Kernenergie und Uran

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Kernenergienutzung in Deutschland

Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft weitestgehend aus erneuerbaren Quellen zu decken. In Deutschland sind derzeit noch acht Kernkraftwerke (KKW) mit einer elektrischen Leistung von ca. 11.000 MW in Betrieb. Diese werden gestuft bis Ende 2022 abgeschaltet.

Finanzierung des Kernenergieausstiegs

Am 19. Oktober 2016 hat das Bundeskabinett den Entwurf des Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung der kerntechnischen Entsorgung (PDF: 96 KB) verabschiedet. Das Gesetzesvorhaben gewährleistet die langfristige Finanzierung für Stilllegung, Rückbau und Entsorgung langfristig. Weitere Informationen finden Sie hier.

Hintergrund des Kernenergieausstiegs

Im Herbst 2010 hat die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept die Weichen für den Einstieg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien gestellt. Der Kernenergie wurde darin eine Brückenfunktion zugeschrieben, bis die erneuerbaren Energien zuverlässig und wirtschaftlich ihre Rolle übernehmen können und die dafür notwendigen Energieinfrastrukturen verfügbar sind.

Vor dem Hintergrund der Havarie des japanischen Kernkraftwerks Fukushima im März 2011 beschloss die Bundesregierung, die Energiewende zu beschleunigen und schrittweise bis Ende 2022 vollständig auf die Stromerzeugung in deutschen Kernkraftwerken zu verzichten.

Der Reaktorunfall machte es notwendig, die Restrisiken der Kernkraft gesellschaftlich neu zu bewerten. Die Reaktorsicherheitskommission leitete eine umfassende Analyse der Sicherheit der deutschen Kernkraftwerke ein. Die Bundesregierung berief zudem eine unabhängige Ethikkommission, die zu allen Fragen der zukünftigen Energieversorgung Stellung nahm. Die Ergebnisse der Arbeit dieser Kommissionen waren die Richtschnur bei den folgenden energiepolitischen Entscheidungen.

Kernkraftwerke in Deutschland

Seit 1962 wurden in Deutschland insgesamt 37 Kernkraftwerke (KKW) errichtet, die den kommerziellen Leistungsbetrieb aufgenommen haben. Einige davon waren nur kurz am Netz.

Im Zeitraum von 1962 bis zum Ende 1980 wurden 24 KKW in Betrieb genommen. Im gleichen Zeitraum endete bei 5 KKW die Erlaubnis zum Leistungsbetrieb.

Von 1981 bis einschließlich 2000 nahmen weitere 13 KKW den kommerziellen Leistungsbetrieb auf. In diesem Zeitraum wurden auch 13 KKW stillgelegt. Diese 13 stillgelegten KKW umfassen 6 KKW der ehemaligen DDR (1 Block in Rheinsberg und 5 Blöcke in Greifswald - erbaut von 1966 bis 1989), die 1990 stillgelegt wurden. Ende 2000 waren noch 19 KKW im kommerziellen Leistungsbetrieb.

Die Übersicht rechts zeigt die Kernkraftwerke, die von 2001 bis 2011 und darüber hinaus bis max. 2022 die Berechtigung zum kommerziellen Leistungsbetrieb verloren haben bzw. noch verlieren werden.

2015 ist das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz gegangen. Bis Ende 2017 werden das Kernkraftwerk Gundremmingen B, bis Ende 2019 das Kernkraftwerk Philippsburg 2 und bis Ende 2021 die Kernkraftwerke Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf vom Netz gehen. Die drei jüngsten Anlagen Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 werden spätestens mit Ablauf des Jahres 2022 abgeschaltet.

Weitere kerntechnische Anwendungen

Neben der kommerziellen Stromerzeugung aus Kernenergie wird in Deutschland Kerntechnik in vielfältigen Verfahren der Medizin, der Industrie sowie der Forschung angewendet. Diese Nutzung als Hochtechnologie wird in Deutschland auch über 2022 hinaus gebraucht. Die hierfür erforderlichen Vorsorgemaßnahmen - wie kerntechnische Sicherheit und Strahlenschutz - sind daher weiterhin zu gewährleisten.

Kerntechnische Industrie

In Deutschland sind eine ganze Reihe verschiedener Unternehmen der kerntechnischen Industrie ansässig: Uranversorgungsunternehmen, Unternehmen auf dem Gebiet der Urananreicherung und der Brennelementherstellung, Planer und Errichter kerntechnischer Anlagen sowie Unternehmen, die sich mit dem Transport von Kernbrennstoffen, der Behandlung und Lagerung radioaktiver Abfälle und mit Stilllegung und Sanierung von KKW befassen, einschließlich ihrer Zulieferer und Dienstleistungsunternehmen. Viele dieser Firmen sind auch im Export tätig.

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