Politik für mehr Fachkräfte

Fachkräfte in einer Chemiefabrik; Quelle: istockphot.com/ kali9
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Menschen mit Migrationshintergrund

Ein großes Potenzial liegt auch bei Menschen mit Migrationshintergrund:

Eine Million zusätzliche Erwerbstätige könnten gewonnen werden, wenn Menschen mit Migrationshintergrund noch stärker als bisher bei der Integration und Ausbildung unterstützt würden. Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) haben errechnet: Deutschland könnte bis 2050 durch verbesserte Integrationsmaßnahmen im Bildungs- und Arbeitsmarktbereich zusätzliche Erträge von über 100 Mrd. Euro erwirtschaften.

Eine verstärkte Zuwanderung von internationalen Fachkräften und die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen sind zwei Elemente der Demografiestrategie der Bundesregierung. Sie setzt zur Abmilderung der Effekte des demografischen Wandels zunächst auf die Mobilisierung der inländischen Potenziale von Frauen, Älteren, Behinderten und Langzeitarbeitslosen. Die Zuwanderung hochqualifizierter internationaler Fachkräfte nach Deutschland wurde erleichtert (Blaue Karte, EU). Durch die Ausrichtung der sogenannten Positivliste von Engpassberufen an regionalen Arbeitsmarktbedürfnissen können Fachkräfte aus Drittstaaten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung nun in über 130 Berufen arbeiten.

Integration durch Ausbildung

Bisher sind sowohl Unternehmer als auch Jugendliche mit Migrationshintergrund im dualen Berufsausbildungssystem (Betrieb und Berufsschule) unterrepräsentiert. Das deutsche Berufsausbildungssystem mit der Kombination aus betrieblicher Ausbildung und Berufsschule genießt weltweit einen hohen Stellenwert, da die Ausbildung praxisnah im Betrieb erfolgt.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie will einerseits mehr Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund für die duale Ausbildung gewinnen und andererseits Jugendliche mit Migrationshintergrund zukünftig verstärkt zu einem erfolgreichen betrieblichen Berufsbildungsabschluss führen.

Zum Thema "Integration durch Ausbildung" führt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Zusammenarbeit mit Kammern und Migrantenorganisationen regelmäßig Veranstaltungen durch und unterstützt die Unternehmen mit dem Programm "Passgenaue Besetzung - Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie bei der Integration von ausländischen Fachkräften".

Kleinen und mittleren Unternehmen stehen seit dem Frühjahr 2016 sogenannte "Willkommenslotsen" zur Verfügung. Sie unterstützen die Unternehmen bei der Besetzung von offenen Arbeits- und Ausbildungsstellen mit Flüchtlingen. Die Willkommenslotsen wecken bei Unternehmen die Bereitschaft, Flüchtlinge in Praktika, Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisse zu nehmen und damit zu integrieren. Darüber hinaus unterstützen sie auch bei der Etablierung und Weiterentwicklung der Willkommenskultur in den Unternehmen. Rund 150 speziell geschulte Willkommenslotsen sind an insgesamt 100 Kammern und anderen Organisationen der Wirtschaft tätig.

Das vom BMWi geförderte Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) unterstützt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) über eine Internetplattform mit Informationen, Fakten, Praxistipps und Beispielen bei der Fachkräftesicherung. Derzeit wird die Internetplattform um zielgruppengerechte Informationen zur Integration von Flüchtlingen in Beschäftigung und Ausbildung erweitert. KMU sollen über die Beschäftigungsmöglichkeiten von Flüchtlingen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie vorhandene Unterstützungsangebote kompakt und kompetent informiert und durch anschauliche Praxisbeispiele und Handlungsempfehlungen zur Integration von Flüchtlingen motiviert werden.

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