Automobilindustrie
Branchenkonjunktur
Abgesehen vom westeuropäischen Markt hat sich die weltweite Nachfrage nach neuen Automobilen deutlich stabilisiert. Hohe Zuwächse bei den Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen haben sich vor allem in Nord- und Südamerika, Asien und Osteuropa eingestellt. Auf die stark exportorientierte deutsche Automobilindustrie wirkt sich diese Entwicklung insgesamt positiv aus:
Mit über 719.535 Beschäftigten (Jahresdurchschnitt 2011) konnte die deutsche Automobilindustrie die Zahl ihrer Angestellten gegenüber 2010 um rund 18.000 erhöhen. Der Jahresumsatz der deutschen Automobilindustrie betrug 2011 rund 351 Mrd. Euro (+ 10,8 % gegenüber 2010). Ihre Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen erreichten 2011 rund 20 Mrd. Euro. Nach Japan, China und den USA bleibt Deutschland die viertgrößte Automobil produzierende Nation.
Der Schwerpunkt der deutschen Automobilindustrie liegt in der Herstellung von Personenkraftwagen, auf die 2011 stückzahlbezogen über 90% der Produktion entfielen. Insgesamt wurden in Deutschland 2011 mehr als 5,87 Mio. Pkw (+ 5,8 % gegenüber 2010) und über 439.185 Nutzfahrzeuge (+ 24,2%) hergestellt.
Ein zunehmender Anteil der Fahrzeugfertigung erfordert den Zukauf von Teilen, Komponenten oder Rohstoffen, so dass auch Branchen, die vordergründig wenig mit dem Auto zu tun haben, an der Herstellung beteiligt sind - und davon profitieren. Dazu gehören Investitionsgüter, Material- und Teilelieferungen u.a. aus der chemischen Industrie, der Textilindustrie, dem Maschinenbau, der elektrotechnischen Industrie, aus Ziehereien und Kaltwalzwerken sowie der Stahlindustrie. Außerdem sind Ingenieurbüros, Autohändler, Werkstätten und Tankstellen, aber auch weitere Dienstleistungen rund um das Auto direkt oder indirekt von der Automobilkonjunktur abhängig.