Passgenaue Besetzung

Das Bundesprogramm „Passgenaue Besetzung“ wirkt den Passungsproblemen auf dem Ausbildungsmarkt entgegen. Das Programm fördert Beraterinnen und Berater, die kleine und mittelständische Unternehmen bei der Besetzung ihrer offenen Ausbildungsplätze mit geeigneten in- und ausländischen Jugendlichen ohne Flüchtlingsstatus unterstützen. Gefördert werden Beratungsleistungen und Unterstützungsmaßnahmen der Handwerks-, Industrie- und Handelskammern, der Kammern der Freien Berufe sowie anderer gemeinnützig tätiger Organisationen der Wirtschaft.

Zum Beginn des Ausbildungsjahres 2017 haben die Beraterinnen und Berater rund 2.800 Vermittlungen von Jugendlichen in die duale Ausbildung und in die Einstiegsqualifizierung erzielt. Seit Beginn des Programms im Jahr 2007 konnten so über 77.000 Ausbildungsplätze und 9.000 Stellen für die Einstiegsqualifizierung erfolgreich besetzt werden.

Die Beraterinnen und Berater besuchen und beraten die Betriebe, ermitteln den betrieblichen Bedarf an Auszubildenden, erstellen Anforderungsprofile, suchen nach potenziellen Auszubildenden, sichten Bewerbungsunterlagen und führen Auswahlgespräche und Einstellungstests durch. Vor Ort kooperieren die Beraterinnen und Berater mit anderen in der Berufsausbildung tätigen Stellen (unter anderem Arbeitsagenturen). Auf dieser Grundlage treffen die Beraterinnen und Berater eine Vorauswahl geeigneter Auszubildender und unterbreiten dem Betrieb einen passgenauen Vorschlag. Sie können Betriebe auch bei Problemen während der Ausbildung unterstützen.

Neben der Unterstützung bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen helfen die Beraterinnen und Berater den Betrieben auch bei der Etablierung und Weiterentwicklung einer Willkommenskultur und bei der Integration von ausländischen Auszubildenden und ausländischen Fachkräften, die nicht als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Dabei kooperieren die Beraterinnen und Berater insbesondere mit dem Sonderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales "Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa" - MobiPro-EU.

Die Beratung von Unternehmen bei der Besetzung von offenen Stellen mit Geflüchteten erfolgt durch die Beraterinnen und Berater des BMWi Förderprogramms "Willkommenslotsen".

"Passgenaue Besetzung" ist das Nachfolgeprogramm der "Passgenauen Vermittlung" aus der Förderperiode 2007-2013 des Europäischen Sozialfonds (ESF). Das Programm wird wiederum aus Mitteln des ESF und des BMWi-Haushalts finanziert. Die Wirtschaft beteiligt sich mit 30 Prozent an den Kosten. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ist Leitstelle der Programmdurchführung und stellt weiterführende Informationen zum Programm zur Verfügung.

Zurzeit sind rund 160 Beraterinnen und Berater im Einsatz. Eine Liste der Kammern und sonstigen Organisationen der Wirtschaft mit Passgenauen Beraterinnen und Beratern erhalten Sie hier (PDF: 99 KB).