Erneuerbare Energien auf einen Blick

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine zentrale Säule der Energiewende. Unsere Stromversorgung soll klimaverträglicher werden - und uns gleichzeitig unabhängiger von knapper werdenden, fossilen Brennstoffen machen.

Windränder und Solaranlagen zum Thema Erneuerbare Energien
© Pedro Castellano/Getty Images

Die Energieversorgung in Deutschland wird von Jahr zu Jahr "grüner", der Beitrag der erneuerbaren Energien wächst beständig. Im Jahr 2015 trugen die erneuerbaren Energien bereits rund 30 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei (siehe Infografik). Im Jahr 2014 waren es noch ca. 26 Prozent.








Bruttostromerzeugung in Deutschland 2015 in TWh*

Infografik: * vorläufig ** regenerativer Anteil, Quelle: AG Energiebilanzen, Stand: August 2016

*vorläufige Zahlen, z.T. geschätzt ** regenerativer Anteil; Quelle: AG Energiebilanzen, Stand: August 2016 (PDF: 83 KB)

Die wachsende Bedeutung von erneuerbaren Energien im Strombereich ist wesentlich auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zurückzuführen. Seit der Einführung des EEG stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch von rd. sechs (6,2) Prozent im Jahr 2000 auf 31,6 Prozent nach vorläufigen Angaben im Jahr 2015. Bis zum Jahr 2025 sollen 40 bis 45 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien produziert werden, bis zum Jahr 2035 sollen es 55 bis 60 Prozent sein.

Die Energieträger der Energiewende

Wind- und Sonnenenergie sind die wichtigsten erneuerbaren Energieträger bei der Energiewende. Daneben leisten v. a. Biomasse und Wasserkraft, aber auch Geothermie einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung. Windenergie spielt eine tragende Rolle beim Ausbau der erneuerbaren Energien hin zu einer wirtschaftlich tragfähigen und klimaverträglichen Energieversorgung bei angemessenen Preisen und hohem Wohlstandsniveau. Die Nutzung der Windenergie hat mittlerweile einen Anteil von fast 15 Prozent an der deutschen Stromversorgung. Neben dem weiteren Ausbau an geeigneten Landstandorten und dem Ersatz alter, kleinerer Anlagen durch moderne und leistungsstärkere Anlagen - dem sogenannten Repowering - kommt dem Ausbau der Windenergie auf See - der sogenannten Offshore-Windenergie - eine wachsende Bedeutung zu. Ende 2015 waren in Deutschland rund 3.280 Megawatt (MW) Offshore-Windleistung am Netz. Bis zum Jahr 2030 soll nach den Plänen der Bundesregierung eine Leistung von 15.000 MW am Netz sein.

Sonnenergie lässt sich vielfältig direkt nutzen. In Photovoltaikanlagen wandeln Solarzellen die Strahlungsenergie direkt in Strom, solarthermische Kraftwerke erzeugen Solarstrom und Sonnenkollektoren nutzen die Sonnenstrahlung für die Umwandlung von Nutzwärme. Mehr als 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen stellen mit insgesamt annähernd 40 Gigawatt, Ende 2015 den zweitgrößten Anteil der Stromerzeugungssysteme an der installierten Leistung in Deutschland, gefolgt von ca. 26.000 Windenergieanlagen (45 GW).

Biomasse wird in fester, flüssiger und gasförmiger Form zur Strom- und Wärmeerzeugung und zur Herstellung von Biokraftstoffen genutzt. Knapp 60 Prozent der gesamten Endenergie aus erneuerbaren Energiequellen wurde 2015 durch die verschiedenen energetisch genutzten Biomassen bereitgestellt.

Förderung der erneuerbaren Energien

Bis zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die zum 1. August 2014 in Kraft getreten ist, konnten Betreiber von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, von den Übertragungsnetzbetreibern für einen Zeitraum von in der Regel 20 Jahren eine feste Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde erhalten. Derweil müssen die Betreiber neuer Windkraft-, Solar-, Biomasse- und anderer Anlagen ihren Strom selbst am Markt verkaufen und erhalten dafür von den Netzbetreibern eine so genannte gleitende Marktprämie. Die Marktprämie gleicht die Differenz zwischen der festen Einspeisevergütung und dem durchschnittlichen Börsenstrompreis aus. Für ältere Anlagen und kleine Neuanlagen ist die Marktprämie optional. Sie können stattdessen auch weiterhin eine feste Vergütung beanspruchen.

