Momentaufnahme von Menschen auf einer Messe; Quelle: Fotolia.com/davis

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Auslandsmessen als Exportmarketinginstrument

Die Beteiligung an Messen und Ausstellungen im Ausland ist eines der wichtigsten und effektivsten Instrumente des Exportmarketing der deutschen Wirtschaft. Auslandsmessen bieten eine Plattform für Ein- und Verkauf, Investition und Kooperation im Ausland und haben darüber hinaus als Informations- und Kontaktforum eine herausragende Bedeutung. Sogar ausschließlich im Inland tätige Firmen nutzen Auslandsmessen, um sich über Markttendenzen, Produktinnovationen und technologische Veränderungen zu informieren.

Die Auswahl der Auslandsmessebeteiligungen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA), der die Interessen der Wirtschaft koordiniert und die besonderen Belange der mittelständischen Wirtschaft einbezieht. Von etwa 1.200 ausländischen Messen mit überregionaler bzw. internationaler Bedeutung werden zwischen 200 und 240 in das offizielle Auslandsmesseprogramm der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), zu mehr als 90 % Nutznießer des Auslandsmesseprogramms, sind ohne die Unterstützung des Bundes selten in der Lage, die finanziellen und organisatorischen Probleme der Beteiligung an einer Auslandsmesse zu lösen, die im Vergleich zu Großunternehmen stärker zu Buche schlagen.

Die Auslandsmessepolitik berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen und kann dadurch deren Wettbewerbsnachteile gegenüber international agierenden Großunternehmen mildern.

Wirtschaftliche Bedeutung von Auslandsmessebeteiligungen

Messebeteiligungen ermöglichen den Einstieg in neue Auslandsmärkte, stärken die Wettbewerbsposition und sichern Arbeitsplätze. So machen Aufträge und Folgegeschäfte aus Messebeteiligungen für messebeteiligte Unternehmen etwa 25 % der Exportumsätze beziehungsweise rund 3,6 Mrd. Euro aus. Es werden rund 20.000 Arbeitsplätze gesichert und Steuereinnahmen in Höhe von 171 Mio. Euro pro Jahr generiert. Nach einer EMNID-Untersuchung sehen 61 % der befragten Unternehmen der Beteiligung an Auslandsmessen zudem künftig generell eine noch größere Bedeutung zukommen.

Durch die offizielle Beteiligung an ausgewählten Messen und Ausstellungen im Ausland schafft die Bundesrepublik Deutschland für ihre Exportwirtschaft die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Nutzung dieses Marketinginstruments. Sie trägt damit zur langfristigen Sicherung von Absatzmöglichkeiten und Arbeitsplätzen der Exportwirtschaft bei.

Messeprogramm junge innovative Unternehmen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ermöglicht und fördert mit diesem Programm die Teilnahme deutscher junger, innovativer Firmen an internationalen Leitmessen in Deutschland zu günstigen Bedingungen. Ziel ist es, die Vermarktung von innovativen Produkten im Ausland bestmöglich zu unterstützen. Zu der Liste der förderfähigen Veranstaltungen (PDF: 17 KB) gehören internationale bzw. überregionale Messen. Ausschlaggebende Kriterien sind darüber hinaus die von der Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM) durchgeführte Zertifizierung der letzten Veranstaltung sowie eine hohe Internationalität auf der Aussteller- und Besucherseite. Die aktuelle Richtlinie des Messeprogramms finden Sie hier (PDF: 319 KB).

Unternehmen kommen nach bestimmten Kriterien für eine Förderung in Frage. Sie müssen ein kleines Unternehmen gemäß der EU-Definition (Alter: unter 10 Jahre, Beschäftige: unter 50 Mitarbeiter, Jahresumsatz oder Jahresbilanz: höchstens 10 Mio. Euro) sein. Ferner müssen die Unternehmen Produkte, Verfahren und Dienstleistungen neuentwickelt oder wesentlich verbessert haben. Förderfähig sind jeweils zwei Teilnahmen eines Unternehmens an der gleichen Messe. Dabei werden 70 % der vom Veranstalter in Rechnung gestellten Kosten für Standmiete und Standbau bei den ersten zwei Teilnahmen und 60 % ab der dritten Beteiligung übernommen.

Der Aussteller meldet sich spätestens 8 Wochen vor Messebeginn beim Messeveranstalter zur Teilnahme am Gemeinschaftsstand der geförderten Messe an. Gleichzeitig hat der Aussteller einen Bewilligungsantrag zur Förderung der Messeteilnahme (PDF: 198 KB) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einzureichen. Da nur förderfähige Aussteller an einem Gemeinschaftsstand teilnehmen können, wird die Anmeldung zur Teilnahme am Gemeinschaftsstand erst mit der Feststellung der Förderfähigkeit durch das BAFA wirksam.

Im Vorfeld finden flankierende Maßnahmen zur Vermittlung von Messe- und Marketing-know-how statt. Informationen zur individuellen Branchen-, Markt- und Messesituation im Ausland werden teilweise beim AUMA und bei der Germany Trade and Invest GmbH (GTAI), teilweise bei den Auslandshandelskammern und den Messedurchführungsgesellschaften gesammelt und aufbereitet.

Messe-Förderprogramm bis 2019 verlängert

Seit 2017 werden die ersten zwei Messebeteiligungen mit 60 % der Standkosten gefördert, die dritte Messebeteiligung mit 50 %. Insgesamt können drei Teilnahmen eines Unternehmens an der gleichen Messe gefördert werden. Gewährt wird eine Gesamtsumme von maximal 7.500 Euro pro Aussteller und Messe. Detaillierte Informationen zur Förderung finden Sie hier.

German Pavillon - Internetportal für Auslandsmessen

Auf dem Internetportal German Pavillon werden alle Beteiligten mit ausführlichen Ausstellerprofilen in einer kostenfrei recherchierbaren Internet-Datenbank zusammengefasst. Jede Messebeteiligung wird mit einem eigenen Internetauftritt in den relevanten Sprachen der Zielregionen beworben. Hier finden Besucher einen Überblick über die Messebeteiligung, über die Produkte und Leistungen der Aussteller sowie zu Kontaktmöglichkeiten und über die Messebeteiligungen.