Was betrifft Verbraucher?

Bürgerinnen und Bürger können durch eine Reihe von NAPE-Maßnahmen langfristig Geld sparen - sei es durch die Sanierung ihres Hauses, den Austausch ihrer alten Heizungsanlage oder den Kauf stromsparender Elektrogeräte. Welche konkreten neuen Angebote für Privathaushalte es gibt und wo Sie sich informieren und beraten lassen können, erfahren Sie hier.

Energieberatung stärken

In Deutschland gibt es rund 18 Millionen Wohngebäude mit 40 Millionen Wohneinheiten. Ein Großteil davon wurde vor 1979 gebaut - mit oft schlechter Energieeffizienz. Energieberatungen tragen maßgeblich dazu bei die vielfältigen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie hier Energie und Kosten gespart werden können, und um Investitionen in die Energieeffizienz von Gebäuden anzustoßen. Insbesondere private Haushalte und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) brauchen unabhängige und verlässliche Informationen, um den eigenen Energieverbrauch besser verstehen und einschätzen zu können.

Deshalb hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Förderung für die sogenannte "Vor-Ort-Beratung" zum 1. März 2015 verbessert und dabei die individuellen Bedürfnisse privater Eigentümer stärker berücksichtigt. Die erste wichtige Neuerung: Die Zuschüsse wurden erhöht. Nunmehr werden 60 Prozent der Beratungskosten gefördert (bisher 50 Prozent). Der Förderhöchstbetrag wurde von 400 für Ein- und Zweifamilienhäuser auf 800 Euro sowie für Gebäude ab drei Wohneinheiten sogar auf 1.100 Euro angehoben. Bei WEG erhalten Berater seit März 2015 für ihren Mehraufwand zusätzlich bis zu 500 Euro, denn der Energieberater muss seinen Bericht nicht nur dem Verwalter, sondern auch auf der Eigentümerversammlungen vorstellen und erläutern - und das oft mehrfach.

Die zweite wichtige Neuerung: Gebäudebesitzer können wählen, ob sie vom Berater ein Sanierungskonzept für ein KfW-Effizienzhaus erhalten möchten oder einen Fahrplan für eine umfassende, aber schrittweise Sanierung mit aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen oder Maßnahmenkombinationen.

Die Maßnahmen haben positiven Anklang gefunden. Die Nachfrage an einer Vor-Ort-Beratung ist gegenüber 2014 angestiegen.

Qualifizierte Energieberater in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Mit dem Sanierungskonfigurator können Haus- und Wohnungseigentümer Sanierungsmaßnahmen am eigenen Gebäude ausprobieren.

Weitere Informationen zu Beratungsangeboten finden Sie hier.

Marktanreizprogramm (MAP) weiterentwickeln und verstetigen

Im April 2015 ist die Novelle des Marktanreizprogramms (MAP) in Kraft getreten. Die Novelle des Marktanreizprogramms ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz. Mit innovativen Elementen, wie beispielsweise der Einführung einer ertragsabhängigen Förderung bei Solarthermie und anspruchsvollen Effizienzkriterien, setzt das MAP neue Maßstäbe für die Heizungsbranche. Mit einem Volumen von über 300 Mio. Euro pro Jahr ist das Marktanreizprogramm das zentrale Instrument zum Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmemarkt. Das MAP fördert insbesondere auch private Verbraucher, die mit dem Umbau ihrer Heizung einen Beitrag zur Energiewende leisten und zukünftig auf erneuerbare Energien setzen wollen. Dazu wird für die Errichtung von Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen und Wärmepumpen ein Investitionszuschuss gezahlt. Die Förderung unterstützt dabei primär die Errichtung von neuen Anlagen im Gebäudebestand. Im Neubau ist eine Förderung nur bei bestimmten innovativen Anlagentypen möglich.

Zusätzliche Informationen zum MAP finden Sie hier.

Darüber hinaus finden Sie weitergehende Informationen zur Antragstellung für die Förderung großer Anlagen und von Wärmenetzen bei der KfW unter www.kfw.de und über das KfW-Infocenter unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 539 9002.

