Pressemitteilung
8.12.2015

Deutsch-französische Klimasatelliten-Mission MERLIN beim Klima-Gipfel in Paris vorgestellt

Klimasatellit MERLIN; Quelle: CNES/ill./DUCROS David, 2015
© CNES/ill./DUCROS David, 2015

Bei einem bilateralen Treffen anlässlich der UN-Klimakonferenz in Paris wurde heute die deutsch-französische Klimasatelliten-Mission MERLIN vorgestellt. Im französischen Pavillon in Paris betonten Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Koordinatorin der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, und Thierry Mandon, Staatssekretär im französischen Ministerium für Bildung und Forschung, die Bedeutung und Rolle der satellitengestützten Erdbeobachtung zur Dokumentation und Erforschung des Klimawandels.

"MERLIN ist das erste gemeinsame deutsch-französische Projekt in der Erdbeobachtung seit 1994. Mit diesem Schritt haben sich die beiden größten Raumfahrtnationen Europas entschieden, einen sichtbaren Beitrag zum besseren Verständnis der Ursachen des Klimawandels zu leisten", sagte Brigitte Zypries. "Zusammen mit der Klima-Konferenz COP21, die gerade in Paris stattfindet, ist dies ein wichtiger Schritt für die Umwelt und ihre Bewahrung, und zeigt, wie sehr wir uns verpflichtet sehen, in diesem für die Zukunft unseres Planeten lebenswichtigen Bereich voranzukommen."

Die deutsch-französische MERLIN-Mission (Methane Remote Sensing LIDAR Mission) soll ab 2020 den Methan-Gehalt in der Erdatmosphäre aufspüren. Dazu wird ein hochmodernes, in Deutschland entwickeltes und hergestelltes LIDAR-Instrument eingesetzt, das auch bei Nacht und durch dünne Wolken hindurch messen kann. Frankreich baut den Satelliten und wird ihn auch starten und betreiben. Beide Nationen kümmern sich gemeinsam um die wissenschaftliche Auswertung der Messergebnisse.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen und gehört neben Kohlendioxid zu den klimaschädlichsten Treibhausgasen. Seine Konzentration hat sich in der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung verdoppelt. Methan (= Erdgas) gilt einerseits als besonders effektive Energiequelle: Bei Gas-Kraftwerken entsteht bei gleicher Leistung weniger CO2 als bei Kohlekraftwerken. Methan ist gleichzeitig ein besonders effektives Treibhausgas: Obwohl die Konzentration bislang 200mal geringer ist als die von CO2, ist Methan bereits für 20 Prozent des menschengemachten Treibhauseffekts verantwortlich.

Weiterführende Informationen auf www.dlr.de

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