Förderprogramm "Vor-Ort-Beratung"

Energieberater spricht mit Hauseigentümerin, symbolisiert Energieberatung vor Ort; Quelle: gettyimages/Monty Rakusen
© gettyimages/Monty Rakusen

Die Bundesregierung verfolgt auf dem Gebiet der Energieeinsparung ambitionierte Ziele. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag für mehr Energieeffizienz. Im Gebäudesektor entfällt der Großteil des Energieverbrauchs auf die Erzeugung von Wärme. Hier setzt die Förderung von Energiesparberatungen vor Ort für Wohngebäude an. Die Konditionen des im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) betreuten Förderprogramms wurden seit dem 1. März 2015 erheblich verbessert (siehe Richtlinie über die Förderung der Energieberatung in Wohngebäuden vor Ort - Vor-Ort-Beratung - vom 29. Oktober 2014, PDF: 612 KB).


Was wird gefördert?

Förderfähig ist eine unabhängige Vor-Ort-Energieberatung für Wohngebäude durch einen fachlich qualifizierten Energieberater. Nach einer umfassenden Bestandsaufnahme und Analyse des Gebäudezustands erhält der Gebäudeeigentümer ein individuelles energetisches Sanierungskonzept unter Berücksichtigung des Einsatzes erneuerbarer Energien: Wahlweise für die Komplettsanierung zu einem KfW-Effizienzhaus oder für eine schrittweise Sanierung mit aufeinander abgestimmten Maßnahmen. Dabei betrachtet er auch die Wirtschaftlichkeit und informiert über Fördermöglichkeiten bei der Umsetzung. Als Ergebnis erhält der Beratene einen schriftlichen Beratungsbericht. Bei einem persönlichen Gespräch erläutert der Energieberater den Bericht und gibt Tipps, wie der Eigentümer die vorgeschlagenen Maßnahmen am besten und wirtschaftlichsten umsetzen kann.

Wie wird gefördert?

Eine Vor-Ort-Beratung wird mit einem Zuschuss zu den Beratungskosten gefördert, der direkt an den antragstellenden Energieberater ausgezahlt wird. Im Ergebnis übernimmt der Bund damit einen Anteil des Beratungshonorars; der Beratene hat somit nur die ermäßigte Rechnung zu zahlen.

Wie hoch ist die Förderung?

Bei einem Ein- oder Zweifamilienhaus werden bis zu 800 Euro bezuschusst, bei Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten sind es maximal 1.100 Euro; in beiden Fällen werden jedoch höchstens 60 Prozent der förderfähigen Honorarkosten übernommen. Zusätzlich gibt es bis zu 500 Euro, wenn der Energieberater den Beratungsbericht in einer Wohnungseigentümerversammlung oder Sitzung des Beirats erläutert.

Wer ist anspruchsberechtigt?

Anspruch auf eine geförderte Vor-Ort-Beratung haben grundsätzlich alle Eigentümer, Mieter oder Pächter von selbstgenutzten oder vermieteten Wohngebäuden: Zum Beispiel natürliche Personen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, gewerbliche Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Kirchen etc.

Die Beratung muss sich auf das gesamte Wohngebäude beziehen. Rechtlich selbständige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, der Wohnungswirtschaft sowie Agrarbetriebe dürfen dabei die in der Richtlinie genannten Grenzen bezogen auf den Umsatz, die Bilanzsumme und die Eigentumsverhältnisse nicht überschreiten.

Welche Gebäude kommen in Frage?

Die Beratungszuschüsse werden für Wohngebäude gewährt. Das Gebäude muss sich im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland befinden und der Bauantrag oder die Bauanzeige muss bis zum 31. Januar 2002 gestellt bzw. erstattet worden sein. Voraussetzung ist, dass der umbaute Raum des Gebäudes seitdem nicht zu mehr als 50 Prozent verändert wurde. Das Gebäude muss ursprünglich als Wohngebäude geplant und errichtet worden sein oder überwiegend dem Wohnen dienen; eine beabsichtigte Nutzungsänderung von beheizten Nichtwohngebäuden zu Wohngebäuden (Umwidmung) ist möglich.

Wie läuft das Antragsverfahren ab?

Als Gebäudeeigentümer müssen Sie sich lediglich einen zugelassenen Berater suchen. Es ist Aufgabe des Beraters, den Antrag auf einen Zuschuss vor Beginn seiner Beratung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) online zu stellen. Das BAFA prüft den Antrag und erteilt dem Energieberater zunächst einen Bewilligungsbescheid. Reicht dieser nach der Vor-Ort-Beratung einen richtlinienkonformen Beratungsbericht ein, zahlt das BAFA den Zuschuss direkt an ihn aus.

Wo finde ich zugelassene Energieberater?

Qualifizierte und unabhängige Berater für Vor-Ort-Beratungen finden Sie in der "Energieeffizienz-Expertenliste unter www.energie-effizienz-experten.de. Jeder dort für Vor-Ort-Beratungen gelistete Berater ist antragsberechtigt.

Die in der Energieeffizienz-Expertenliste eingetragenen Berater haben ihre Qualifikation für energieeffizientes Bauen und Sanieren nachgewiesen und verfügen über einschlägige Berufserfahrung. Darüber hinaus beraten die Energieeffizienz-Experten dazu, welche Sanierungsmaßnahmen förderfähig sind. Sie sind ebenso berechtigt, die für eine KfW-Förderung erforderlichen Bestätigungen zu erstellen. Wenn Sie einen Energieeffizienz-Experten mit der Fachplanung und Baubegleitung der Sanierung beauftragen, können Sie hierfür ebenfalls einen Zuschuss bis zu 4.000 Euro (max. 50% des Beraterhonorars) von der KfW erhalten.

Weitere Informationen zur Vor-Ort-Beratung

Referat 424 
Frankfurter Straße 29-31
65760 Eschborn
E-Mail: energiesparberatung@bafa.bund.de
Internet: www.bafa.de

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