Freie Berufe

Eine Frau sitzt vor dem Computer in ihrem Arbeitszimmer.
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Branchenskizze

Die Freien Berufe mit ihren rund 1.344.000 Selbstständigen, mehr als 3,2 Millionen sozialversicherungs-pflichtigen Beschäftigten sowie rund 122.000 Auszubildenden stellen eine wichtige Säule der bundesdeutschen Wirtschaft dar. Mit rund 4,93 Mio. Beschäftigten insgesamt stellen die Freien Berufe 10,1% aller Erwerbstätigen in Deutschland, die rund 10,1% des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften. Sie tragen als Teil des Mittelstandes entscheidend zu Wachstum und Beschäftigung bei und verfügen mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von jährlich 4% über eine ausgeprägte Gründungsdynamik. Vor allem neue freiberufliche Tätigkeitsfelder tragen die positive Entwicklung. Folgende vorläufige zahlenmäßige Verteilung ergibt sich für die Berufsgruppen der Freien Berufe:

2015

2016

Freie Heilberufe

404.000

412.000

Freie rechts-, wirtschafts-
und steuerberatende Berufe

354.000

365.000

Freie technische und
naturwissenschaftliche Berufe

241.000

251.000

Freie Kulturberufe

310.000

316.000

Freie Berufe insgesamt

1.309.000

1.344.000


Stand jeweils zum 1. Januar des Jahres.

Freie Berufe erbringen aufgrund besonderer beruflicher Qualifikationen ihre Leistungen persönlich, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig. Ihre Berufsausübung unterliegt in der Regel spezifischen berufsrechtlichen Bindungen nach Maßgabe staatlicher Berufsordnungen. Diese Berufsordnungen werden konkretisiert durch spezielle Satzungen, die von den beteiligten Selbstverwaltungsorganen erlassen werden. Kernprofil der Freien Berufe ist ihre

  • hohe Professionalität,
  • Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl,
  • strenge Selbstkontrolle,
  • Eigenverantwortlichkeit.

Bericht der Bundesregierung zur Lage der Freien Berufe

Das Bundeskabinett hat am 10. April 2013 den vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Entwurf eines Berichts der Bundesregierung zur Lage der Freien Berufe (PDF: 1,64 MB) zugestimmt und diesen an den Deutschen Bundestag weitergleitet. Der Bericht der Bundesregierung bietet eine Bestandsaufnahme zur Entwicklung der Freien Berufe seit dem letzten Bericht 2002 und zur gegenwärtigen Situation. Die Bundestagsdrucksache 17/13074 finden Sie hier zum downloaden.

Außenwirtschaftsportal iXPOS
Weitere Informationen erhalten Sie beim eigens dafür gegründeten Außenwirtschaftsportal iXPOS unter www.ixpos.de. Außerdem bietet das Portal eine kompakte Datenbank, sachkundige Ansprechpartner und praxisorientiertes Wissen zu allen Fragen der Außenwirtschaft. Ministerien, Kammern, Verbände und Ländervereine liefern online Informationen und Nachrichten für Ihr Auslandsengagement.

Europäische Ebene
Die Europäische Kommission hat im Juni 2016 das "Dienstleistungspaket" vorgelegt. Es besteht aus der Mitteilung zur Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie 2006/123/EG sowie Arbeitsdokumenten mit detaillierten Informationen über die Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie. Zeitgleich hat die Kommission eine Studie zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Dienstleistungsrichtlinie veröffentlicht. Die Mitteilung benennt konkrete Aktionen, die darauf abzielen, Potenziale des Dienstleistungsbinnenmarktes weiter auszuschöpfen und Wachstum zu generieren. Diese betreffen unter anderem die Bereiche der vollständigen Umsetzung sowie Durchsetzung der Dienstleistungsrichtlinie durch die Mitgliedstaaten im Wege der Vertragsverletzungsverfahren, die erneute Überprüfung von nationalen Regulierungen wie z.B. der Rechtsformerfordernisse und Kapitalbeteiligungsbeschränkungen bei Freien Berufen, damit die Mitgliedstaaten auch bei grundsätzlich gerechtfertigter Beschränkungen die wirtschaftlichen Vorteile einer möglichen Deregulierung in ihre Ermessensentscheidung hinsichtlich der Aufhebung, Beibehaltung oder Änderung von Regulierungen einbeziehen, sowie die verstärkte Nutzung des Binnenmarktinformationssystems (IMI).