Gründungsfinanzierung

Innovationsfinanzierung
© iStockphoto/SquaredPixels

Damit aus guten, zukunftsträchtigen Geschäftsideen erfolgreiche Unternehmen werden, brauchen Gründerinnen und Gründer ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten.

Als Finanzierungshilfe stehen folgende Programme zur Verfügung:

Existenzgründungen aus der Wissenschaft (EXIST)

Eine der wichtigsten Quellen für neue Technologien sowie für innovative Produkte und Dienstleistungen sind Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Bundesregierung fördert seit 1998 mit dem Programm "EXIST" Maßnahmen zur Verankerung einer Kultur der unternehmerischen Selbständigkeit und zur Stärkung des Unternehmergeistes an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Ziel ist es, Studierende, Absolventen und Wissenschaftler für Gründungen zu sensibilisieren, zu motivieren und zu qualifizieren sowie eine erste Finanzierung für die Seed- oder Gründungsphase bereitzustellen.

Das EXIST-Programm ist Bestandteil der "Hightech-Strategie" des BMWi und besteht aus den drei Programmsäulen "EXIST-Gründungskultur", "EXIST-Forschungstransfer" und "EXIST-Gründerstipendium".

EXIST-Gründungskultur

Der Wettbewerb "EXIST-Gründungskultur - Die Gründerhochschule" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt Hochschulen dabei, mehr Gründungskultur und mehr Unternehmergeist an Hochschulen zu etablieren. Hochschulen sollen dabei unterstützt werden, das Potenzial an technologieorientierten und wissensbasierten Gründungen am Hochschulstandort nachhaltig zu erschließen und unternehmerisches Denken und Handeln unter Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu stärken. Darüber hinaus wurden bis zu drei Hochschulen mit den überzeugendsten Konzepten in jeder Wettbewerbsrunde zusätzlich mit dem Prädikat "EXIST - Gründerhochschule" ausgezeichnet.

Im Wettbewerb "EXIST-Gründerhochschule" wurden in den Jahren 2011 und 2013 zwei Wettbewerbsrunden durchgeführt. Eine mit unabhängigen Experten besetzte Jury hat alle Strategiekonzepte bewertet und die besten Konzepte ermittelt. In den beiden Wettbewerbsrunden wurden insgesamt 22 Strategiekonzepte für eine drei- bis fünfjährige Förderung ausgewählt.

Januar 2014 fand die Zwischenevaluierung der Umsetzung der Strategiekonzepte der ersten Wettbewerbsrunde statt. Nach Abschluss der Auswertung und erfolgreichen Anschlussanträgen können diese Projekte weitere zwei Jahre mit Bundesmitteln gefördert werden.

EXIST-Forschungstransfer

Das Förderprogramm "EXIST-Forschungstransfer" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt technisch besonders anspruchsvolle Gründungsvorhaben aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die relativ langen Entwicklungszeiten haben, wie z. B. aus der Energie-, Umwelt-, Bio- und optischen Technologie, aus der Material-, Mikrosystem- und Medizintechnik sowie aus Teilen der Informations- und Kommunikationstechnologien.

Das Programm "EXIST-Forschungstransfer" besteht aus zwei Förderphasen. In Förderphase I (Vorgründungsphase) soll die Grundlage einer potentiellen Gründungsidee weiterentwickelt und dabei der Nachweis der technischen Machbarkeit einer technisch besonders anspruchsvollen Produktidee sichergestellt sowie die Gründung des Unternehmens vorbereitet werden. In der zweiten Förderphase (nach Unternehmensgründung) stehen die Entwicklung bis zur Marktreife und erste Schritte zum Unternehmensaufbau im Fokus der Förderung.

