligt: Internationaler Währungsfonds (IWF), Weltbank (WB), Financial Stability Board (FSB), Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Welthandelsorganisation (WTO), Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und Vereinte Nationen (VN).

2017 hat Deutschland die Präsidentschaft der G20 inne, 2018 wird Argentinien den Vorsitz übernehmen.

Deutsche G20-Präsidentschaft 2017

Die Präsidentschaft der G20 hat die gesamte organisatorische Verantwortung für den Gipfel und bestimmt die thematische Schwerpunktsetzung. Seit dem 1. Dezember 2016 hat Deutschland die G20-Präsidentschaft inne. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) wird während der Präsidentschaft die Weichen stellen für ein inklusiveres Wachstum, das durch mehr soziale Teilhabe auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Der Fokus liegt dabei auf öffentlichen Investitionen in Bildung und Infrastruktur und besseren Rahmenbedingungen für private Investitionen.

Zentrale Triebfeder für wirtschaftliches Wachstum ist die Digitalisierung. Daher hat das BMWi am 6. und 7. April 2017 die erste Konferenz der Digitalminister der G20 zum Thema "Digitalisation: Policies for a Digital Future" veranstaltet. Im Vorfeld dieses Treffens der G20-Digitalminister führte die OECD gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) am 12. Januar 2017 in Berlin die Konferenz "Key Issues for Digital Transformation in the G20" durch. Die Ergebnisse der Konferenz flossen in die Beratungen der G20-Digitalminister ein. Die Ministererklärung und eine gemeinsame Roadmap mit 11 zentralen Handlungsfeldern für eine globale Digitalpolitik finden Sie hier.

Deutschland knüpft an die Ergebnisse vorheriger Präsidentschaften an und stellt die Kontinuität der G20-Arbeit sicher. Nur wenn beschlossene Maßnahmen umgesetzt und ihre Einhaltung überwacht wird, kann die G20 dauerhafte Fortschritte erzielen. Die Agenda richtet sich an drei inhaltlichen Säulen aus: Sicherstellung der Stabilität, Verbesserung der Zukunftsfähigkeit und das Übernehmen von Verantwortung.

Umfassende Informationen über die Arbeit und die Ziele der G20 unter deutscher Präsidentschaft finden Sie auf www.g20germany.de.

G20-Gipfel 2017

Die Bundesregierung war Gastgeberin des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der G20 am 7. und 8. Juli in Hamburg. Die Gipfelagenda lautete "Shaping an interconnected world". Neben vielen weiteren Themen und Vereinbarungen enthält die Abschlusserklärung ein klares Signal für freien Handel, offene Märkte und gegen Abschottung und Protektionismus.

Die Bundesregierung war Gastgeberin des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der G20 am 7. und 8. Juli in Hamburg. Die Gipfelagenda lautete "Shaping an interconnected world". Neben vielen weiteren Themen und Vereinbarungen enthält die Abschlusserklärung ein klares Bekenntnis zum regelbasierten internationalen Handelssystem und zur WTO sowie ein Signal gegen Abschottung und Protektionismus. Zudem vereinbarten die G20 den Aufbau einer G20-Partnerschaft mit Afrika, ein gemeinsames Vorgehen gegen Überkapazitäten in der Stahlindustrie und die fortlaufende vertiefte Zusammenarbeit bei der politischen Gestaltung des digitalen Wandels.

Das offizielle Kommuniqué des Treffens sowie weitere Dokumente und Erklärungen in deutscher und englischer Sprache finden Sie hier. Eine Übersicht über die Schwerpunkte des G20-Gipfels finden Sie hier (PDF, 473KB).

G20-Schwerpunkte des BMWi

Die Schwerpunkte des BMWi liegen in den Bereichen Digitales, Energie, Handel und Investitionen.

Digitales
Die Digitalisierung bietet große Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft. Um diese Chancen bestmöglich für alle Menschen zu nutzen, ist ein gemeinsamer internationaler Handlungsrahmen erforderlich. Die Digitalisierung lässt die Welt über integrierte Wertschöpfungsketten, Industrie 4.0, digitalen Handel, soziale Netzwerke und Plattformen noch enger zusammenrücken. Die Ziele des BMWi bei der Gestaltung der Digitalisierung sind Transparenz, Rechtssicherheit und ein fairer Wettbewerbsrahmen im Internet, Datensouveränität und Harmonisierung von Normen und Standards für Industrie 4.0 und die Förderung digitaler Bildung.

