Willkommenskultur und Zuwanderung

Junge Leute stoßen an, symbolisiert Willkommenskultur
© BMWi

Zuwanderung aktiv gestalten

Eine Willkommenskultur zu entwickeln - auch für zugewanderte Fachkräfte - ist ein wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung unseres Landes. Für die Sicherung von Frieden und Wohlstand sind Austausch und Begegnungen unverzichtbar. Um Fachkräfte in den Ländern, in denen kein Fachkräftemangel existiert, für eine Karriere in Deutschland zu begeistern, benötigen wir in Politik, Gesellschaft, Verwaltung und in Unternehmen eine Willkommenskultur, Hierzu wurden in den vergangenen Jahren bereits wichtige Änderungen im Zuwanderungsrecht umgesetzt und Informationskampagnen organisiert. Mit diesen Maßnahmen beschreitet Deutschland neue Wege hin zu einer modernen, an den wirtschaftlichen Notwendigkeiten ausgerichteten Zuwanderungspolitik.

Hotline für internationale Fachkräfte

Mit der "Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland" schafft die Bundesregierung erstmalig ein umfassendes, mehrsprachiges Beratungsangebot zu Fragen der Zuwanderung und Integration für zugewanderte und zuwanderungsinteressierte Fachkräfte, Studierende und Auszubildende. Sie erhalten unter der Rufnummer +49 30 1815-1111 eine persönliche Beratung zu den Themen Einreise und Aufenthalt, Spracherwerb, Arbeit und Beruf sowie Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Die Hotline wird ergänzt durch Chat- und Mailfunktion, so dass eine Kommunikation über Zeitzonen möglich ist.

Internationale Fachkräfte gesucht

Der Einsatz von Fachkräften aus dem Ausland lohnt sich - insbesondere für den Mittelstand: Das zeigt eine Studie, die das Bundeswirtschaftsministerium am 21. November 2014 veröffentlicht hat. Analysiert wurden erstmalig die Perspektiven von kleinen und mittleren Unternehmen und von internationalen Fachkräften zueinander. Sie zeigt, dass internationale Fachkräfte einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland in den Bereichen Gesundheit/Pflege sowie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) leisten.

Blaue Karte EU

Mit der im August 2012 eingeführten "Blauen Karte EU" erhalten Akademikerinnen und Akademiker, die nicht aus der EU stammen und über ein Arbeitsplatzangebot verfügen, die Möglichkeit, in Deutschland zu arbeiten und mit ihren Familien zu leben.

Anerkennung ausländischer Qualifikationen

Zudem können zuwanderungsinteressierte Akademikerinnen und Akademiker, die nicht aus der EU stammen, sich für die Dauer von sechs Monaten in Deutschland zur Arbeitsplatzsuche aufhalten, wenn ihre Existenzgrundlage während dieser Zeit gesichert ist.

Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen dürfen bis zu 18 Monate nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums in Deutschland bleiben, um hier einen Arbeitsplatz suchen. Für Absolventinnen und Absolventen einer deutschen qualifizierten Berufsausbildung gilt ein Zeitraum zur Arbeitsplatzsuche in Deutschland von einem Jahr. Während dieser Zeiträume dürfen die jeweiligen Absolventinnen und Absolventen auch erwerbstätig sein. Ausländische Studierende haben die Möglichkeit, bis zu 120 Tage bzw. 240 halbe Tage im Jahr einer Beschäftigung nachzugehen.

Im August 2015 wurde ein neuer Aufenthaltstitel zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen geschaffen. Danach kann einem Zuwanderungsinteressierten, der nicht aus der EU stammt, eine Aufenthaltserlaubnis von bis zu 18 Monaten für die Durchführung einer Bildungsmaßnahme erteilt werden, wenn dies für die Feststellung der Gleichwertigkeit der Berufsqualifikation erforderlich ist. Nach Feststellung der Gleichwertigkeit besteht die Möglichkeit zum einjährigen Verbleib im Deutschland zur Arbeitsplatzsuche.

Mit der zum 1. Juli 2013 in Kraft getretenen Beschäftigungsverordnung wird der Arbeitsmarkt auch für Fachkräfte mit Berufsausbildung aus Nicht-EU-Ländern geöffnet. Voraussetzung ist, dass es sich um einen Beruf handelt, für den nach der Positivliste der Bundesagentur für Arbeit ein Engpass auf dem deutschen Arbeitsmarkt besteht und dass ein Arbeitsvertrag vorliegt. Außerdem ist die Feststellung der Gleichwertigkeit des ausländischen Bildungsabschlusses mit einer deutschen qualifizierten Berufsausbildung erforderlich. Dadurch gewinnt das BQ-Portal für die Anerkennungspraxis einen wichtigen Stellenwert.

Das BQ-Portal ist Arbeits- und Wissensplattform für die nach dem Gesetz zuständigen Stellen (§ 8 Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG), u. a. Berufskammern), welche die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen (im Bereich duale Ausbildung) durchführen. Im März 2016 haben sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) und der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) in einer gemeinsamen Erklärung (PDF: 2,8 MB) darauf verständigt, die Umsetzung des Anerkennungsverfahrens im Bereich der dualen Ausbildung auch künftig zu unterstützen und das BQ-Portal fortzuführen und auszubauen.

Für die Fortführung des BQ-Portals 2016-2018 stehen die Recherche und Aufbereitung von Informationen zu Ländern, aus denen derzeit eine große Anzahl von Asylbewerbern und Flüchtlingen mit hoher Bleibeperspektive nach Deutschland kommen, im Vordergrund. Der Informationsbereich für KMU wird um Informationen bezogen auf die Einstellung und Anerkennung von Berufsabschlüssen von Flüchtlingen ergänzt.

Im BQ-Portal sind über 1.600 Berufsprofile aus 71 Ländern sowie Informationen zu den Berufsbildungssystemen von 75 Ländern veröffentlicht (Std. Februar 2016). Das BQ-Portal ist 2015 mit European Public Sector Award ausgezeichnet worden.

Integration internationaler Absolventen in den regionalen Arbeitsmarkt

Mit der Initiative "Study & Work" werden Netzwerke geschaffen, die internationalen Studierenden und Absolventen im Studienalltag beratend zur Seite zu stehen, um sie zu einem erfolgreichen Studienabschluss zu führen, frühzeitig über berufliche Perspektiven zu informieren und beim Übergang von der Hochschule in den Arbeitsmarkt vor Ort Unterstützung zu leisten. Die Netzwerke bestehen aus Hochschulen, kommunalen Einrichtungen, Akteuren der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes und anderen gesellschaftlichen Partnern. So soll die gesellschaftliche und berufliche Integration internationaler Fachkräfte verbessert werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Ausbildung und Beruf

Informationen zu Flucht und Asyl

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