In Förderphase I werden Forscherteams an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gefördert; die Antragstellung erfolgt über die jeweilige Hochschule oder Forschungseinrichtung und ist jeweils zum 31.07. und 31.01. eines Jahres möglich. In Förderphase I stehen bis zu 250.000 Euro an Sachmitteln für die Vorbereitung der Gründung zur Verfügung. Zu den Sachausgaben zählen z. B. Gebrauchsgegenstände, Verbrauchsmaterial, Investitionsgüter, Schutzrechte, Marktrecherchen sowie Coachingmaßnahmen.

In Förderphase II wird das in Förderphase I gegründete Unternehmen gefördert. Voraussetzung dafür ist ein Unternehmenssitz in Deutschland und eine technologieorientierte Ausrichtung. Die Beantragung erfolgt in der Regel sechs Monate vor Beendigung der Förderphase I. In Förderphase II kann im Rahmen einer Projektförderung ein Gründungszuschuss von bis zu 180.000 Euro mit maximal 75 Prozent der vorhabenspezifischen Kosten für eine Dauer von bis zu 18 Monaten gewährt werden.

EXIST-Gründerstipendium

Das "EXIST-Gründerstipendium" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt Studierende und Absolventen bei der Vorbereitung innovativer Unternehmensgründungen und bei der Ausarbeitung eines Businessplans sowie bei der Entwicklung marktfähiger Produkte. Bei den Gründungsvorhaben sollte es sich um innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten handeln. Absolventen jeder Nationalität können Gründungsförderung beantragen, wenn sie ihr Vorhaben mit einer deutschen Hochschule realisieren wollen.

Das Gründerstipendium richtet sich an Studierende, die zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens die Hälfte ihres Studiums absolviert haben, an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie an Hochschulabsolventen, Absolventinnen, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Abschluss zum Zeitpunkt der Antragstellung bis zu fünf Jahre zurückliegt. Die Förderung von Gründerteams bis maximal drei Personen ist ebenfalls möglich. Die maximale Fördersumme für Sachmittel liegt dabei derzeit bei 30.000 Euro. Die Förderung von ausschließlich aus Studierenden bestehenden Teams ist nur im Einzelfall möglich.

Die Förderung erfolgt in Stipendien zur Sicherung des Lebensunterhaltes sowie über Sach- und Coachingmittel für Gründerinnen und Gründer an Hochschulen und Forschungseinrichtungen für eine Dauer von bis zu 12 Monaten. Antragsteller ist die Hochschule oder Forschungseinrichtung. Der Antrag kann jederzeit gestellt werden.

EXIST Startup Germany - Israel

Seit Juni 2015 kooperiert das EXIST-Programm aktiv mit israelischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Israel ist damit das erste offizielle Partnerland des Programms. Dort ansässige Unternehmen werden nach erfolgreicher Bewerbung in die bestehenden Netzwerkstrukturen der Region Berlin/Brandenburg aufgenommen und durch das EXIST-Programm bestmöglich unterstützt. Berlin und Tel Aviv gelten derzeit als wichtige Zentren der Gründerszene. Das EXIST Startup Germany - Israel soll Austausch und Synergien zwischen beiden verstärken.

EXIST-Gründungskultur, EXIST-Gründungsstipendium und EXIST-Forschungstransfer werden mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert.

Logos des Europäischen Sozialfonds für Deutschland und der Europäischen Union

weitere Informationen zum Thema

Mittelstand

Video

Startkapital durch die Internetcommunity

Zur vergrößerten Ansicht

Existenzgründungen aus der Wissenschaft

Kontakt

Projektträger Jülich (PtJ)
Forschungszentrum Jülich GmbH
Geschäftsstelle Berlin
Zimmerstr. 26-27
10969 Berlin

EXIST-Gründungskultur:
E-Mail: ptj-exist-gruendungskultur@fz-juelich.de

EXIST-Gründungsstipendium:
E-Mail: ptj-exist-gruenderstipendium@fz-juelich.deh.de

EXIST-Forschungstransfer:
E-Mail: ptj-exist-forschungstransfer@fz-juelich.de