Unternehmensnachfolge sichern

Drei Personen blicken nach vorne
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Erfolgreiche Übergaben sichern Arbeitsplätze und Know-how in Deutschland

Nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) suchen in Deutschland jährlich durchschnittlich 27.000 Unternehmen einen Nachfolger. Von den anstehenden Unternehmensübergaben sind rund 400.000 Arbeitsplätze betroffen. Laut einer weiteren Untersuchung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wollen bis 2017 rund 580.000 Besitzer mittelständischer Betriebe ihre Unternehmen weitergeben. Aus diesem Grund ist dem Bundeswirtschaftsministerium sehr daran gelegen, das Thema Unternehmensnachfolge noch mehr in das Bewusstsein von Unternehmerinnen und Unternehmern sowie von potenziellen Nachfolgern zu rücken.

Über 80 Prozent der in vergangenen Jahren übergebenen Familienbetriebe mit mehr als 40 Beschäftigten haben die Unternehmensübergabe aus Sicht der Nachfolger gut vorbereitet. Drei Fünftel der Unternehmen blieben in Familienhand, je ein Fünftel wird von externen bzw. bisherigen Mitarbeitern fortgeführt. Doch über ein Drittel der Unternehmer haben Probleme, einen geeigneten Nachfolger zu finden Der demografische Wandel und der drohende Mangel an Fachkräften werden die Problematik noch verstärken. Die unternehmerische Selbständigkeit muss daher eine attraktive Perspektive für qualifizierte Personen bieten. Insbesondere deshalb, damit traditionsreiche Familienunternehmen mit ihren zahlreichen Arbeitsplätzen und bedeutendem Know-how erhalten bleiben. Doch die Übernahme eines Unternehmens bietet sich auch gründungsinteressierten Menschen eine attraktive Alternative zur Neugründung. Sie bedeutet den Einstieg in ein bewährtes Geschäftskonzept mit qualifizierten Mitarbeitern und bestehenden Kunden.

Nexxt-Initiative Unternehmensnachfolge

Damit Unternehmerinnen und Unternehmer frühzeitig für das Thema Unternehmensnachfolge sensibilisiert werden, hat das BMWi bereits im Jahr 2000 die "nexxt"-Initiative Unternehmensnachfolge gestartet. Beteiligt sind u. a. Kammern und Verbände, Kreditinstitute und die Freien Berufe. Gemeinsam mit 30 Aktionspartnern stellt das BMWi im Internet, in Broschüren oder auf Messen umfassende Informationen und Beratungsleistungen für Übernehmer und Nachfolger zur Verfügung. 

Kern ist die Nachfolgebörse "nexxt-change" bei der Übergeber und Übernehmer über die kostenlose Internetbörse Kontakte knüpfen können. Das Verfahren ist im ersten Schritt anonymisiert und verschwiegen. Persönliche Daten werden erst über einen Regionalpartner in Abstimmung mit dem Inserenten weitergegeben. Bundesweit betreuen über 820 Regionalpartner der Kammern, Sparkassen und Kreditgenossenschaften vor Ort die Interessenten. Sie geben Tipps und Hilfestellung zur Inseratsgestaltung, Kontaktaufnahme und zu Auswahlkriterien. Mit durchschnittlich rund 10.000 veröffentlichten Inseraten von Übergabeangeboten (rd. 2/3) und interessierten Nachfolgern (rd. 1/3) wird die Internetbörse stark frequentiert (rd. 2,5 Millionen Seitenaufrufe/Monat). Seit 2006 wurden bereits über 12.000 erfolgreiche Unternehmensübergaben durch die Börse angestoßen. Aktuell sind etwa 7.700 Verkaufsangebote und 2.900 Kaufgebote dort eingestellt.

Seit der inhaltlichen und technischen Überarbeitung des Portals durch das BMWI und die KfW im Herbst 2015 findet man dort auch eine Reihe von Best-Practice Beispielen. Übernahmeinteressentinnen und -interessenten bekommen auf diese Weise ein klares Bild davon, wie erfolgreiche Unternehmensübergaben ablaufen können. Zudem wurden Datensicherheit und Benutzerfreundlichkeit verbessert.

Nachfolgeplanungen im Mittelstand bis 2017

Nachfolgeplanungen im Mittelstand bis 2017
Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2014

Finanzierung von Unternehmensnachfolge

Übernehmerinnen und Übernehmer, die erstmalig ein Unternehmen erwerben, können auf alle Angebote der Gründungsfinanzierung zurückgreifen.

Der Erwerb weiterer Unternehmen wird wie eine Investition betrachtet; somit stehen auch hier die entsprechenden Unternehmensfinanzierungsangebote bereit.