Anreizprogramm Energieeffizienz

Am 1. Januar 2016 startete das Bundeswirtschaftsministerium das neue Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) mit den Förderkomponenten "Heizungs- und Lüftungspaket". Es dient als Alternative zur Maßnahme "Energetische Gebäudesanierung steuerlich fördern". Ziel ist es, mit dem APEE neue Innovations- und Investitionsimpulse für die Wärmewende zu setzen. Hierfür stehen im APEE insgesamt 165 Millionen Euro pro Jahr über 3 Jahre für Zinsverbilligungen und Zuschüsse zur Verfügung.

Mit dem Anreizprogramm Energieeffizienz wird die bestehende Förderlandschaft sinnvoll erweitert und verstärkt. Bauherren, die ihre Heizung austauschen möchten oder eine Lüftungsanlage einbauen wollen, können eine zusätzliche Förderung erhalten. Im Fokus steht erstmalig auch die Förderung von sog. effizienten Kombinationslösungen.

Mit dem Heizungspaket wird der Einbau besonders effizienter Heizungen samt Maßnahmen zur Optimierung des gesamten Heizsystems (inklusive Heizkörpern und Rohrleitungen) gefördert. Dadurch wird ein Umstieg zu effizienteren Gasheizungen oder erneuerbare Energien-Heizungen gefördert.
Durch die Förderung des Einbaus von Lüftungsanlagen in Kombination mit einer Sanierungsmaßnahme an der Gebäudehülle werden zusätzlich die richtigen Weichen zur Vermeidung von Bauschäden (u.a. Schimmelbefall) gestellt und das Raumklima verbessert.

Die Beantragung der Förderung für das Lüftungs- und Heizungspaket erfolgt bei Heizungssystemen, die fossile Energien nutzen, über die bewährte Antragstellung im Rahmen der KfW-Programme "Energieeffizient Sanieren" als Zuschuss oder Kredit. So wird beispielsweise der Zuschuss bei Inanspruchnahme des Heizungs- oder Lüftungspakets von 10 % auf 15 % der Investitionskosten aufgestockt. Mit der Förderung von Brennstoffzellenheizungen unter der Bezeichnung "Energieeffizient Bauen und Sanieren - Zuschuss Brennstoffzelle", die im August 2016 gestartet ist, werden die Förderprogramme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren (CO2-Gebäudesanierungsprogramm des Bundes) ergänzt.
Aufgrund der im Vergleich zu konventionellen Heizungsanlagen hohen Investitionskosten für Brennstoffzellen-Heizungen unterstützen wir den Markthochlauf.

Nähere Informationen zu den einzelnen Konditionen erhalten Sie unter www.kfw.de oder über das KfW-Infocenter unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/539 9002.

Die Beantragung der Förderung des Heizungspaketes bei Heizungssystemen auf Basis erneuerbarer Energien erfolgt im Rahmen der erprobten Antragsverfahren des Marktanreizprogramms zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP). Antragsteller können im Rahmen des Heizungspakets einen Zusatzbonus von 20 % des bisherigen MAP-Förderbetrags für den Heizungsaustausch und einen Zuschuss von 600 Euro für die Heizungsoptimierung erhalten. Die rechtlichen Grundlagen hierfür finden Sie in den "Richtlinie zur Förderung der beschleunigten Modernisierung von Heizungsanlagen bei Nutzung erneuerbarer Energien" (PDF: 369,1 KB). Nähere Informationen zu den einzelnen Konditionen erhalten Sie auch unter www.heizen-mit-erneuerbaren-energien.de oder über die BAFA-Hotline 06196 / 908-1625.

Zur Unterstützung der investiven Förderung wird das APEE durch eine umfassende Effizienzoffensive begleitet.

CO2-Gebäudesanierungsprogramm weiterentwickeln und aufstocken - (KfW-Förderprogramme energieeffizient Bauen und Sanieren)

Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm, aus dessen Mitteln die KfW-Programme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren finanziert werden, ist bereits heute ein großer Erfolg: Seit 2006 konnten damit über 4,3 Millionen Wohnungen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 252 Milliarden Euro energieeffizient saniert beziehungsweise neu gebaut werden. Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm trägt somit entscheidend dazu bei, Tausende von Gebäuden energieeffizienter zu machen - und zwar weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Um dies fortzusetzen wurden die Mittel für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm bis 2018 verstetigt und auf 2 Mrd. Euro aufgestockt.

Die Förderung erfolgt über Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen in Verbindung mit Tilgungszuschüssen. Dabei gilt: Je besser die Energieeffizienz, desto höher ist die Förderung.

