Allianz für Aus- und Weiterbildung

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (3.v.l.) und Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (1.v.l.) besiegelten gemeinsam mit Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder die Allianz für Aus- und Weiterbildung.
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (3.v.l.) und Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (1.v.l.) besiegelten gemeinsam mit Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder die Allianz für Aus- und Weiterbildung.
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© BMWi/Susanne Eriksson

Die duale Berufsausbildung ist ein Erfolgs- und Standortfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Durch die unmittelbare Nähe zur betrieblichen Praxis bietet die duale Berufsausbildung Jugendlichen gute Voraussetzungen für den Übergang ins Arbeitsleben und über die berufliche Aufstiegsfortbildung vielfältige Karriere- und Entwicklungschancen. Somit ist die berufliche Bildung eine wichtige Grundlage und Voraussetzung, um den Fachkräftebedarf der deutschen Wirtschaft zu sichern.

Um die berufliche Bildung zu stärken, hat die Bundesregierung am 12. Dezember 2014 mit Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften und der Länder im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gemeinsam die Allianz für Aus- und Weiterbildung besiegelt. Die Allianz für Aus- und Weiterbildung löst den zum Ende des Jahres 2014 ausgelaufenen Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs ab.

Duale Berufsausbildung aufwerten und stärken

Das gemeinsame Anliegen der Allianz-Partner ist es, die duale Berufsausbildung in Deutschland weiter zu verbessern und ihre Bedeutung und die Chancen für Karriere und qualifizierte Beschäftigung noch deutlicher zu machen. Wirtschaft, Gewerkschaften, Bund und Länder wollen in der Allianz für Aus- und Weiterbildung entschlossen die duale Berufsausbildung zukunftsfähig erhalten und bei Jugendlichen und ihren Eltern, in den Schulen und Hochschulen und insgesamt in der Gesellschaft dafür werben. Das BMWi unterstützt regelmäßig Veranstaltungen, wie beispielsweise die Woche der Ausbildung, um auf die duale Berufsausbildung aufmerksam zu machen.

Gemeinsame Ziele der Partner

Die Partner sind sich einig, dass sie gemeinsam die Lage auf dem Ausbildungsmarkt verbessern wollen. Sie werden zusammen daran arbeiten, sowohl mehr leistungsstarke Jugendliche für die berufliche Bildung zu gewinnen als auch mehr Jugendlichen mit schlechteren Startchancen, jungen Menschen mit migrationsbedingten Problemlagen sowie Menschen mit Behinderung eine betriebliche Berufsausbildung zu ermöglichen. Durch das neue Instrument der Assistierten Ausbildung sollen gerade auch kleine und mittlere Unternehmen bei der Ausbildung von leistungsschwächeren Jugendlichen unterstützt werden.

Die Allianz-Partner haben gemeinsam strategische Handlungsfelder identifiziert und Maßnahmen verabredet. Diese zielen darauf ab,

  • die Bedeutung und Attraktivität der beruflichen Bildung in Deutschland deutlich aufzuwerten,
  • die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss weiter zu reduzieren,
  • jedem ausbildungsinteressierten Menschen im Rahmen der im Koalitionsvertrag angesprochenen Ausbildungsgarantie einen "Pfad" aufzuzeigen, der ihn frühestmöglich zu einem Berufsabschluss führen kann,
  • die Passungsprobleme zwischen Bewerberinnen/Bewerbern und Unternehmen regional und berufsfachlich nachhaltig zu verringern,
  • auf der Grundlage einer weiter entwickelten Datenlage die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze und die Zahl der ausbildungsbereiten Betriebe zu erhöhen,
  • die Zahl der jungen Menschen im Übergangsbereich weiter zu reduzieren, und den Übergangsbereich möglichst an staatlich anerkannten betrieblichen Ausbildungsberufen zu orientieren,
  • die Qualität der Ausbildung kontinuierlich weiterzuentwickeln,
  • und die Weiterbildung und insbesondere die Aufstiegsfortbildung zu stärken.

Den Text der neuen Allianz-Vereinbarung finden Sie hier (PDF: 8,7 MB).

Integration von Flüchtlingen durch Ausbildung und Arbeit

Der aktuelle Zustrom schutzsuchender Menschen stellt für die Sicherung von Fachkräftenachwuchs in Deutschland eine große Chance dar. Den Neuankömmlingen kann neben dem Schutz vor Vertreibung und Krieg durch gezielte Integration in den deutschen Arbeitsmarkt eine neue Perspektive gegeben werden.
Aus diesem Grund lud Bundeswirtschaftsminister Gabriel die Allianzpartner, darunter Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, am 18. September 2015 zu einem Spitzengespräch ein. Dabei stimmten die Teilnehmer Maßnahmen zur Sprachförderung und zur schnelleren Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit ab. Folgende Schritte sind vorgesehen:

  • Deutschkurse ausbauen und öffnen
  • Bildung als Basis für Integration stärken
  • Flüchtlinge fit machen für den Ausbildungs- und Arbeitsalltag
  • Ausbildung und Arbeit ermöglichen-ein Schlüssel für Integration
  • Potenziale ermitteln, Qualifikationen von Flüchtlingen anerkennen
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ermöglichen
  • Sicheren Aufenthalt für Ausbildung und Berufseinstieg schaffen
  • Aktive Arbeitsförderung früh beginnen
  • Schnell Information für Betriebe und Fachkräfte bereitstellen
  • "Willkommenslotsen" etablieren, um Betriebe und Flüchtlinge zu vermitteln
  • Ehrenamtliches Engagement ermutigen und unterstützen

Als eine Maßnahme zur Integration von Flüchtlingen durch Ausbildung und Arbeit gab  Bundeswirtschaftsminister Gabriel im Dezember 2015 den Startschuss für 150 Willkommenslotsen für Flüchtlinge. Diese sollen künftig in Kammern und sonstigen Organisationen der Wirtschaft, vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen, praktische Unterstützung bei der Ausbildung von Flüchtlingen geben. Das betrifft vor allem Fragen zu Sprachförderung, Aufenthaltsstatus, Qualifikationsbedarf sowie zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Näheres können Sie in der Erklärung der Partner der Allianz "Gemeinsam für Perspektiven von Flüchtlingen" nachlesen.

Internetportal

Logo Allianz für Aus- und Weiterbildung

Informationen zur Allianz, einen Überblick über zentrale Themenfelder und die Partner finden Sie hier.

Video

Bundesminister Gabriel besuchte am 17.12.2015 eine Ausbildungswerkstatt für Flüchtlinge in Berlin

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Pressekonferenz zum Startschuss der neuen Allianz für Aus- und Weiterbildung am 12.12.2014

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Publikation

Konzept zur Steigerung der Mobilität und Flexibilität auszubildender JugendlicherKonzept zur Steigerung der Mobilität und Flexibilität auszubildender Jugendlicher

Kurzfassung der Ergebnisse eines Projektes im Auftrag des BMWi