Barrierefreiheit

Rollstuhlfahrer fährt auf der Straße
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Behinderte Menschen haben ein Recht auf selbst bestimmte und umfassende Teilhabe und auf Gleichstellung. Dazu gehört auch, dass behinderte und mobilitätseingeschränkte Menschen ohne Barrieren reisen können. Viele Leistungsanbieter der Reise- und Tourismusbranche haben den Handlungsbedarf erkannt. Die Bundesregierung setzt sich für barrierefreie Angebote in allen Bereichen des Tourismus ein. Barrierefreiheit soll zu einem Markenzeichen des Tourismus in Deutschland werden. Nähere Informationen dazu bietet auch das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales betriebene Internet-Portal "Einfach Teilhaben".

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat bereits 2008 das Projekt "Barriere-freier Tourismus für Alle in Deutschland - Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung" gefördert. Dabei wurde untersucht, wie weit Deutschland bei der Umsetzung der Barrierefreiheit ist und was noch getan werden muss. Im Ergebnis dieses Projekts bildete sich die "Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland". Dies ist ein Verbund aus Städten und Tourismusregionen, die sich der Entwicklung des barrierefreien Tourismus in Deutschland in besonderem Maße verschrieben haben.

Das Engagement des BMWi für barrierefreien Tourismus verbindet die bundespolitischen Interessen der Tourismusförderung mit gesellschaftspolitische Zielen. Die Zahl der Reisenden, für die Barrierefreiheit wichtig ist, wächst beständig. Eine der großen Hürde für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Tourismus ist der Mangel an belastbaren, umfassenden und bundesweiten Informationen über barrierefreie Angebote entlang der touristischen Servicekette.

Zur Beseitigung dieses Informationsdefizites fördert das BMWi die Einführung eines einheitlichen Kennzeichnungs- und Zertifizierungssystem, dessen Inhalte Menschen mit Behinderungen über eine digitale Plattform zugänglich gemacht werden können. Das Projekt "Einführung des Kennzeichnungssystems Reisen für Alle" ist Grundlage für die verlässliche Prüfung der Eignung touristischer Angebote für Menschen mit Behinderungen und das Kommunizieren der Ergebnisse.

Das Projekt, das auch zum Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung in Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen beiträgt, baut auf einem Förderprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (2011 bis 2014) auf, mit dem in enger Abstimmung mit Behindertenverbänden, der Tourismuswirtschaft und den 16 Bundesländern die Standards für das einheitliche Kennzeichnungs- und Zertifizierungssystem für barrierefreie Reiseangebote entwickelt wurden.

Zu dem laufenden Projekt gehören auch die Entwicklung und Durchführung von Schulungsmaßnahmen zur Barrierefreiheit und zur Qualitätssicherung barrierefreier Angebote.

Der spätere Betrieb des Systems soll sich über Lizenzgebühren und Gebühren für die Zertifizierung ohne weitere öffentliche Mittel selbst finanzieren.

Ausführliche Informationen zum Projekt und zum barrierefreien Tourismus sind unter www.reisen-fuer-alle.de abrufbar.