Moderne Kraftwerkstechnologien

Siemens Gasturbine
© Siemens-Pressebild

Moderne Kraftwerke mit hohen Umweltstandards sind ein Garant für eine zuverlässige Versorgung unserer Volkswirtschaft mit Energie. Auf dem langen Weg des Umbaus unserer Energieversorgung zu immer höheren Anteilen erneuerbarer Energien werden konventionelle Kraftwerke weiterhin einen wichtigen Beitrag leisten.

Kraft-Wärme-Kopplung

Eine wichtige Grundlage dafür bildet die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die KWK ist eine CO2-arme Kraftwerkstechnologie, die die gleichzeitige Strom- und Wärmeerzeugung ermöglicht. Die bei der Herstellung von Strom entstehende Wärme wird als Wärmeenergie für öffentliche und private Verbraucher genutzt. Der eingesetzte Brennstoff wird damit deutlich effizienter und sparsamer verwendet.

Grundlage der Förderung von Kraftwerken mit KWK-Technologie ist seit dem Jahr 2002 insbesondere das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG). Es regelt eine umlagefinanzierte Förderung für die gemeinsame und besonders effiziente Erzeugung von Strom und Wärme. Nach dem KWKG erhalten Betreiber geförderter Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zeitlich befristete Zuschlagszahlungen.

Damit setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Anreize für Investitionen in hocheffiziente und CO2-arme KWK-Anlagen, um den Anteil der Stromerzeugung aus KWK zu erhöhen.

Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG)

Um sicherzustellen, dass die hoch effiziente und klimafreundliche KWK auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der weiteren Umsetzung der Energiewende in Deutschland spielt, hatte das BMWi eine Novelle des KWK-Gesetzes vorgelegt. Die Novelle des KWKG (PDF: 309 KB) wurde sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat im Dezember 2015 verabschiedet und ist am 1. Januar 2016 in Kraft getreten. Im nächsten Schritt muss geprüft werden, ob die Gesetzesvorhaben mit dem europäischen Beihilferecht vereinbar sind. Nach intensiven Gesprächen mit der EU-Kommission soll die Prüfung nun auch in den förmlichen Entscheidungsverfahren so schnell wie möglich abgeschlossen werden.

Mit der Novelle des KWKG werden insbesondere die folgenden Ziele verfolgt:

  • Erreichen der Klimaziele: Hierfür wird gezielt die besonders CO2-arme Erzeugung durch Gas-KWK unterstützt. KWK-Anlagen sollen auf diese Weise Emissionsminderungen von vier Millionen Tonnen CO2 erbringen und damit einen wichtigen Beitrag zum Erreichen des 40%-Einsparziels bis 2020 leisten.
  • Flexibilität: Durch eine Verbesserung der Förderung für Wärmespeicher, die Fokussierung der Förderung auf den in das öffentliche Netz eingespeisten KWK-Strom, die Einführung einer verpflichtenden Direktvermarktung und weitere Maßnahmen können KWK flexibler auf die fluktuierende Einspeisung von erneuerbaren Energien reagieren.
  • Planungssicherheit erhöhen: Der Förderrahmen für KWK wird bis 2022 verlängert, das Ausbauziel wird präzisiert und längerfristig gefasst (110 TWh KWK-Strom in 2020 und 120 TWh KWK-Strom in 2025).

Hierfür wird das Fördervolumen auf 1,5 Mrd. Euro pro Jahr verdoppelt.

Die Novelle basiert insbesondere auf den Ergebnissen der Evaluation des KWKG, die im Oktober 2014 vorgelegt wurde. Die Studie im Auftrag des BMWi, die auch mit der Branche konsultiert wurde, untersucht die Rolle von KWK im künftigen Wärme- und Strommarkt und stellt eine Kosten-Nutzen-Analyse von KWK im Vergleich zu anderen Technologien vor. Das Gutachten steht hier zum Download zur Verfügung.

Länder- und Verbändeanhörung zu neuem KWKG-Entwurf eingeleitet

Am 26. September 2016 hat das BMWi den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des KWKG und der Bestimmungen zur Eigenversorgung im EEG 2017 (PDF: 658 KB) vorgelegt.

