Luftfahrttechnologien

Airbus A350 XWB
© Airbus SAS 2013

Die Luftfahrtindustrie ist ein dynamischer Sektor mit hohen Zuwachsraten und einem leistungsfähigen, industriellen Kern in Deutschland. Deutsche Unternehmen haben sich aufgrund ihrer technologischen Ausnahmestellung einen festen Platz im internationalen Luftfahrzeug- und Triebwerksbau erarbeitet. Um diese Technologieführerschaft im schärfer werdenden globalen Wettbewerb verteidigen und ausbauen zu können, unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) diesen Sektor/die Luftfahrtindustrie mit Forschungsmitteln aus dem Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo) und anteiligen Entwicklungskostendarlehen aus dem Luftfahrzeugausrüsterprogramm.

Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo)

Seit dem Jahr 1995 unterstützt die Bundesregierung die deutsche Luftfahrtindustrie mit einem eigenständigen Luftfahrtforschungsprogramm (kurz: LuFo). Mit dem LuFo-Programm werden die Fördermittel langjährig und damit für die Industrie und Forschung planbar zur Verfügung gestellt.

Dabei werden Technologien gefördert, die sich für eine Anwendung im zivilen, kommerziellen Markt eignen. Ziel ist eine umweltverträgliche, leistungsfähige, sicherere und passagierfreundliche Luftfahrt, in dem die deutsche Luftfahrtindustrie dauerhaft und wesentlich zur Wertschöpfung in Deutschland beiträgt.

Die Technologie heutiger Luftfahrzeuge zeichnet sich durch hohe Komplexität und einen hohen Entwicklungsstand aus. Sie ist mit sehr langen Forschungs-, Entwicklungs- und Produktzyklen verbunden. Deshalb müssen heute Technologien erforscht werden, die in 10 bis 20 Jahren zum Einsatz kommen können.
Die hohe Forschungs- und Entwicklungsintensität und die strategische Rolle der Luftfahrtindustrie für die Gesamtwirtschaft gehen einher mit besonderen Wettbewerbs- und Marktbedingungen.

Die gezielte Projektförderung in industriegeführten Forschungsverbünden, zusammen mit den Forschungsaktivitäten der Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie einer Reihe bedeutender Großversuchsanlagen und Flugversuchsträger, bilden die tragenden Säulen einer leistungsfähigen nationalen Forschungsinfrastruktur. Ihr Erhalt und Ausbau ist notwendig, damit deutsche Unternehmen ihre Technologiekompetenz sichern und technologisch auf Augenhöhe im internationalen Wettbewerb bestehen können.

Gleichzeitig sollen in dem Luftfahrtforschungsprogramm Technologien entwickelt werden, welche die Basis für das nachhaltige Luftfahrtsystem der Zukunft bilden. Nur ein integrierter Forschungsansatz über die klassischen Einzeldisziplinen hinweg, wie er in den Forschungsnetzwerken gelebt wird, bietet die Chance, die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen und gleichzeitig die technologische Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie zu sichern.

Nähere Informationen zum Luftfahrtforschungsprogramm erhalten Sie auf den Internetseiten des Projektträgers Luftfahrtforschung und -Technologie (PT-LF). Hier können Sie sich unter anderem über aktuelle Vorhaben und Ausschreibungen informieren.

Themenschwerpunkte des Luftfahrtforschungsprogramms V

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt mit dem dritten Aufruf des fünften zivilen Luftfahrtforschungsprogramms ("LuFo V-3") Forschungs- und Technologieentwicklungsvorhaben mit einer Anwendung in der zivilen, kommerziellen Luftfahrt am Standort Deutschland.

Die Bekanntmachung des LuFo V-3 finden Sie hier (PDF: 119 KB).

Das BMWi wird im dritten Aufruf des fünften Luftfahrtforschungsprogramms (LuFo V-3) insbesondere folgende Schwerpunkte setzen:

  • Etablierung der Luftfahrtbranche als Leitmarkt für Industrie 4.0 Anwendungen und Schaffung von Leitanbietern für vernetzte Produktionssysteme für Luftfahrtanwendungen.
  • Entwicklung neuer digitaler Produkte im Luftfahrtbereich.
  • Verbreiterung der industriellen Basis der gesamten Luftfahrtbranche zur Sicherung und Erweiterung der Wertschöpfung am Standort Deutschland.
  • Förderung von innovativen KMU zu deren weiterer Etablierung als Gesamtsystem- oder Komponentenhersteller.
    Feste Verankerung von KMU in die Zulieferketten der globalen Luftfahrtindustrie, beispielsweise als Anbieter von innovativen Systemen und Ausrüstungen insbesondere gemäß der geltenden Spezifikationen der Europäischen Technischen Standardzulassung (CS-ETSO).
  • Innovative Wartungs- und Instandsetzungsprozesse für den gesamten Produktlebenszyklus von Luftfahrtsystemen.
    Unterstützung des Paradigmenwechsels von festen zu bedarfsorientierten Wartungsaktivitäten.
  • Erhalt und Ausbau der Fähigkeit der deutschen Ausrüster- und Zulieferindustrie, um Luftfahrzeugsysteme und deren Komponenten in ihrem komplexen Zusammenwirken auf Gesamtluftfahrzeugebene bewerten und auslegen zu können (Gesamtsystembewertungsfähigkeit).
  • Verstärkte Erschließung des weltweiten Wachstumspotenzials der Luftfahrtbranche durch engere Zusammenarbeit in Forschungs- und Technologieverbünden mit europäischen und internationalen Partnern (Internationalisierung).
  • Weiterentwicklung und Validierung von innovativen Simulations- und Entwurfsverfahren für Luftfahrzeuge und die Erweiterung dieser Fähigkeiten auf die vollständige Kette intelligent vernetzter Entwicklungs-, Fertigungs- und Instandsetzungsverfahren (virtuelles Produkt), virtuell gestützte Schulungs- und Ausbildungssysteme.
  • Abdecken der gesamten Innovationskette von der grundlagenorientierten Forschung über den Schwerpunkt der industriellen, anwendungsorientierten Forschung bis hin zur technologischen Risikominimierung in anwendungsnahen Demonstrationsvorhaben.
  • Ausbildung von qualifizierten Nachwuchskräften im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zur Sicherung des Wachstumspotenzials der gesamten Luftfahrtbranche.
  • Steigerung der Akzeptanz der Luftfahrt in der Bevölkerung durch umweltfreundliche, lärmreduzierende, innovative Technologien.

