Erneuerbare Energien auf einen Blick

Die Energieversorgung in Deutschland wird von Jahr zu Jahr "grüner", der Beitrag der erneuerbaren Energien wächst beständig. Im Jahr 2015 trugen die erneuerbaren Energien bereits 30 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei. Im Jahr 2014 waren es 25,8 Prozent.

Windränder und Solaranlagen zum Thema Erneuerbare Energien
© Pedro Castellano/Getty Images

Die wachsende Bedeutung von erneuerbaren Energien im Strombereich ist wesentlich auf das seit dem 1. April 2000 geltende Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und seiner Novellierung im Jahr 2014 zurückzuführen.

Seit der Einführung des EEG stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch von sechs Prozent im Jahr 2000 auf 32,6 Prozent nach vorläufigen Angaben im Jahr 2015. Das Potenzial Deutschlands zur Steigerung des Stromverbrauchs aus Solar- und Windenergie sowie zum erheblichen Ausbau aus erneuerbaren Energien wollen wir weiter nutzen. Bis zum Jahr 2025 sollen 40 bis 45 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien produziert werden, bis zum Jahr 2035 sollen es 55 bis 60 Prozent sein.

Bruttostromerzeugung in Deutschland 2015 in TWh*

Infografik: * vorläufig ** regenerativer Anteil, Quelle: AG Energiebilanzen, Stand: Dezember 2015

*vorläufige Zahlen, ** regenerativer Anteil; Quelle: AG Energiebilanzen, Stand: Dezember 2015 (PDF: 306 KB)

Sonne, Wind & Co.

Sonnen- und Windenergie sind die wichtigsten erneuerbaren Energieträger bei der Energiewende. Daneben leisten Biomasse, Wasserkraft und Geothermie einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung. Sonnenergie lässt sich vielfältig direkt nutzen. Solarzellen in Photovoltaikanlagen, solarthermische Kraftwerke und Sonnenkollektoren nutzen die Sonnenstrahlung ohne Umwege und wandeln die Strahlungsenergie in Strom oder Wärme um.

Windenergie hat mittlerweile einen Anteil von über neun Prozent an der deutschen Stromerzeugung. Die Nutzung des Windes als Energiequelle spielt daher eine tragende Rolle bei der Entwicklung der erneuerbaren Energien hin zu einer wirtschaftlich tragfähigen und klimaverträglichen Energieversorgung bei angemessenen Preisen und hohem Wohlstandsniveau. Neben dem weiteren Ausbau an geeigneten Landstandorten und dem Ersatz alter, kleinerer Anlagen durch moderne und leistungsstärkere Anlagen - dem sogenannten Repowering - kommt dem Ausbau der Windenergie auf See - der sogenannten Offshore-Windenergie - eine wachsende Bedeutung zu. Im Jahr 2014 wurden ca. 1400 Megawatt  neu errichtet, so dass die insgesamt in der deutschen Nord- und Ostsee errichtete Windenergieleistung Ende des Jahres bei 2.340 Megawatt lag. Die im Jahr 2014 errichteten Anlagen, sind im Jahr 2015 sukzessive am Netz angeschlossen worden.

Biomasse wird in fester, flüssiger und gasförmiger Form zur Strom- und Wärmeerzeugung und zur Herstellung von Biokraftstoffen genutzt. Knapp zwei Drittel der gesamten Endenergie aus erneuerbaren Energiequellen wurde 2014 durch die verschiedenen energetisch genutzten Biomassen bereitgestellt.

Förderung der erneuerbaren Energien

Bis zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die zum 1. August 2014 in Kraft getreten ist, konnten Betreiber von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, von den Übertragungsnetzbetreibern für einen Zeitraum von in der Regel 20 Jahren eine feste Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde erhalten. Derweil müssen die Betreiber neuer Windkraft-, Solar-, Biomasse- und anderer Anlagen ihren Strom selbst am Markt verkaufen und erhalten dafür von den Netzbetreibern eine so genannte gleitende Marktprämie. Die Marktprämie gleicht die Differenz zwischen der festen Einspeisevergütung und dem durchschnittlichen Börsenstrompreis aus. Für ältere Anlagen und kleine Neuanlagen ist die Marktprämie optional. Sie können stattdessen auch weiterhin eine feste Vergütung beanspruchen.

Die EEG-Umlage finanziert die Förderung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen in Deutschland. Der jährliche Gesamtbetrag errechnet sich aus der Differenz zwischen den Ausgaben für Vergütungs- und Prämienzahlungen und den Einnahmen aus Vermarktungserlösen der Netzbetreiber, denso genannten EEG-Differenzkosten. Dieser Betrag wird dann auf die Stromkunden als Verbrauchsabgabe umgelegt und mit der Stromrechnung automatisch bezahlt.

