Fracking

Grafische Darstellung zu Fracking; Quelle: Fotolia.com/mojolo
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Bedeutung von Erdgas für die Energieversorgung

Mit einem Primärenergieverbrauchsanteil von 21 Prozent spielt Erdgas im Energiemix der Bundesrepublik eine wichtige Rolle und wird auch für die nächsten Jahrzehnte einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland leisten. Zudem besitzt Erdgas als Primärrohstoff für die chemische Industrie eine große Bedeutung. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 8,5 Mrd. Kubikmeter Erdgas gewonnen. Die einheimische Produktion erfolgte vorwiegend in Norddeutschland aus tief liegenden Sand- und Kalksteinen.

Fracking-Technologie

Um Erdgas aus tiefen Gesteinsschichten zu fördern, wird seit einigen Jahren insbesondere in den USA bei horizontal abgelenkten Bohrungen eine Technik angewandt, die unter dem Begriff "Hydraulic Fracturing" bzw. "Fracking" bekannt geworden ist. Dabei werden durch Einpressen einer Flüssigkeit (Wasser und Additive) und dem damit einhergehenden Druckanstieg kontrolliert kleine Risse in dem Gestein erzeugt, in dem das Erdgas enthalten ist. Durch diesen Prozess wird das Gas freigesetzt, so dass es durch die Bohrleitungen an die Oberfläche geleitet werden kann.

Unterscheidung: Konventionelles und unkonventionelles Fracking

Bei der Fracking-Technologie kann zwischen bereits langjährig erprobten Anwendungen in Deutschland ("konventionelles Fracking") und neuen Anwendungen ("unkonventionelles Fracking") unterschieden werden. Sie können unter anderem durch die Gesteinsart voneinander abgegrenzt werden: Konventionelles Fracking erfolgt vor allem in Sandstein (meist auch in größerer Tiefe), unkonventionelles in Schiefer-, Ton-, Mergel- und Kohleflözgestein. Im Gegensatz zu den bisher in Deutschland genutzten Sandsteinlagerstätten liegen für die Gewinnung von Erdgas aus Schiefer-, Ton-, Mergel- und Kohleflözlagerstätten hierzulande noch keine Erfahrungen und Kenntnisse vor.

Das konventionelle Fracking bei der Erdgasförderung aus Sandgestein wird in Deutschland bereits seit vielen Jahren angewendet. Die meisten dieser Lagerstätten befinden sich in Niedersachsen. Die Genehmigung von Fracking-Vorhaben ist eigenständige Angelegenheit der Bundesländer.

Regelungspaket zum Fracking

Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag klar zum Einsatz von Fracking positioniert: Der Schutz von Trinkwasser und Gesundheit hat absoluten Vorrang.

Die Bundesregierung hat auf dieser Grundlage am 1. April 2015 strenge Regelungen zum Fracking beschlossen. Das Gesetzespaket sieht Verbote zum Schutz von Trinkwasser, Gesundheit und Natur in bestimmten Regionen sowie weitgehende Einschränkungen für Fracking-Maßnahmen in Schiefer-, Ton-, Mergel- oder Kohleflözgestein vor. Der Bundestag änderte die Gesetzesvorschläge in einigen Punkten ab und billigte die Gesetze am 24. Juni 2016. Der Bundesrat hat die neuen Regelungen am 8. Juli 2016 ebenfalls gebilligt. Der Verordnungsentwurf wurde nur im Bundesrat beraten.

Das Regelungspaket besteht aus folgenden Teilen:

  1. Entwurf eines Gesetzes zur Änderung wasser- und naturschutzrechtlicher Vorschriften zur Untersagung und zur Risikominimierung bei den Verfahren der Fracking-Technologie
  2. Entwurf eines Gesetzes zur Ausdehnung der Bergschadenshaftung auf den Bohrlochbergbau und Kavernen
  3. Verordnung zur Einführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen und über bergbauliche Anforderungen beim Einsatz der Fracking-Technologie und Tiefbohrungen (PDF: 1 MB); Beschluss des Bundesrates zur Verordnung (PDF: 89 KB)

Zentrale Inhalte der Neuregelung:

