12.8.2014

Neue Regeln zur BIP-Statistik

Statistik symbolisiert neue Regeln zur BIP-Statistik; Quelle: istockphoto.com/emily2k
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Mit der Veröffentlichung der BIP-Zahlen für das zweite Quartal 2014 am 14. August 2014 greifen erstmals die neuen Regeln des Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010 (ESVG 2010). Das für die Berechnung der BIP-Statistik maßgebliche ESVG 2010 basiert auf dem neuen, weltweit gültigem "System of National Accounts 2008" (SNA 2008) der Vereinten Nationen. Die Anwendung international standardisierter Berechnungsmethoden ist Voraussetzung für eine bestmögliche Vergleichbarkeit makroökonomischer Daten.

Einige Änderungen aus dem Konzept der ESVG 2010 werden sich auf wichtige Größen wie Bruttoinlandprodukt (BIP), Investitionen und Schuldenstandsquote auswirken. Die quantitativ bedeutendste Änderung betrifft die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die künftig aufgrund ihres investiven Charakters nicht mehr als Vorleistung, sondern als Investitionen behandelt werden. Als datenbedingte Änderung wird beispielsweise der Zensus 2011 (Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungszählung) berücksichtigt. Das ESVG 2010 klassifiziert auch Prostitution (in der deutschen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung bereits einbezogen) und nimmt Präzisierungen zur Einbeziehung schattenwirtschaftlicher Aktivitäten vor. So wird bestehenden Unterschieden in den Ländern im Hinblick auf Legalität von Prostitution und verschiedenen Drogenarten Rechnung getragen und die internationale Vergleichbarkeit der Daten verbessert. Quantitativ ist die Einbeziehung illegaler Aktivitäten im Vergleich zu den zuvor genannten Änderungen von untergeordneter Bedeutung.

Ab dem 1. September 2014 sind Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung dann für die Mitgliedstaaten der EU grundsätzlich rechtsverbindlich nach den aktualisierten Konzepten des ESVG 2010 zu liefern. Die detaillierten Ergebnisse werden vom Statistischen Bundesamt am 1. September 2014 veröffentlicht. Im Ergebnis wird für Deutschland ein um rund 3 % höheres Niveau des BIP erwartet.

Weiterführende Informationen finden Sie hier (PDF: 61 KB).

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