  • Wohngebäude: Für den Neubau oder die energetische Sanierung von Wohngebäuden gibt es die Programme "Energieeffizient Bauen" beziehungsweise "Energieeffizient Sanieren" als Kredit- und Zuschussvariante. In beiden Programmen wurde der Kredithöchstbetrag für KfW-Effizienzhäuser von 75.000 Euro auf 100.000 Euro pro Wohneinheit erhöht. Zudem wurden im Programm "Energieeffizient Sanieren" die Tilgungs- und Investitionszuschüsse angehoben, gleichzeitig wurde erstmals ein Tilgungszuschuss für energetische Einzelmaßnahmen eingeführt. Im Programm "Energieeffizient Bauen" kam ab April 2016 mit dem KfW-Effizienzhaus 40 Plus ein neuer Förderstandard hinzu. Das KfW-Effizienzhaus 70 entfiel.
    Neben der Investition wird mit dem Programm "Energieeffizient Bauen und Sanieren - Zuschuss Baubegleitung" auch die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen sachverständigen bezuschusst. Dieses Programm wurde zuletzt auch auf die Förderung von energetischen Einzelmaßnahmen und den Neubau erweitert.
  • Gebäude kommunaler und sozialer Einrichtungen: Für die energetische Sanierung und den Neubau kommunaler und sozial genutzter Gebäude gibt es die Programme "IKK und IKU - Energetische Stadtsanierung - Energieeffizient Sanieren". Die Neubauförderung wurde dabei im Oktober 2015 eingeführt und ergänzt seitdem die schon etablierte Sanierungsförderung.
  • Gewerbegebäude: Seit Juli 2015 wird mit dem "KfW-Energieeffizienzprogramm - Energieeffizient Bauen und Sanieren" die energetische Sanierung und der Neubau gewerblicher Gebäude unterstützt.
    Die Förderung der gewerblichen Gebäude ist zudem sehr erfolgreich angelaufen. Seit Programmstart im Juli 2015 wurden mehr als 1300 zinsgünstige Darlehen zur energetischen Sanierung und dem energieeffizienten Neubau genehmigt, mit einem geförderten Investitionsvolumen von rund 2,9 Mrd. Euro. Die im CO2-Gebäudesanierungsprogramm aufgelegten Programme sind damit ein Zugpferd der Energiewende.

Energieeffizienzstrategie für Gebäude entwickelt

Die am 18. November 2015 von der Bundesregierung beschlossene Energieeffizienzstrategie Gebäude (ESG) ist das Strategiepapier für die Energiewende im Gebäudebereich. Sie zeigt auf, wie wir durch eine sinnvolle Kombination aus Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien das Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestandes im Jahr 2050 erreichen können. Dabei gilt Efficiency First: die Steigerung der Energieeffizienz hat Priorität, der verbleibende Energiebedarf ist so weit wie möglich durch den Einsatz erneuerbarer Energien zu decken. Neben den technischen und energetischen Aspekten werden in der ESG auch erste Ansätze ökonomischer und perspektivisch gesellschaftspolitischer Belange des Gebäudebereichs behandelt. Darüber hinaus werden die übergreifenden energiepolitischen Aspekte, etwa Fragen der Interaktion von Strom-Wärme perspektivisch adressiert.

Wichtige Elemente der Energieeffizienzstrategie Gebäude sind die Weiterentwicklung bereits bestehender Maßnahmen und die gezielte Einführung neuer Instrumente, um die Investitionsbereitschaft der Gebäudeeigentümer in energetische Gebäudesanierungen zu erhöhen.

Sparsame Elektrogeräte besser kennzeichnen (EU-Energieeffizienzkennzeichnung)

Das neue EU-Energielabel erleichtert den Verbrauchern den Kauf effizienter Geräte. Jeder, der in letzter Zeit in einem Elektromarkt war, kennt sie: Die Energieeffizienzkennzeichnung für Kühlschränke, Fernseher und andere Elektrogeräte. Sie zeigt mithilfe farbiger Effizienzklassen von A bis G, wie sparsam ein Gerät Energie verbraucht. Mittlerweile gibt es jedoch Produktklassen, in denen Geräte die Effizienzklasse A+++ erreichen. Eine weitere Verbesserung ist mit dieser Kennzeichnung nicht mehr sinnvoll darzustellen.

