Bund-Länder-Ausschuss Berufliche Bildung befasst sich mit der Besetzung von Ausbildungsplätzen und der Berufswahlentscheidung junger Menschen

Unter Vorsitz des BMWi hat sich der Bund-Länder-Ausschuss Berufliche Bildung in Erfurt im September 2015 unter anderem mit

  • Entwicklung am Lehrstellenmarkt
  • Aktualisierung dualer Ausbildungsordnungen
  • Engpassberufen und
  • der Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Abschlüsse

befasst.

Im Jahr 2015 zeichnet sich für Lehrstelleninteressierte eine günstigere Bewerbersituation als in den Vorjahren ab. Es gibt ein höheres Ausbildungsplatzangebot und weniger Schulabsolventen und Lehrstellenbewerber am Markt. Allerdings gibt es in fast allen Bundesländern Passungsprobleme. Die Berufswünsche der Bewerber und das Angebot an Ausbildungsplätzen passen nicht immer zueinander. (Zu) viele Bewerber konzentrieren sich auf bestimmte Traumberufe. Auch die Mobilität der jungen Menschen ist verbesserungswürdig. Zwar sind knapp 80 Prozent theoretisch bereit, für die Ausbildung den Wohnort zu wechseln, in der Realität bewerben sich aber nur 12 % überregional. Lediglich 6 % machen tatsächlich eine Ausbildung in einem anderen Bundesland.

Nach wie vor ist die Studierneigung ungebrochen. Unter der Moderation von Friedhelm Holterhoff aus dem BMWi berichteten nahezu alle Bundesländer, dass es den Betrieben immer weniger gelänge, jungen Menschen frühzeitig praktische und erfolgversprechende Alternativen zur Schule und zum Studium aufzuzeigen.

Diskutiert wurden auch Möglichkeiten, Seniorexperten bei der Integration junger Asylberechtigter effektiver einzubinden. Besondere Bedeutung kommt dem Steuerungscharakter der Liste über Engpassberufe zu. Mit dieser Liste lassen sich Berufe und Branchen identifizieren, in denen nachhaltige Beschäftigungschancen bestehen.

Die Beschlüsse des Bund-Länder-Ausschusses finden Sie unter "Weiterführende Informationen".

Im Bund-Länder-Ausschuss "Berufliche Bildung" treffen sich die für die Berufsbildungspolitik verantwortlichen Ministeriumsangehörigen aus Bund und Ländern ein bis zweimal jährlich, um über aktuelle Entwicklungen und Tendenzen insbesondere in der dualen Berufsausbildung zu informieren und zu beraten.

Unter anderem wird so sichergestellt, dass die vielfältigen Anforderungen des Berufsbildungsgesetzes sowie der Handwerksordnung weitgehend einheitlich in den Bundesländern umgesetzt werden. Als Aufsichtsbehörden über die Kammern sind die Ländervertreter mit sehr vielen Rechts- und Umsetzungsfragen befasst, die ausführlich diskutiert werden müssen.

Darüber hinaus dient das Gremium dem Informationsaustausch zwischen Bund und Ländern sowie den Ländern untereinander, um die Berufsbildung in Deutschland qualitativ wie quantitativ voranzubringen.

Vorsitz und Geschäftsführung liegen beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Neben den einschlägigen Länderministerien sind auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung durch einschlägige Juristen sowie das Bundesinstitut für Berufsbildung auf Abteilungsleiterebene vertreten.