Fracking

Grafische Darstellung zu Fracking; Quelle: Fotolia.com/mojolo
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Mit einem Primärenergieverbrauchsanteil von 21 Prozent spielt Erdgas im Energiemix der Bundesrepublik eine wichtige Rolle und wird auch für die nächsten Jahrzehnte einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland leisten. Zudem besitzt Erdgas als Primärrohstoff für die chemische Industrie eine große Bedeutung.

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 8,5 Mrd. Kubikmeter Erdgas durch sogenanntes konventionelles Fracking gewonnen. Die einheimische Produktion erfolgt vorwiegend in Norddeutschland aus tief liegenden Sand- und Kalksteinen.

Seit dem 11. August 2016 sind auf Grundlage von Vorschlägen des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesumweltministeriums umfangreiche neue und verschärfte Regelungen zum Einsatz von Fracking in Deutschland in Kraft, die gewährleisten, dass der Schutz von Trinkwasser und Gesundheit absoluten Vorrang hat.

Unkonventionelles Fracking: Verbot für kommerzielle Vorhaben

Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag klar zum Einsatz von unkonventionellem Fracking positioniert. Kommerzielle unkonventionelle Fracking-Vorhaben sind in Deutschland deshalb bis auf weiteres nicht zulässig. Das Verbot betrifft mit dem sogenannten unkonventionellen Fracking hauptsächlich die Erdgasgewinnung in Schiefer-, Ton-, Mergel- und Kohleflözgestein.

Beim "Hydraulic Fracturing" - kurz "Fracking" - werden durch Einpressen einer Flüssigkeit (Wasser und Additive) und dem damit einhergehenden Druckanstieg kontrolliert kleine Risse in dem Gestein erzeugt, in dem das Erdgas enthalten ist. Durch diesen Prozess wird das Gas freigesetzt, so dass es durch die Bohrleitungen an die Oberfläche geleitet werden kann. Während konventionelles Fracking vor allem in Sandstein (meist auch in größerer Tiefe) erfolgt, wird unkonventionelles Fracking vor allem in Schiefer-, Ton-, Mergel- und Kohleflözgestein angewendet.

Im Gegensatz zu den bisher in Deutschland genutzten Sandsteinlagerstätten liegen für die Gewinnung von Erdgas aus diesen Lagerstätten hierzulande noch keine Erfahrungen und Kenntnisse vor. Um Erfahrungswerte über die Auswirkungen auf Umwelt und Untergrund zu sammeln, werden insgesamt vier wissenschaftlich begleitete Erprobungsmaßnahmen möglich sein - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die verwendete Frackingflüssigkeit nicht wassergefährdend ist. Diese Bohrungen bedürfen der Zustimmung der Landesregierung. Die Probebohrungen sollen, sofern sie durchgeführt werden, von einer unabhängigen Expertenkommission bestehend aus sechs Sachverständigen anerkannter Forschungseinrichtungen und Behörden begleitet werden.

Im Jahr 2021 soll der Deutsche Bundestag überprüfen, ob es beim Verbot des unkonventionellen Frackings bleibt.

Konventionelles Fracking: Trinkwasserschutz steht im Vordergrund

Das konventionelle Fracking bei der Erdgasförderung aus Sandgestein wird in Deutschland schon seit vielen Jahren angewendet und ist langjährig erprobt. Um Umwelt- und Verbraucherschutz besser Rechnung zu tragen, hat die Bundesregierung am 1. April 2015 die bestehenden Regelungen zur konventionellen Erdöl- und Erdgasförderung im Sandstein noch einmal deutlich verschärft und ergänzt. Fracking wird in sensiblen Gebieten wie unter anderem in Wasserschutz- und Heilquellenschutzgebieten, an Seen und Talsperren zur Trinkwassergewinnung, an Wasserentnahmestellen der öffentlichen Wasserversorgung, in Einzugsgebieten von Mineralwasservorkommen, Heilquellen und Stellen zur Entnahme von Wasser zur Herstellung von Lebensmitteln verboten. Die Bundesländer, denen die Genehmigung von Fracking-Vorhaben obliegt, können darüber hinaus weitere Einschränkungen vorsehen.

Weitreichende Regelungen für mehr Umweltverträglichkeit

Neben diesen zentralen Aspekten enthält das Regelungspaket auch neue Regelungen für Umweltverträglichkeit. An die Entsorgung von Rückflüssen und Lagerstättenwasser werden höchste Anforderungen nach dem Stand der Technik gestellt. Lagerstättenwasser darf nur in Gesteinsschichten, in denen Erdöl oder Erdgas vorhanden war oder ist und bei denen eine Gefährdung des Trinkwassers ausgeschlossen werden kann, eingebracht werden. Zurückfließende Frackfluide dürfen nicht untertägig gelagert werden.

Neu ist eine Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Pflicht) - und damit eine zwingende Öffentlichkeitsbeteiligung - für alle Fracking-Maßnahmen bei der Förderung von Erdöl und Erdgas sowie für die Entsorgung von Lagerstättenwasser. Sie wird in der UVP-Verordnung Bergbau geregelt. Die Beweislast im Hinblick auf mögliche Bergschäden, die von Tiefbohrungen einschließlich Fracking-Maßnahmen oder Kavernen stammen können, wird zugunsten des Geschädigten erleichtert. Diese sogenannte Bergschadensvermutung wird auch auf Schäden, die aufgrund von Erschütterungen durch Erdbeben entstehen, ausgedehnt.

Gesetzgebungsverfahren und Stellungnahmen der Bundesländer und Verbände

Die Bundesregierung hat auf Grundlage des Koalitionsvertrags am 11. August 2016 strenge Regelungen zum Fracking beschlossen, die dem Schutz von Trinkwasser, Gesundheit und Natur höchste Priorität einräumen. Fracking in Schiefer-, Ton-, Mergel- oder Kohleflözgestein ist ganz verboten.

Das Regelungspaket besteht damit abschließend aus folgenden Teilen:

  1. Gesetz zur Änderung wasser- und naturschutzrechtlicher Vorschriften zur Untersagung und zur Risikominimierung bei den Verfahren der Fracking-Technologie (PDF: 60 KB)
  2. Gesetz zur Ausdehnung der Bergschadenshaftung auf den Bohrlochbergbau und Kavernen (PDF: 53 KB)
  3. Verordnung zur Einführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen und über bergbauliche Anforderungen beim Einsatz der Fracking-Technologie und Tiefbohrungen (PDF: 54 KB)

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundesumweltministeriums (BMUB).

Häufige Fragen und Antworten (FAQ) zum Fracking finden Sie hier. Das Bundesumweltministerium hat ebenfalls FAQ zum Thema Fracking erstellt.

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