Mit dem Entwurf soll insbesondere die zwischenzeitlich erzielte Verständigung mit der EU-Kommission zu den beihilferechtlichen Belangen des KWKG und des EEG 2017 umgesetzt werden. Das betrifft vor allem die folgenden Aspekte:

  • die Einführung von Ausschreibungen für die Förderung von KWK-Anlagen im Segment 1 bis 50 Megawatt und für die Förderung von innovativen KWK-Systemen,
  • die Entlastung der stromkostenintensiven Unternehmen bei der KWKG-Umlage (Übertragung der Besonderen Ausgleichsregelung des EEG 2017 auf das KWKG) und
  • die Neufassung der Bestimmungen zur Eigenversorgung im EEG 2017, um den bisherigen Bestandsschutz fortzuschreiben.

Länder und Verbände haben nun die Möglichkeit, bis zum 4. Oktober 2016 per E-Mail an buero-iiib2@bmwi.bund.de zum Entwurf Stellung zu nehmen. Darüber hinaus findet am 4. Oktober 2016 im Bundeswirtschaftsministerium eine Anhörung statt, bei der Stellungnahmen mündlich vorgetragen werden können (Anmeldung per E-Mail bis 30. September 2016, 10:00 Uhr). Im Interesse der Transparenz werden alle eingehenden Stellungnahmen anschließend auf der Homepage des BMWi veröffentlicht, sofern nicht in der Übersendungs-E-Mail ausdrücklich um vertrauliche Behandlung gebeten wird.

Änderung der KWKG-Gebührenverordnung

Die Verordnung regelt Anpassungen der bestehenden KWKG-Gebührenverordnung, die erforderlich wurden, weil mit der Novellierung des KWKG die Fördersätze angehoben und dem BAFA neue Aufgaben übertragen wurden. Mit dem Entwurf einer Änderung der Gebührenverordnung werden die entsprechenden Gebührentatbestände vor dem Hintergrund der erhöhten Förderung sowie der neuen Fördertatbestände angepasst bzw. neu in die Gebührenverordnung aufgenommen. Die Systematik der bestehenden Gebührenerhebung für die Zulassung von KWK-Anlagen bleibt grundsätzlich unverändert.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte die Länder- und Verbändeanhörung zum Entwurf der Verordnung (PDF: 71 KB) mit Frist zum 6. September 2016 durchgeführt. Die eingegangenen Stellungnahmen sind hier abrufbar.

Mit dem Entwurf einer Änderung der Gebührenverordnung werden die entsprechenden Gebührentatbestände vor dem Hintergrund der erhöhten Förderung sowie der neuen Fördertatbestände angepasst bzw. neu in die Gebührenverordnung aufgenommen. Die Systematik der bestehenden Gebührenerhebung für die Zulassung von KWK-Anlagen bleibt grundsätzlich unverändert.

Stellungnahmen konnten bis zum 6. September 2016 an das Bundeswirtschaftsministerium gerichtet werden.

Flexibilität und Effizienzsteigerung als Maßstab

Durch den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie bis Ende 2022, den zunehmenden Ausbau und die vorrangige Einspeisung erneuerbarer Energien sowie deren Systemintegration muss der Kraftwerkspark deutlich flexibler werden. Bei einem Ersatz von Altanlagen oder einer Optimierung bestehender Kraftwerksanlagen wird der Schwerpunkt bei der Effizienzsteigerung liegen, um weiteres Potenzial zur Reduzierung von CO2-Emissionen zu heben.

Im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungs-Initiative COORETEC (= CO2-Reduktions-Technologien) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung sind für den Förderbereich "Kraftwerkstechnik und CCS-Technologien" die strategischen Schwerpunkte gesetzt. Weiterführende Informationen zu Carbon Capture and Storage (CCS) finden Sie hier.

CO2-Reduzierung von Kohlekraftwerken durch Wirkungsgradsteigerung; Quelle: VGB Powertech
CO2-Reduzierung von Kohlekraftwerken durch Wirkungsgradsteigerung
© VGB Powertech

Die Wirkungsgrade konventioneller Kraftwerke haben sich deutlich verbessert (siehe Infografik "CO2-Reduzierung von Kohlekraftwerken durch Wirkungsgradsteigerung", PDF 2,5 MB). Modernste Braunkohlen- und Steinkohlenkraftwerke erreichen heute bereits Wirkungsgrade von ca. 43 bzw. 46 Prozent und modernste Gas- und Dampf-Kraftwerke (GuD-Kraftwerke) sogar von über 60 Prozent (Stand der Technik). Bei entsprechendem Bedarf an Wärme können die eingesetzten Brennstoffe mittels Kraft-Wärme-Kopplung noch effektiver für die gleichzeitige Strom- und Wärmeproduktion genutzt werden.