Zukünftig wird die Förderung der erneuerbaren Energien im Strombereich weitgehend wettbewerblich ermittelt. Mit dem EEG 2017 endet die Phase der Technologieförderung mit politisch festgesetzten Preisen. Die Höhe der erforderlichen Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energien wird über Auktionen ermittelt. Der weitere Ausbau erfolgt damit zu wettbewerblichen Preisen. Ausgeschrieben wird die Vergütungshöhe für Windenergie, an Land und auf See, Photovoltaik und Biomasse. Ausgenommen sind kleine Anlagen.

Bei der Umstellung auf Wettbewerb wird sichergestellt, dass die Akteursvielfalt - ein Markenzeichen der deutschen Energiewende - erhalten bleibt.

Die EEG-Umlage finanziert die Förderung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen in Deutschland. Der jährliche Gesamtbetrag errechnet sich aus der Differenz zwischen den Ausgaben für Vergütungs- und Prämienzahlungen und den Einnahmen aus Vermarktungserlösen der Netzbetreiber, den sogenannten EEG-Differenzkosten. Dieser Betrag wird dann auf die Stromkunden als Verbrauchsabgabe umgelegt und mit der Stromrechnung automatisch bezahlt.

Im Jahr 2017 beträgt die EEG-Umlage 6,88 Cent/kWh und steigt damit gegenüber dem Vorjahr um etwa einen halben Cent. Für den Stromkunden relevant ist jedoch nicht die EEG-Umlage alleine, sondern die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage. Diese Summe sinkt ein viertes Jahr in Folge: Im Jahr 2013 erreichte sie mit 10,55 ct/kWh ihren Höchststand. Sie ist seitdem jedes Jahr gesunken und wird im Jahr 2017 bei 9,56 ct/kWh, also voraussichtlich um etwa 1 ct/kWh niedriger liegen (siehe Grafik). Damit gleicht der gefallene Börsenstrompreis die gestiegene EEG-Umlage aus. Die Kostendynamik der früheren Jahre konnte somit in dieser Legislaturperiode durchbrochen werden.

Weitere Informationen zur EEG-Umlage 2017 finden Sie in unserem Info-Blatt (PDF: 172 KB).

Die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage sinkt seit 2013
© BMWi; Datenbasis: eigene Berechnungen auf Basis von www.netztransparenz.de und European Energy Exchange

Erneuerbare Energien im Wärme- und Verkehrssektor

Nicht nur die Stromerzeugung soll immer mehr auf erneuerbaren Energien basieren. Auch in den Bereichen Wärme und Verkehr soll zunehmend mit erneuerbaren Energien produziert werden. Im Wärmemarkt wird der Einsatz erneuerbarer Energien durch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) geregelt. Es sieht vor, dass Bauherren bei Neubauten Wärme anteilig aus erneuerbaren Energien gewinnen, bestimmte Ersatzmaßnahmen wie beispielsweise zusätzliche Dämmmaßnahmen durchführen oder Kraft-Wärme-Kopplung bzw. Fernwärme nutzen.

Ergänzend zum EEWärmeG fördert die Bundesregierung mit Hilfe des Marktanreizprogramms (MAP) den Einsatz erneuerbarer Energien, um deren Anteil an der Wärmeversorgung zu erhöhen. Hauptsächlich für den Gebäudebestand wird der Einsatz von Erneuerbare-Technologien im Wärmemarkt gefördert - beispielsweise Solarthermie-Anlagen, Holzpellet-Heizungen und effiziente Wärmepumpen.

Im Verkehrssektor leisten vor allem Biokraftstoffe wie Bioethanol, Biodiesel oder Biogas seit einigen Jahren einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energieversorgung. Im Jahr 2015 stellten die erneuerbaren Energien 5,3 Prozent des Kraftstoffverbrauchs in Deutschland. Gemeint sind damit zur Zeit fast ausschließlich Biokraftstoffe für Autos, Lastwagen, Züge, Schiffe und Flugzeuge. Aber erneuerbare Energien werden auch Schritt für Schritt wichtiger, um mehr Elektroautos anzutreiben. Die Elektromobilität steht für CO2 armes Fahren und verbindet die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind mit dem Verkehrssektor.

Ausführliche Informationen finden Sie auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien".

weitere Informationen zum Thema

Energie

Informationsportal Erneuerbare Energien

Video

direkt nachgefragt: Herr Baake, war 2015 ein gutes Jahr für die Energiewende?

Zur vergrößerten Ansicht

Video

Informationsfilm zum Herkunftsnachweisregister

Zur vergrößerten Ansicht

Infografik


Wie verteilen sich die Windkraftkapazitäten in Deutschland?