Mithilfe der EEG-Novelle 2014 konnte die EEG-Umlage stabilisiert werden. Sie beträgt 6,354 Cent/kWh im Jahr 2016.

EEG-Reform 2014: Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage
© BMWi; Datenbasis: eigene Berechnungen auf Basis von www.netztransparenz.de und European Energy Exchange (* durchschnittlicher Terminmarkt-Preis im jeweiligen Vorjahr)

Weitere Fakten und Hintergründe zur EEG-Umlage 2016 finden Sie in unserem Info-Blatt (PDF: 150 KB).

Durchschnittsstrompreisverordnung

Die beihilferechtliche Genehmigung der Besonderen Ausgleichsregelung sieht in Verbindung mit den Umweltschutz- und Energiebeihilfeleitlinien der Europäischen Kommission vor, dass in der Besonderen Ausgleichsregelung die Stromkostenintensität künftig nicht mehr anhand der tatsächlichen Stromkosten der Unternehmen, sondern anhand von Durchschnittsstrompreisen ermittelt wird.

Für die Umstellung auf Durchschnittsstrompreise hat die Europäische Kommission in ihrer Genehmigung der Besonderen Ausgleichsregelung eine Übergangszeit von zwei Jahren eingeräumt. Diese Übergangszeit läuft jetzt ab. Die beihilferechtlichen Vorgaben sollen daher nun durch die Durchschnittsstrompreisverordnung umgesetzt werden und zu einer objektiveren und transparenten Berechnung der Stromkostenintensivität führen. Auf die Höhe der EEG-Umlage wirkt sich dies nicht relevant aus.

Die Bundesländer und Verbände konnten bis zum 25. Januar 2016 ihre Stellungnahmen zum Referentenentwurf der Strompreisverordnung (PDF: 205 KB) abgeben. Die Stellungnahmen der Bundesländer und Verbände sind jeweils bei Einverständnis des Absenders hier abrufbar.

Das Kabinett hat am 17. Februar 2016 die Durchschnittsstrompreisverordnung (PDF: 199 KB) zur Kenntnis genommen. Die Verordnung ist am 24. Februar 2016 in Kraft getreten. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat am 29. Februar 2016 auf seiner Internetseite die für dieses Jahr geltenden durchschnittlichen Strompreise veröffentlicht, welche Sie hier (PDF: 133 KB) abrufen können. Damit besteht rechtzeitig vor dem diesjährigen Antragsverfahren Klarheit für die betroffenen Unternehmen, welche durchschnittlichen Strompreise bei der Ermittlung ihrer Stromkostenintensität für sie gelten.

Erneuerbare Energien im Wärme- und Verkehrssektor

Nicht nur die Stromerzeugung soll immer mehr auf erneuerbaren Energien basieren. Auch in den Bereichen Wärme und Verkehr soll zunehmend mit erneuerbaren Energien produziert werden. Im Wärmemarkt wird der Einsatz erneuerbarer Energien durch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) geregelt. Es sieht vor, dass Bauherren bei Neubauten Wärme anteilig aus erneuerbaren Energien gewinnen, bestimmte Ersatzmaßnahmen wie beispielsweise zusätzliche Dämmmaßnahmen durchführen oder Kraft-Wärme-Kopplung bzw. Fernwärme nutzen.

Ergänzend zum EEWärmeG fördert die Bundesregierung mit Hilfe des Marktanreizprogramms (MAP) den Einsatz erneuerbarer Energien, um deren Anteil an der Wärmeversorgung zu erhöhen. Hauptsächlich für den Gebäudebestand wird der Einsatz von Erneuerbare-Technologien im Wärmemarkt gefördert - beispielsweise Solarthermie-Anlagen, Holzpellet-Heizungen und effiziente Wärmepumpen.

Im Verkehrssektor leisten vor allem Biokraftstoffe wie Bioethanol, Biodiesel oder Biogas seit einigen Jahren einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energieversorgung. Im Jahr 2015 stellten die erneuerbaren Energien 5,3 Prozent des Kraftstoffverbrauchs in Deutschland. Gemeint sind damit zur Zeit fast ausschließlich Biokraftstoffe für Autos, Lastwagen, Züge, Schiffe und Flugzeuge. Aber erneuerbare Energien werden auch Schritt für Schritt wichtiger, um mehr Elektroautos anzutreiben. Die Elektromobilität steht für CO2 armes Fahren und verbindet die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind mit dem Verkehrssektor.

Ausführliche Informationen finden Sie auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien".

Energie

Informationsportal Erneuerbare Energien

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direkt nachgefragt: Herr Baake, war 2015 ein gutes Jahr für die Energiewende?

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Infografik


Wie verteilen sich die Windkraftkapazitäten in Deutschland?