Die Mitgliedstaaten der EU haben im November 2015 beschlossen, dass sie  zum wirksamen A bis G-Label zurückkehren möchten und die oft schlecht verständlichen A+ bis A+++-Klassen abgeschafft werden sollen. Die Bundesregierung hat sich für diese Verbesserung kontinuierlich eingesetzt, damit Verbraucher wieder zwischen Geräten unterscheiden können und die Wahl besonders effizienter Geräte erleichtert wird. Damit das Label auch künftig wirksam sein kann, sollen die obersten Klassen, also in der Regel A und bei sich dynamisch entwickelnden Produktgruppen A und B, zunächst freigelassen werden, um auch künftige Effizienzverbesserungen erfassen zu können.

Darüber hinaus hat die Kommission - wie von der Bundesregierung gefordert - die Einrichtung einer Produktdatenbank vorgeschlagen. Damit soll den Verbrauchern ein besserer Überblick über die auf den Markt befindlichen Geräten verschafft und Produktprüfungen über die Marktüberwachungsbehörden erleichtert werden.

Das Europäische Parlament unterstützt die wesentlichen Reformanliegen der Kommission und des Rates zum EU-Energielabel. Die Bundesregierung hofft, dass bei den nun laufenden Trilogverhandlungen die jeweils anspruchsvollen Vorschläge von Rat und Europäischen Parlament Bestand haben und die neue EU-Verordnung zum Label im Herbst 2016 verabschiedet wird.
Broschüre der dena: Das EU-Energielabel - Entscheidungshilfe für Verbraucher

Über energieeffiziente Produkte informieren: "Nationale Top-Runner-Initiative"

Waschmaschinen, Backöfen oder Fernsehgeräte - das Produktangebot energieeffizienter und qualitativ hochwertiger Geräte wächst. Die Nationale Top-Runner Initiative (NTRI) des Bundeswirtschaftsministeriums hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Anteil weiter zu steigen und Verbraucherinnen und Verbraucher dazu zu bewegen, Energieeffizienz noch stärker als Kaufkriterium in den Köpfen zu verankern. Dazu müssen alle an einem Strang ziehen: Verbraucher, Händler und Hersteller.

Verbraucher werden gezielt über energieeffiziente Produkte und deren energiesparende Nutzung informiert, um das Bewusstsein für die energieeffiziente Nutzung zu fördern und damit die Nachfrage zu steigern. Der Handel kann mitwirken, indem er Kunden beim Kauf adäquat informiert und von den Vorteilen energieeffizienter Geräte überzeugt. Dabei unterstützt die Initiative mit Informationen, Netzwerkaktivitäten und Know-how. Auch die Hersteller sind gefragt: Sie sorgen kontinuierlich für technologischen Fortschritt und liefern die Ideen für immer mehr Energieeffizienz. Das ist deshalb wichtig, weil auch die sparsamsten Geräte von heute die Energieschleudern von morgen sein können.

NTRI setzt also gezielt an den drei entscheidenden Punkten der Wertschöpfungskette an: an der Produktion, am Vertrieb und am Kauf beziehungsweise der Nutzung der Produkte. Damit sie gut zusammenwirken, stärkt NTRI Information und Austausch:

  • Verbraucher werden durch einen Produktfinder über energieeffiziente Produkte und deren Handhabung informiert. Geplant sind außerdem verschiedene Informationsoffensiven zu Produktgruppen und zur Überarbeitung des EU-Energielabels.

  • Händler können sich in einem Netzwerk beispielsweise über Verkaufsaktivitäten, Kundeninformation oder über die gemeinsame Entwicklung von Händlerschulungen austauschen.

  • Hersteller werden bei Innovationsprozessen unterstützt, beispielsweise über eine Open-Innovation-Plattform.

Vertreter aller wichtigen Akteursgruppen haben ihre Unterstützung für die Ziele der NTRI zugesichert. Dazu zählen der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), der Verband Bitkom, die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF), der Handelsverband Deutschland (HDE), der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) sowie der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Sie alle bekräftigen in einer gemeinsamen Erklärung, neue Impulse für die Entwicklung und den Vertrieb energieeffizienter Produkte sowie für ihre energieeffiziente Nutzung zu setzen.

Gemeinsam bringt die neu gestartete Initiative die Energiewende entscheidend voran: Indem wir die Energieeffizienz deutlich erhöhen und dadurch den Energieverbrauch merklich senken. Denn: Energieeffizienz lohnt sich!

