Russland - Wirtschaftliche Beziehungen
Deutschland und Russland verbinden langjährige und enge wirtschaftliche Beziehungen. So ist Russland seit über 40 Jahren größter Energielieferant Deutschlands - ca. 1/3 des deutschen Gas- und Ölbedarfs werden aus russischen Lieferungen gedeckt. Zudem bezieht die deutsche Wirtschaft in erheblichem Umfang NE-Metalle sowie Eisen und Stahl aus Russland.
Russland seinerseits ist aufgrund des anhaltend hohen Modernisierungsbedarfs seiner Wirtschaft ein äußerst wichtiger Absatzmarkt für deutsche Investitionsgüter. In der Struktur des deutschen Exports nach Russland nehmen Maschinen und Anlagen, Fahrzeuge/-teile, Chemieerzeugnisse und Elektrotechnik die ersten Plätze ein. Dies illustriert die komplementäre Wirtschaftsstruktur beider Länder, aus der sich auch für die Zukunft ein großes Kooperationspotential eröffnet.
Dementsprechend dynamisch verläuft auch die gegenwärtige Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen. Nach der krisenbedingten Schwächephase 2009 knüpft der deutsch-russische Handel wieder an die Boomjahre zwischen 2000 und 2008 an. Der bisherige Höchststand des bilateralen Handelsvolumens im Jahr 2008 wurde bereits 2011 deutlich übertroffen und erreichte knapp 75 Mrd. Euro. Deutschland ist damit nach China der größte Handelspartner Russlands und ist insbesondere bei Investitionsgütern führend. Umgekehrt ist Russland für Deutschland der viertgrößte Handelspartner außerhalb der EU. Die am 22. August 2012 offiziell in Kraft getretene Mitgliedschaft Russlands zur Welthandelsorganisation WTO wird den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen erhebliche neue Impulse geben und den bilateralen Handel zusätzlich stimulieren.
Die deutsche Wirtschaft nimmt ihre Chancen auf dem russischen Markt aktiv wahr. Über 6.300 deutsche Unternehmen sind in Russland aktiv. Auch in der Fläche Russlands sind deutsche Unternehmen in einer Intensität vertreten wie in keinem anderen Land - in beinahe allen der 83 Föderationssubjekte sind Unternehmen mit deutscher Beteiligung anzutreffen. Eine steigende Zahl deutscher Unternehmen hat dabei in den letzten Jahren auch russische Produktionsstandorte aufgebaut oder anderweitig erhebliche Investitionen getätigt.
Die kumulierten deutschen Direktinvestitionen in Russland erreichten nach den letzten Daten der Deutschen Bundesbank zum Jahresende 2009 ein Volumen von 13,0 Mrd. Euro. Deutschland ist damit unter den größten ausländischen Investoren in Russland. Zudem zeichnen sich die deutschen Investitionen durch eine besonders starke Präsenz mittelständischer Unternehmen aus.
Die intensiven Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und Deutschland werden durch regelmäßige und enge Kontakte auf politischer Ebene flankiert. Jährliche bilaterale Regierungskonsultationen bilden eine Plattform für den Meinungsaustausch auf höchster Ebene. In diesem Rahmen finden auch Treffen auf Ministerebene sowie mit Wirtschaftsvertretern statt.
Seit dem Jahr 2000 tritt zudem regelmäßig, i.d.R. zweimal jährlich, die deutsch-russische Strategische Arbeitsgruppe für Wirtschaft und Finanzen zusammen, in der Vertreter aus Politik und Wirtschaft aktuelle Fragen der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen erörtern und gemeinsam konkrete Lösungsansätze vorwärts treiben. Eines der zentralen Leitthemen dieser Kontakte auf politischer Ebene ist dabei die 2008 begründete deutsch-russische Modernisierungspartnerschaft, mit der Deutschland seinen Willen unterstreicht, zentraler Partner Russlands bei der Modernisierung seiner Wirtschaft wie auch seiner gesellschaftlichen Institute zu sein.
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