Die Vorhaben müssen grundsätzlich innerhalb des Zeitraumes 1. Januar 2018 bis 31. März 2023 durchgeführt werden.

In der Bekanntmachung werden die folgenden Programmlinien ausgeschrieben:

Programmlinie "Ökoeffizientes Fliegen"

Im Rahmen der grundlagenorientierten Programmlinie "Ökoeffizientes Fliegen" fördert das BMWi Initiativen und Vorhaben der Wissenschaft und Industrie zur akademischen Erforschung von Technologien mit einem Anwendungszeitraum von 2030-2050. Angesichts der sehr langen Produktzyklen und Lebensdauern in der Luftfahrt ist eine Erforschung aussichtsreicher Technologien bereits frühzeitig notwendig. Damit soll vor allem die technologische Fundierung und Absicherung eines umweltverträglichen Luftfahrtsystems als langfristiges Ziel der Forschung im Bereich der zivilen Luftfahrt sichergestellt werden.

Programmlinie "Technologie"

Gegenstand dieser Programmlinie sind Vorhaben der industriellen Forschung, die sich sieben Themenbereichen zuordnen lassen, die für die Entwicklung der deutschen Luftfahrtindustrie als besonders wichtig betrachtet werden. Die Themenbereiche - darunter leistungsstarke, leise und effiziente Antriebe, innovative Strukturen für Luftfahrzeuge und passagierfreundliche und ökoeffiziente Kabinen - sind in der Bekanntmachung näher beschrieben.

Programmlinie "Industrie 4.0/Innovative Betriebs-, Wartungs- und Instandsetzungsprozesse (MRO)"

Im Rahmen dieser anwendungsorientierten Programmlinie fördert das BMWi Forschungs- und Technologievorhaben, welche digitale Technologien zur vertikalen, horizontalen und durchgängigen Integration von Daten für die spezifischen Herausforderungen in der Luftfahrt nutzbar machen. Betrachtet werden soll der Wertschöpfungszyklus von Luftfahrzeugen in seiner gesamten Breite von Design über Produktion, Betrieb, Wartung, Reparatur und Entsorgung sowie seiner ganzen Tiefe über alle Zulieferstufen hinweg.

Dabei sind die Besonderheiten der Luftfahrtindustrie zu berücksichtigen:

  • Hohe Sicherheitsanforderungen für den kompletten Lebenszyklus (Dokumentation, behördliche Auflagen etc.)

  • Entwicklung, Produktion, Service und Logistik sind weltweit sicherzustellen
  • Tiefgestaffelte Wertschöpfungskette mit geforderter hoher Flexibilität bei geringen Stückzahlen und hoher Produktkomplexität.

Weitere Informationen sind der Bekanntmachung zu entnehmen.

Programmlinie "KMU"

Im Rahmen der anwendungsorientierten Programmlinie "KMU" fördert das BMWi innovative kleine und mittlere Unternehmen der Luftfahrtbranche. Eingereichte Ideen stehen jedoch nicht mit solchen der Programmlinie "Technologie" im Wettbewerb. Damit soll interessierten KMU Gelegenheit gegeben werden, in für sie attraktiven Produktnischen aktiv zu werden.

Programmlinie "Demonstration"

Mit dieser Programmlinie soll gezielt die Lücke zwischen nachgewiesener Technologieentwicklung und Produktentwicklung geschlossen werden. Gefördert werden können Vorhaben, die bereits in relevanter, simulierter bzw. idealisierter Umgebung (dokumentiert) nachgewiesene Einzeltechnologien zu einem System oder einem relevanten Subsystem integrieren. Damit soll es unter anderem auch gelingen, Kompetenzen und Fähigkeiten auf Gesamtsystemebene zu stärken und aufzubauen.

Der Projektträger Luftfahrtforschung im DLR e.V. (PT-LF) wurde mit der Abwicklung der Fördermaßnahme beauftragt und nimmt die Projektskizzen/Anträge entgegen.

Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Projektträgers Luftfahrtforschung und -Technologie (PT-LF) enthalten.

Technologie

Video

Bundeswirtschaftsministerium auf der ILA 2016, 1. bis 4. Juni 2016

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