Die Nationale Top-Runner Initiative startete am 1. Januar 2016 und wird im Dialog mit Verbrauchern, Händlern und Herstellern kontinuierlich weiter entwickelt. Die Auftaktveranstaltung fand am 14. Juni 2016 im BMWi. Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Heizungsanlagen kennzeichnen: Neues Heizungslabel informiert Verbraucher über Energieeffizienz

Derzeit sind über 70 Prozent der installierten Heizgeräte in Deutschland ineffizient. Dabei liegt ihr durchschnittliches Alter bei 17,6 Jahren. 36 Prozent aller Heizungsanlagen sind sogar älter als 20 Jahre. Mit einer gleichbleibenden jährlichen Austauschrate von gut drei Prozent würde es im Hinblick auf die unsanierten Heizgeräte circa 25 Jahre dauern, bis der gesamte Heizungsbestand in Deutschland erneuert ist.

Das wollen wir ändern: 2016 startete die Bundesregierung eine Effizienzkennzeichnung für alte Heizungsanlagen. Das kostenlose Effizienzlabel verfolgt das Ziel, die Kenntnisse der Verbraucher über den energetischen Zustand ihres Heizkessels zu verbessern und damit die Motivation zum Austausch zu erhöhen. Mit der Labelvergabe wird nicht nur über die Effizienz des Heizkessels informiert: Verbraucher werden auch auf weiter gehende Energieberatungen wie z. B. die Vor-Ort-Beratung und auf Förderungen der KfW und des BAFA hingewiesen.

Mit dem Effizienzlabel wird erwartet, dass die Austauschrate bei Heizgeräten um circa 20 Prozent-Punkte pro Jahr steigt. Seit 2016 sind Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger und bestimmte Energieberater berechtigt, ein Etikett auf alte Heizgeräte anzubringen. Ab 2017 sind die Bezirksschornsteinfeger verpflichtet, diejenigen Geräte, die noch kein Etikett haben, nach zu etikettieren. In den nächsten acht Jahren sollen über die Maßnahme ca. 13 Millionen Heizkessel gelabelt werden.

Pilotprogramm "Einsparzähler" gestartet

Unternehmen, die ihren Kunden eine Mess- und Dienstleistungsinfrastruktur inkl. Mehrwertdiensten zum Energiesparen bereitstellen, sind im Rahmen der Förderbekanntmachung "Pilotprogramm Einsparzähler" mit bis zu 1 Mio. Euro pro Projekt förderfähig. Damit fördert das BMWi die Weiterentwicklung von "smart Home", "smart building", "smart production" oder sonstigen intelligenten Systemen, die ihren Endkunden beim Energiesparen behilflich sind.

Beispielsweise kann die automatische, digitale Erfassung von Bestandsgeräten oder Anlagen im konkreten Einzelfall individualisierte Hinweise und Mehrwertdienste zum Energiesparen geben. Der Endverbraucher soll durch auf seinen individuellen Geräte- und Anlagenbestand zugeschnittene Energiespartipps in die Lage versetzt werden, selbst informiert zu entscheiden und einzuschätzen,

  • wie hoch die Stromverbräuche unterschiedlicher Geräte sind,
  • welche Geräte und Anlagen die "Energiefresser" und "Kostentreiber" sind,
  • wie der individuelle Energieverbrauch am besten gesenkt werden kann.

Ein solcher "Einsparzähler" zeigt dem Nutzer also, wofür er am meisten Energie aufwendet und welche Energieeffizienzmaßnahmen am besten wirken - sprich: mit welcher Maßnahme sich am meisten Energie und Geld einsparen lässt. So kann ein Einsparzähler dazu beitragen, ein besseres Verständnis vom eigenen Energieverbrauch zu entwickeln und konkrete Umsetzungsschritte zum Energiesparen einzuleiten.

Unternehmen, die bei ihren Endkunden Strom, Gas, Wärme und/oder Kälte im Rahmen von Pilotprojekten in verschiedenen Sektoren und bei unterschiedlichen Anwendergruppen erproben, demonstrieren und in den Markt einführen wollen, werden mit dieser Richtlinie gefördert.

Die Förder-Richtlinie zum "Pilotprogramm Einsparzähler" ist am 20. Mai 2016 veröffentlicht worden und am 21. Mai in Kraft getreten. Förderanträge können ab sofort auf der Internetseite des BAFA gestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.