  • Fracking-Verbot in Schiefer- und Kohlflözgestein
    Fracking in Schiefer-, Ton-, Mergel- und Kohleflözgestein (Unkonventionelles Fracking) wird durch das Wasserhaushaltsgesetz verboten. Um Erfahrungswerte über die Auswirkungen auf Umwelt und Untergrund zu sammeln, werden allerdings insgesamt vier wissenschaftlich begleitete Erprobungsmaßnahmen möglich sein, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die verwendete Frackingflüssigkeit nicht wassergefährdend ist; diese Bohrungen bedürfen der Zustimmung der Landesregierung. Die Probebohrungen sollen, sofern sie durchgeführt werden, von einer unabhängigen Expertenkommission bestehend aus sechs Sachverständigen anerkannter Forschungseinrichtungen und Behörden begleitet werden. Im Jahr 2021 soll der Deutsche Bundestag überprüfen, ob es beim Verbot des unkonventionellen Frackings bleibt.
  • Konventionelles Fracking (v.a. in Sandgestein)
    Nach bisherigem Berg- und Wasser- und sonstigem Umweltrecht ist Fracking grundsätzlich zulässig. Diese bestehenden Reglungen werden erheblich verschärft und die Anforderungen ergänzt. Das Fracking wird in sensiblen Gebieten wie unter anderem in Wasserschutz- und Heilquellenschutzgebieten, an Seen und Talsperren zur Trinkwassergewinnung, an Wasserentnahmestellen der öffentlichen Wasserversorgung, in Einzugsgebieten von Mineralwasservorkommen, Heilquellen und Stellen zur Entnahme von Wasser zur Herstellung von Lebensmitteln verboten.

Den Ländern wird die Möglichkeit eingeräumt, darüber hinaus auch in Steinkohlebergbaugebieten Verbote zu erlassen. In Nationalparks und Naturschutzgebieten wird die Errichtung von Anlagen zum Einsatz der Fracking-Technologie untersagt. Die federführenden Bergbehörden müssen bei allen Zulassungen zum Fracking das Einvernehmen der Wasserbehörden herstellen. An die Entsorgung von Rückflüssen und Lagerstättenwasser werden höchste Anforderungen nach dem Stand der Technik gestellt. Lagerstättenwasser darf nur in Gesteinsschichten, in denen Erdöl oder Erdgas vorhanden war oder ist und bei denen eine Gefährdung des Trinkwassers ausgeschlossen werden kann, eingebracht werden. Zurückfließende Frackfluide dürfen nicht untertägig eingebracht werden.

Neu ist eine Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Pflicht) - und damit eine zwingende Öffentlichkeitsbeteiligung - für alle Fracking-Maßnahmen bei der Förderung von Erdöl und Erdgas sowie für die Entsorgung von Lagerstättenwasser. Sie wird in die UVP-Verordnung Bergbau geregelt.

Die Beweislast im Hinblick auf mögliche Bergschäden, die von Tiefbohrungen einschließlich Fracking-Maßnahmen oder Kavernen stammen können, wird den Unternehmen auferlegt. Zudem wird im Interesse potentiell Betroffener die Beweislastumkehr (sog. Bergschadensvermutung) auch auf Schäden, die aufgrund von Erschütterungen durch Erdbeben erfolgen, ausgedehnt.

Bei der Anhörung der Bundesregierung im Rahmen der Erarbeitung der Regelungsentwürfe hatten die Länder und Verbände bis zum 23. Januar 2015 Zeit, ihre Stellungnahmen zu den Gesetzesentwürfen des Regelungspaketes Fracking abzugeben. Bei den mündlichen Anhörungen haben sich die Bundesländer und fast 50 Verbände zu den Ende letzten Jahres veröffentlichten Gesetz- und Verordnungsentwürfen geäußert. Die Stellungnahmen können hier abgerufen werden.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundesumweltministeriums (BMUB). Ergänzende Informationen zum Regelungspaket Fracking sind hier (PDF: 61 KB) zu finden.

Häufige Fragen und Antworten (FAQ) zum Fracking finden Sie hier. Das Bundesumweltministerium hat ebenfalls FAQ zum Thema Fracking erstellt.

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