Biotechnologie

Gen-Schalter als Symbol für Bio- und Gentechnologie; Quelle: Max-Planck-Gesellschaft
© Max-Planck-Gesellschaft

Die Biotechnologie als Schlüsseltechnologie ist ein Motor der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Die im Juli 2013 vom damaligen Bundeskabinett beschlossene und unter maßgeblicher Beteiligung des Bundeswirtschaftsministeriums erarbeitete Politikstrategie Bioökonomie (PDF: 600 KB) setzt Prioritäten für ein Fortschreiten in Richtung einer wissensbasierten Bioökonomie und zeigt Handlungsbedarf auf. Die Erschließung von Wachstumsmärkten und Unterstützung von innovativen Technologien und Produkten ist ebenso Teil der Strategie wie die Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten und internationaler WTO-konformer Nachhaltigkeitsstandards.

Die Biotechnologie besitzt ein viel versprechendes Potenzial für Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft und Umweltschutz, aber auch für nachhaltige Industrieproduktion. Auch in der neuen Hightech-Strategie wird auf die Bedeutung der Biotechnologie und ihre volkswirtschaftliche Hebelwirkung verwiesen.

In der industriellen Biotechnologie, der Anwendung biotechnologischer Verfahren bei industriellen Prozessen, für industrielle Zwecke und im Umweltschutz, hat Deutschland europaweit die meisten Unternehmen. Wichtige Produkte der industriellen Biotechnologie sind Enzyme, die in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen (z.B. Wasch- und Reinigungsmittel, Herstellung von Textilien, Papier und Lebensmitteln) zum Einsatz kommen, Vitamine (z.B. Vitamin B12), Aminosäuren (Glutamat, Lysin), Bioethanol oder z.B. Biopolymere-polylactid-biologisch abbaubarer Kunststoff.

Die medizinische Biotechnologie ist für die Arzneimittelentwicklung (z.B. Medikamente gegen Krebs, Alzheimer, Parkinson oder Diabetes) und damit verbundene Dienstleistungen zentral. Die überwiegende Zahl der deutschen Biotech-Unternehmen ist in der medizinischen Biotechnologie tätig.

Darüber hinaus kommt der Biotechnologie beim Übergang von einer erdöl- zu einer biobasierten Wirtschaft prioritäre Bedeutung zu. So können aus Biomasse gewonnene Stärke, Zellulose und Öle als Ausgangssubstanzen für die Produktion von Energie, Kraftstoffen und biobasierten Produkten verwendet werden.

Die "wissensbasierte Bioökonomie" (knowledge-based bioeconomy, KBBE) umfasst praktisch alle industriellen und wirtschaftlichen Sektoren und ihre dazugehörigen Dienstleistungen, die biologische Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) produzieren, ver- oder bearbeiten oder in irgendeiner Form nutzen. Dazu gehören die Land- und Forstwirtschaft, die Nahrungsmittelproduktion, die Fischerei, die Aqua-Kulturen, aber auch die Chemie-, Pharmazie-, Kosmetik- oder Textilindustrie sowie die Energieerzeugung. Die deutsche Industrie ist hier mit an der Spitze des technologischen Fortschritts.

Auf europäischer Ebene hat die EU-Kommission hierzu im Februar 2012 eine Bioökonomie-Strategie "Innovation für nachhaltiges Wachstum einer Bioökonomie für Europa" vorgestellt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Projekte der Biotechnologie im Rahmen der Förderung der Lebenswissenschaften, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt Projekte im Rahmen seiner technologieoffenen Programme.

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