Energieprognosen und -szenarien

Mann am Meer vor Windrädern; Quelle: istockphoto.com/ferrantraite
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Energieprognosen und -szenarien vermitteln eine Vorstellung über die künftige Entwicklung der Energieversorgung. Basis derartiger Studien sind Annahmen zu langfristigen demografischen, ökonomischen, technologischen und politischen Trends. Mit Hilfe von Modellen, die komplexe Zusammenhänge möglichst wirklichkeitsnah abbilden, wird ein umfassendes Bild der zukünftigen Energieversorgung entwickelt. Regierungen, Organisationen und Unternehmen nutzen die Erkenntnisse solcher Arbeiten zur Konzeption ihrer wirtschaftspolitischen und unternehmerischen Strategien.

Während Prognosen auf die Darstellung wahrscheinlicher Entwicklungen abzielen, dienen Szenarienarbeiten anderen Zwecken: Hier steht häufig im Vordergrund zu erkunden, unter welchen Bedingungen und mit welchen Maßnahmen konkrete Einzelziele erreicht werden können. Die Aussagen von Prognosen und Szenarien lassen sich nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) beauftragt in mehrjährigen Abständen unabhängige wissenschaftliche Forschungseinrichtungen mit der Erstellung einer energiewirtschaftlichen Referenzprognose. Die Prognose dient der Fundierung der öffentlichen energie- und umweltpolitischen Diskussion. Das BMWi nutzt diese Referenzprognose zur fachlichen Orientierung. Darüber hinaus wertet das BMWi auch Prognose- und Szenarienarbeiten anderer Institutionen aus, wie z. B. den jährlich erscheinenden World Energy Outlook (WEO) der Internationalen Energie Agentur (IEA).

Die Energiereferenzprognose (Stand Juni 2014) wurde Ende 2012 unter dem damaligen Bundeswirtschaftsminister Rösler in Auftrag gegeben, um die wahrscheinliche Entwicklung der Energiemärkte zu untersuchen. Die Studie gibt die Sicht der Gutachter wieder. Die Bundesregierung macht sich generell die Ergebnisse externer Studien nicht zu eigen, da diese naturgemäß auf unsicheren Annahmen beruhen. Mit dem Fortschrittsbericht im Rahmen des Monitoring-Prozesses "Energie der Zukunft" hat die Bundesregierung im Dezember 2014 über weitergehende Maßnahmen zur Zielerreichung für die Umsetzung der Energiewende entschieden.