OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen

OECD-Leitsätze setzen einen Handlungsrahmen für international tätige Unternehmen
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Ein Handlungsrahmen für international tätige Unternehmen

Die Öffnung der Märkte, niedrigere Transaktionskosten und immer leistungsfähigere Kommunikationsnetze haben Investitionen aus dem Ausland und in das Ausland für Unternehmen wesentlich erleichtert. Viele Firmen engagieren sich vor Ort, um Aufträge und den Absatz ihrer Produkte marktnah zu sichern. Davon profitiert auch die deutsche Volkswirtschaft dank des traditionell starken Exports und des Auslandsengagements deutscher Unternehmen.

Gleichzeitig jedoch besteht die Gefahr negativer ökonomischer, sozialer und ökologischer Konsequenzen eines solchen internationalen Engagements. Um dem entgegenzuwirken und so weltweit verantwortliche Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility) zu verwirklichen, haben die Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 1976 die "OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen" (PDF: 624,9 KB) verabschiedet. An deren Konzipierung und Umsetzung sind seit Verabschiedung auch heute noch die Spitzenorganisationen der Wirtschaft (BIAC), der Arbeitnehmer (TUAC) und der Nichtregierungsorganisationen (OECD Watch) beteiligt. Mittlerweile haben sich auch die zwölf Nicht-Mitgliedsstaaten Ägypten, Argentinien, Brasilien, Costa Rica, Jordanien, Kolumbien, Lettland, Litauen, Marokko, Peru, Rumänien und Tunesien den Leitsätzen verpflichtet.

Die OECD-Leitsätze sind Teil der Erklärung der OECD über internationale Investitionen und multinationale Unternehmen und basieren auf der VN-Menschenrechtscharta, den ILO Kernarbeitsnormen und der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung (PDF: 15 KB). Sie richten sich an jedes Unternehmen, das in oder aus einem teilnehmenden Land tätig ist. So ist auch jedes im Ausland engagierte deutsche Unternehmen von der Bundesregierung aufgerufen, sich gemäß den OECD-Leitsätzen zu verhalten und ihnen damit zu Wirksamkeit und Erfolg zu verhelfen. Die Einhaltung der Leitsätze durch die Unternehmen ist freiwillig und erfolgt ergänzend zum vor Ort geltenden Recht.

Die Leitsätze stellen einen wichtigen Maßstab für das unternehmerische Verhalten bei Auslandsinvestitionen dar. Sie können zum allseitigen Nutzen von Direktinvestitionen und zu nachhaltiger Entwicklung, insbesondere in Entwicklungsländern, einen wichtigen Beitrag leisten. Die Kenntnis dieser freiwilligen Verhaltensempfehlungen soll deshalb weiter verbreitet und bei den Unternehmen das Bewusstsein für ihren wichtigen Beitrag unterstützt werden.

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Cover des Flyers "Verantwortliches unternehmerisches Handeln im Ausland"Verantwortliches unternehmerisches Handeln im Ausland
Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen (Flyer)