Plattform Strommarkt

Gaskraftwerk und Windräder symbolisieren Plattform Strommarkt; Quelle: Fotolia.com/Kara
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Wie soll der Strommarkt gestaltet sein, damit dieser bei wachsenden Anteilen von Wind- und Sonnenstrom eine zuverlässige, möglichst kosteneffiziente und umweltverträgliche Stromversorgung sicherstellt? Um diese Frage mit den relevanten Akteuren zu diskutieren, hat das Bundeswirtschaftsministerium ein Dialogforum gegründet: Die Plattform Strommarkt. Diese führt das Kraftwerksforum des Bundeswirtschaftsministeriums und die Plattform Erneuerbare Energien des Bundesumweltministeriums zusammen (siehe Abschlussbericht des Kraftwerkforums vom Mai 2013 (PDF: 227 KB) und Abschlussbericht der AG 3 der Plattform Erneuerbare Energien (PDF: 340 KB) sowie Anhang zum Abschlussbericht (PDF: 171 KB))

Die Plattform Strommarkt ist untergliedert in vier themenspezifische Arbeitsgemeinschaften.

Plenum

An dem Plenum der Plattform Strommarkt nehmen Vertreter von Behörden, Verbänden, Nicht-Regierungs-Organisationen sowie wissenschaftlichen Einrichtungen teil. Es tagt in regelmäßigen Abständen. Im Plenum werden vor allen Dingen Themen diskutiert, die für alle Arbeitsgruppen relevant sind.

Die Struktur der Plattform Strommarkt; Quelle: BMWi
Die Struktur der Plattform Strommarkt
© BMWi

AG 1 "Versorgungssicherheit und Marktdesign"

Wie kann der hohe Grad an Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa auch in Zukunft gewahrt werden? Und wie muss das Marktdesign weiterentwickelt werden, damit die Stromversorgung auch in Zukunft sicher, sauber und wirtschaftlich bleibt? Diesen und anderen verwandten Fragen geht die AG 1 nach. In einem ersten Schritt werden die Definition von Versorgungssicherheit und Methoden zu ihrer Messung erörtert, um eine gemeinsame Ausgangsbasis zur weiteren Diskussion des Marktdesigns zu schaffen. In einem zweiten Schritt analysiert die AG 1 die Fähigkeit des Marktdesigns, auch in Zukunft bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien für eine sichere, saubere und wirtschaftliche Stromversorgung zu sorgen und untersucht Verbesserungsmöglichkeiten.

AG 2 "Flexibilität"

Zukünftig werden erneuerbare Energien - insbesondere die Windenergie und die Photovoltaik - die Stromversorgung entscheidend prägen. Dadurch werden sich Zeiten mit großem und Zeiten mit geringem Stromangebot aus erneuerbaren Energien abwechseln. Entsprechend muss das Stromsystem diese Fluktuation schnell und flexibel ausgleichen. Die AG 2 wird sich mit dem Thema Flexibilität sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite befassen. Neben technischen, wirtschaftlichen und regulativen Aspekten der Flexibilisierung des konventionellen Kraftwerksparks steht die Frage des Lastmanagement im Fokus. Dabei wird die AG 2 Möglichkeiten der Flexibilisierung und Potenziale des Abbaus von Flexibilitätshemmnissen sowie eine Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens untersuchen und mit den Akteuren diskutieren.

AG 3 "Weiterentwicklung EE-Förderung"

Im Mittelpunkt der Arbeit der AG 3 steht der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien. Die AG 3 wird sich mit den Auswirkungen der EEG-Novelle 2014 beschäftigen und vor allem mit dem neuen Förderinstrument der Ausschreibung. Hierunter fällt die Umsetzung der Pilotausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen, aber auch die Weiterentwicklung des Ausschreibungsinstruments für andere erneuerbare Technologien. Im Rahmen einer Unterarbeitsgruppe Akteursvielfalt/Bürgerenergie sollen die Auswirkungen der Umstellung der Förderung auf Ausschreibungen auf die Akteursvielfalt und die Bürgerenergie eingehend diskutiert werden. Die Ergebnisse der Unterarbeitsgruppe sollen dann in die Arbeit der AG3 mit einfließen.

AG 4 "Europäische Strommarktintegration"

Die AG 4 wird die Diskussion zu europäischen Stromthemen zusammenführen und vertiefen. Dies umfasst u. a. die Weiterentwicklung der europäischen Strommärkte, die aktuellen Bestrebungen, ein gemeinsames Verständnis von Versorgungssicherheit zu erreichen, eine verbesserte Integration der erneuerbaren Energien und regionale Kooperation beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Je nach Thema bietet die AG 4 ein Diskussionsforum für den Austausch mit anderen Mitgliedstaaten, der Europäischen Kommission, der Wirtschaft und der Wissenschaft.

Gutachten

In der Plattform Strommarkt organisiert das BMWi - entsprechend seiner "10-Punkte-Energie-Agenda" vom Frühjahr - einen ergebnisoffenen Diskussionsprozess. In diesem Rahmen werden Vorarbeiten für die Entwicklung eines langfristig tragfähigen Strommarktdesigns geleistet, damit sie über einen Grünbuch- und Weißbuchprozess zu gesetzlichen Maßnahmen führen können. Dies leistet einen Beitrag zur Transparenz des Prozesses.

Die Gutachten der Beratungsunternehmen Frontier Economics/Consentec/FORMAET einerseits und R2B Energy Consulting andererseits, die im September 2013 von der damaligen Bundesregierung in Auftrag gegeben wurden, kommen zu folgendem Ergebnis: Der Strommarkt ist funktionsfähig und kann Versorgungssicherheit gewährleisten. Voraussetzung dafür sind Anpassungen innerhalb des heutigen Marktrahmens und eine europäische Harmonisierung von Stromgroßhandelsregeln. Nach Einschätzung der Gutachter sei ein optimierter Stromgroßhandelsmarkt - ggf. ergänzt durch eine Reservelösung - den derzeit diskutierten Kapazitätsmärkten überlegen.

weitere Informationen zum Thema

Hinweis

Die im Rahmen der Plattform Strommarkt veröffentlichten Unterlagen sind nicht notwendigerweise und in jedem Fall identisch mit der Position des Bundeswirtschaftsministeriums oder der Bundesregierung.

Sitzung der AG 2 am 19. August 2014