Intelligente Netze

Die volatile Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfordert es, Netze, Erzeugung und Verbrauch effizient und intelligent miteinander zu verknüpfen. Es besteht die Notwendigkeit einer bedarfs- und verbrauchsorientierten Verknüpfung von Erzeugung und Nachfrage.

Strommasten zum Thema intelligente Netze; Quelle: BMWi/Holger Vonderlind
© BMWi/Holger Vonderlind

Informations- und Kommunikationstechnologien werden bei der Verknüpfung der Komponenten der Energiesysteme eine zentrale Rolle spielen. Mit ihrer Hilfe soll eine Überwachung und Optimierung der miteinander verbundenen Bestandteile ermöglicht werden. Ziel ist die Sicherstellung der Energieversorgung auf Basis eines effizienten und zuverlässigen Systembetriebs.

Intelligente Netze ("Smart Grids")

Der Begriff "intelligentes Stromnetz" (engl. "smart grid") beschreibt die kommunikative Anbindung der Akteure des Energiesystems von der Erzeugung über den Transport, die Speicherung und die Verteilung bis hin zum Verbrauch an das Energieversorgungsnetz. Grundgedanke ist, jedes Gerät, das an das Stromnetz angeschlossen ist, im Sinne von "Plug & Play" in das System aufzunehmen. So entsteht ein integriertes Daten- und Energienetz mit völlig neuen Strukturen und Funktionalitäten. An die Stelle der bekannten Stromzähler können schon bald moderne intelligente Messsysteme ("Smart Meter") treten. Als wertvolle Helfer im "Smart Grid" messen sie nicht mehr nur den Stromverbrauch oder die eingespeiste Strommenge, um Abrechnungen erstellen zu können, sondern protokollieren auch Spannungsausfälle und versorgen die Netzbetreiber mit wichtigen Informationen, damit diese zeitgenau Erzeugung, Netzbelastung und Verbrauch weitgehend automatisiert aufeinander abstimmen können. Selbst die intelligente Steuerung von Verbrauchs- und Speicheranlagen im Haushaltsbereich wird durch intelligente Messsysteme möglich. Dem Verbraucher können sie sein eigenes Verbrauchsverhalten veranschaulichen und helfen, Stromkosten zu sparen. Ferner können intelligente Messsysteme auch die Tür zu variablen, "maßgeschneiderten" Tarifen öffnen. Dies alles kann zukünftig dazu beitragen, den Bedarf an teurem Strom in Spitzenlastzeiten zu verringern, die Netze zu entlasten bzw. besser auszulasten und die Versorgungssicherheit zu erhalten.

In Deutschland wurden die ersten Smart-Grids-Aktivitäten unter dem Dach der Förderinitiative der Bundesregierung "E-Energy - IKT-basiertes Energiesystem der Zukunft" gebündelt.

E-Energy wurde zum Leuchtturm-Projekt der Bundesregierung erklärt und förderte bis 2013 mit einem Gesamtvolumen von etwa 140 Mio. Euro sechs Pilotprojekte, in deren Rahmen der Nutzen des Einsatzes der Informationstechnologien im Energiebereich erforscht und erprobt wurde. Daneben wurden Querschnittsthemen wie z. B. rechtliche Rahmenbedingungen (etwa Datenschutz) oder Standardisierung projektübergreifend untersucht. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie steuerte 40 Mio. Euro an Fördermitteln bei.

Förderprogramm SINTEG gestartet

Mit dem Förderprogramm "Schaufenster intelligente Energie - Digitale Agenda für die Energiewende" (SINTEG) werden in fünf Modellregionen neue Ansätze für einen sicheren Netzbetrieb bei hohen Anteilen fluktuierender Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie entwickelt und erprobt.

Ziel des Förderprogramms sind Musterlösungen für eine klimafreundliche, sichere und effiziente Energieversorgung bei hohen Anteilen erneuerbarer Energien. Im Zentrum stehen dabei die intelligente Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch durch den Einsatz innovativer Netztechnologien und -betriebskonzepte.
Weitere Informationen zu SINTEG finden Sie hier.

Energie

Video

Gabriel zu den energiepolitischen Beschlüssen des Bundeskabinetts - Fundament für Strommarkt der Zukunft steht. Bundesminister Gabriel am 04.11.2015

Zur vergrößerten Ansicht