Energie
Eine sichere, wirtschaftliche und klimaneutrale Energieversorgung, zugänglich für alle Menschen, ist zentrale Grundlage für Wirtschaftswachstum und Wohlstand und stellt eines der Kernanliegen der G20 dar. Unter chinesischer Präsidentschaft haben die G20-Staaten eine ambitionierte Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beschlossen. Diese kann nur gelingen, wenn die Themen Energie und Klima eng miteinander verzahnt und zusammen gedacht werden. Der Energiesektor ist für einen wesentlichen Anteil aller CO2-Emissionen verantwortlich. Unter deutscher Präsidentschaft wird diskutiert werden, wie in den G20-Staaten und darüber hinaus ambitionierte Energiewenden hin zu sicheren, wirtschaftlich effizienten und klimafreundlichen Energieversorgungssystemen angestoßen werden können und wie die dafür erforderlichen Investitionen ausgerichtet sein müssen.

Handel und Investitionen
Wichtige Triebfedern für das Wirtschaftswachstum sind Handel und Investitionen. Deshalb wird sich die Arbeitsgruppe "Handel und Investitionen" (Trade and Investment Working Group) unter deutschem Vorsitz u.a. mit der Unterstützung des multilateralen Handelssystems befassen. Ziel sind offene Märkte, verlässliche Rahmenbedingungen und Transparenz, um grenzüberschreitende Investitionen und Wachstum zu fördern. Die Arbeiten der G20 hierzu sollen mit Blick auf Erleichterung und Aufrechterhaltung von Investitionen vertieft werden. Ein weiterer Schwerpunkt wird im Bereich des digitalen Handels liegen, wobei die Verbesserung der statistischen Datenlage, die Rolle der WTO und die Entwicklungsdimension im Vordergrund stehen sollen. Darüber hinaus werden hohe Schutzstandards für Arbeitnehmer ein Thema sein

Weiterhin steht im Rahmen des G20-Prozesses das Thema Überkapazitäten im Stahlsektor auf der Agenda. Entscheidend ist dabei nicht nur, kurzfristig auf die Symptome der Verzerrungen auf dem Weltstahlmarkt reagieren zu können. Ziel ist, Wege zum Abbau der weltweit bestehenden Überkapazitäten zu finden. Da dies eine globale Aufgabe ist, wird die Bundesregierung die G20-Präsidentschaft nutzen, einen möglichst großen Kreis stahlproduzierender Staaten zusammenzubringen, um konkret Lösungswege zu finden, mit denen unerlaubte Subventionen und Beihilfen abgebaut und damit entstandene Überkapazitäten zurückgeführt werden.

Bedeutung der G20

Die G20 hat sich zum führenden Format der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit in den Bereichen Finanz- und Wirtschaftspolitik entwickelt. Aufgrund ihrer umfassenden Zusammensetzung ist die Gruppe in der Lage, aktiv die Lösung globaler Probleme voranzutreiben und gemeinsame Maßnahmen zu beschließen. Die G20-Staaten repräsentieren etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung, sie vereinen rund vier Fünftel des globalen Bruttoinlandsprodukts (in Kaufparitäten) und des Welthandels und stellen drei Viertel der weltweiten Entwicklungshilfe.

Bereits seit dem Jahr 1998 trifft sich die G20 auf Ebene der Finanzminister und Notenbankgouverneure. Das Ziel dieses institutionalisierten Dialogs war es, nach der Asien-Krise von 1997 die internationale Finanzstabilität zu fördern. Die Teilnehmer wurden nach ihrer Bedeutung für das internationale Finanzsystem unter Berücksichtigung geographischer Ausgewogenheit und Bevölkerungsgröße ausgewählt. Andere Ministertreffen, z. B. der Arbeitsminister, Entwicklungsminister, der Agrarminister oder der Wirtschaftsminister, wurden je nach Bedarf einberufen. Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise trafen sich im November 2008 zum ersten Mal nicht nur die Finanzminister und Notenbankgouverneure, sondern auch die Staats- und Regierungschefs im G20-Format in Washington D.C.

Wie im G7-Prozess spielen die sogenannten Sherpas hierbei eine zentrale Rolle. Die persönlichen Beauftragten der Staats- und Regierungschefs werden mehrmals jährlich von der G20-Präsidentschaft zu Arbeitstreffen eingeladen, um den Gipfel vor- und nachzubereiten. Darüber hinaus kann die jeweilige G20-Präsidentschaft entsprechend den von ihr gesetzten Schwerpunkten ad hoc Arbeits- und Expertengruppen einsetzen. Deutscher Sherpa (persönlicher Beauftragter der Bundeskanzlerin für die G7-/G20-Gipfel) ist der wirtschafts- und finanzpolitische Berater der Bundeskanzlerin, Prof. Dr. Lars-Hendrik Röller.

Ausführliche Informationen zu den G20 finden Sie hier.