Leitprinzip Nachhaltigkeit - Realisierung nur mit der Wirtschaft
Leitprinzip Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist das Leitprinzip der Politik der Bundesregierung. Es soll wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, ökologische Verantwortung und soziale Gerechtigkeit so miteinander verschränken, dass die Realisierung des Einen nur unter Berücksichtigung der jeweils beiden Anderen erfolgt (siehe Infografik Zieldreieck der Nachhaltigkeit (PDF: 61,4 KB)). Der Industrie kommt bei der Umsetzung dieses Leitprinzips u. a. aufgrund ihrer Innovationskraft eine besondere Bedeutung zu. Das BMWi unterstützt nachhaltiges Wirtschaften der Unternehmen, indem es marktorientierte und technologieoffene Rahmenbedingungen schafft und ressourcen- und umweltschonende Produkte und Verfahren fördert. Zudem arbeitet das BMWi im Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung an der Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung mit.
Starke Industrie - Voraussetzung und Motor für Nachhaltigkeit
Nachhaltige Entwicklung ist auf eine innovative, wettbewerbsfähige und wirtschaftlich starke Industrie angewiesen. Dafür bietet die soziale Marktwirtschaft die besten Voraussetzungen. In ihr gelingt es, wirtschaftliche Effizienz und gesellschaftlichen Zusammenhalt mit dem Ziel "Wohlstand für alle" zu verbinden, vorausgesetzt, Staat und Gesellschaft lassen der Industrie die Freiheit, in eigener unternehmerischer Verantwortung zu handeln.
Die Herstellung hochwertiger und zukunftsträchtiger Anlagen und Produkte ist eine traditionelle Domäne Deutschlands, nicht zuletzt aufgrund der ausgezeichneten Qualifikation von Ingenieuren und Facharbeitern. Zum Gelingen einer nachhaltigen Entwicklung tragen die großen deutschen Industriekonzerne ebenso bei wie die zahlenmäßig überwiegenden mittelständischen Industriebetriebe. Der Automobilbau, der Maschinen- und Anlagenbau, die Elektrotechnik und Elektronik oder die chemische Industrie - sie alle fungieren als technologische Systemführer. Auf sie entfällt der überwiegende Teil der Innovationsaufwendungen und der Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben.
Intelligente Rahmenbedingungen und Förderprogramme schaffen
Ökonomische Anreize, die Verwendung von Gütesiegeln oder Beratungs- und Informationsprogrammen können die Entwicklung und Markteinführung nachhaltiger Produktionsverfahren unterstützen. Die Nutzung der vielfältigen Beratungsangebote, Hilfen und Anreize kann der Wirtschaft zusätzliche Effizienzgewinne verschaffen. So stellte die Bundesregierung allein im Jahr 2012 rund 14 Mrd. Euro für Forschung und Innovation zur Verfügung. Mit Existenzgründungsprogrammen können innovative Unternehmen von der Gründungsidee bis hin zur Expansionsphase gefördert werden. Innovationsnetze erleichtern Unternehmen den Einstieg in technologiespezifische Förderung. Zusätzlich gewährt das BMWi Hilfe beim Aufdecken von Materialeinsparpotentialen, was insbesondere für kleine Unternehmen eine wertvolle Hilfe sein kann.
Nachhaltigkeit sichert weltweite Wettbewerbsfähigkeit
Die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten steigt auch international immer schneller. Hinzu kommt, dass schon wegen der langfristig steigenden Energie- und Rohstoffpreise die Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz in Unternehmen überall auf der Welt zukünftig eine noch größere Rolle spielen wird. Die in Deutschland vorhandene Expertise und Technologie stärkt die Spitzenposition der deutschen Unternehmen im internationalen Wettbewerb.
Mit der zunehmenden Bedeutung der Nachhaltigkeit steigt zudem das Interesse von Unternehmen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Dies zeigt sich z.B. an der Entwicklung firmeninterner Verhaltenscodices oder der freiwilligen Teilnahme an Umweltmanagementsystemen. Insgesamt gesehen erschließt die Idee einer nachhaltigen Entwicklung der Industrie neue und interessante Wachstumsfelder.
Nachhaltige Industriepolitik setzt auf Eigenverantwortung der Wirtschaft, fordert diese aber auch ein. Sich selbst dagegen muss die Politik die Frage stellen - und beantworten, inwieweit die Rahmenbedingungen - insbesondere des Umweltrechts - richtig gesetzt sind oder wo Verbesserungen notwendig sind.