Maritime Wirtschaft

Fracht- und Lotsenschiff; Colourbox.com
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Für ein außenhandelsorientiertes Land wie Deutschland ist eine leistungsstarke, international wettbewerbsfähige, prosperierende maritime Wirtschaft von hoher gesamtwirtschaftlicher Bedeutung. Der maritimen Wirtschaft kommt für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland und für die Sicherung von Wachstum und Beschäftigung eine Schlüsselrolle zu.

Ziel ist deshalb eine strukturell stark aufgestellte maritime Wirtschaft, die ihre Potenziale im Umfeld geeigneter operativer Rahmenbedingungen ausschöpfen kann. Die Festigung international führender Wettbewerbspositionen der deutschen maritimen Wirtschaft unter marktwirtschaftlichen Bedingungen gehört deshalb zu den wichtigsten Zielen und Handlungsfeldern von Wirtschaft und Politik.

Die maritime Wirtschaft ist mit mehr als 380.000 Beschäftigten und einem jährlichen Umsatzvolumen von rund 50 Milliarden Euro einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Die Branche wird geprägt durch eine moderne, vielfach auf Hochtechnologie-Produkte spezialisierte Schiffbau- und Schiffbauzulieferindustrie mit überwiegend starken Positionen im weltweiten Wettbewerb, international führende Schifffahrtsunternehmen, insbesondere im Bereich der Containerschifffahrt, eine leistungsfähige Hafenwirtschaft und Logistik sowie eine innovative meerestechnische Industrie und renommierte maritime wissenschaftliche Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen.

Die maritime Wirtschaft bleibt eine Zukunftsbranche, auch wenn das Wachstum gegenwärtig durch eine gedämpfte globale Wirtschaftsentwicklung und den Auswirkungen der Euro- und Bankenkrise spürbar gebremst wird. Energiewende, Klima- und Umweltschutz, Rohstoffversorgung - zu diesen zentralen Zukunftsfragen kann die maritime Wirtschaft wichtige Antworten geben. Seeschifffahrt, Häfen, Schiffbau und -Zulieferindustrie, die Meerestechnik, die Offshore-Windenergie sowie maritime Forschung und Entwicklung gehören deshalb weiterhin zu den Kernbereichen unseres nationalen maritimen Interesses. Durch eine integrative maritime Politik sollen Beschäftigung, Wertschöpfung und Ausbildung gesichert und der maritime Standort Deutschland gestärkt werden.

Branchenskizze

Die Bereiche der maritimen Wirtschaft, insbesondere der Schiffbau, die Seeschifffahrt und die Hafenwirtschaft sind aufs Engste mit der Weltwirtschaft und der Entwicklung des Weltseehandels verflochten. Die daraus resultierenden Interdependenzen machen sie im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen aber  besonders empfindlich gegenüber weltwirtschaftlichen Veränderungen und Konjunkturschwankungen. Dies spiegelt sich in der Branchenentwicklung in den zurückliegenden Jahren deutlich wider.

Bis Ende 2008 war die maritime Wirtschaft im Zuge der wachsenden Weltwirtschaft und des dynamisch steigenden Welthandels durch einen lang anhaltenden konjunkturellen Aufschwung geprägt. Die Werften verzeichneten einen ausgeprägten Auftragsboom, die Schifffahrt eine überaus rege Schiffsraumnachfrage bei extrem hohen Fracht- und Charterraten und die Häfen erzielten Umschlagrekorde, vor allem im Containerbereich.

2009 kam es im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zu erheblichen Wachstumseinbrüchen in nahezu allen Bereichen der maritimen Wirtschaft.

Die Werften hatten zahlreiche Stornierungen von Aufträgen und erhebliche Auftragsrückgänge zu verkraften. Im internationalen Seeverkehr brachen insbesondere in der Containerschifffahrt die Fracht- und Charterraten um 50% bis 80% ein. Zwischenzeitlich waren weltweit etwa 600 Schiffe ohne Beschäftigung.

In den deutschen Seehäfen ging der Güterumschlag 2009 um 18 % zurück. Besonders betroffen von den krisenbedingt rückläufigen Handelsaktivitäten war vor allem der Containerumschlag in den Häfen.

Von der unerwartet deutlichen Erholung der Weltwirtschaft und der Zunahme des Welthandels um über 13% im Jahr 2010 profitierte die deutsche maritime Wirtschaft wiederum merklich. Das steigende Seefrachtaufkommen, die spürbar anziehende Tonnageraumnachfrage und der wieder zunehmende Güterumschlag in den Häfen brachten vor allem die Seeschifffahrt und die Hafenwirtschaft überraschend schnell wieder auf Wachstumskurs. Auch im Schiffbau wurde die konjunkturelle Talsohle im Verlauf des zweiten Halbjahres 2010 durchschritten.

In den Jahren 2011 und 2012 hat sich das Wachstumstempo der Weltwirtschaft aufgrund der mit der Europäischen Staatsschuldenkrise verbundenen Konjunkturschwäche und des geringeren Wirtschaftswachstums in Asien und Amerika deutlich verlangsamt. Der Welthandel hat 2011 um 5% und 2012 um weniger als 3% zugenommen und damit deutlich an Schwung verloren. Die Verschlechterung der globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellte die maritime Wirtschaft vor große Herausforderungen, die, wie beispielsweise in der Seeschifffahrt, durch branchenspezifische Einflussfaktoren noch erheblich verschärft wurden.

weitere Informationen zum Thema

Nationale Maritime Konferenz

Informationen, Publikationen und alle Dokumentationen zu den Konferenzen von 2000 bis 2011 finden Sie online. Außerdem können Sie die Einzelvorträge der Siebten Nationalen Maritimen Konferenz einsehen. mehr

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