Pressemitteilung
29.6.2015

Gabriel: Gründungsboom bei Genossenschaften

Studie bestätigt Genossenschaft als Organisationsform für bürgergetragene Bewegungen und nachhaltiges Wirtschaften

Montage von PV-Modulen zum Thema Genossenschaften im Energiesektor; Quelle: BMWi/Maria Parussel
© BMWi/Maria Parussel

Heute wurde die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Auftrag gegebene Studie "Potenziale und Hemmnisse von unternehmerischen Aktivitäten in der Rechtsform der Genossenschaft" veröffentlicht. Sie zeigt, dass die Novelle des Genossenschaftsgesetzes von 2006 die Rahmenbedingungen vor allem für kleinere Genossenschaften verbessert sowie deren Gründung erleichtert hat. Nachdem vorher die Zahl der aufgelösten Genossenschaften die der neu gegründeten überwog, ist seit 2007/2008 eine Trendwende hin zu mehr Genossenschaftsgründungen zu beobachten. Allein im Zeitraum von 2009 bis 2011 wurden 900 Genossenschaften neu gegründet, vor allem im Bereich der Energiegenossenschaften.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel: "Die Genossenschaftsbewegung hat eine lange Tradition in Deutschland. Auch heute ist die Genossenschaft eine ideale Organisationsform für bürgergetragene Bewegungen. Die Studienergebnisse bestätigen Genossenschaften als Rechtsform für nachhaltiges und auf das Wohl der Mitglieder ausgerichtetes Wirtschaften. Das System von Pflichtmitgliedschaft, Pflichtprüfung und Gründungsprüfung hat sich dabei in den Augen ihrer Mitglieder bewährt. Auch in der Finanzkrise haben sich Genossenschaften mit ihren demokratischen Entscheidungsmechanismen und ihrem risikobewussten Management als Stabilitätsanker erwiesen. Daher freut es mich, dass die Genossenschaft eine Art Gründungsboom erlebt hat, gerade auch im Energie- und Dienstleistungssektor, in der Datenverarbeitung sowie im Bereich der neuen Medien."

Ende 2013 gab es in Deutschland ca. 7.900 genossenschaftliche Unternehmen, die von über 21,6 Mio. Mitgliedschaften getragen wurden. Der Genossenschaftsverbund ist damit die mitgliedsstärkste Wirtschaftsorganisation in Deutschland. Genossenschaftsanteile sind die am stärksten verbreitete Form der direkten Beteiligung der Bevölkerung am Produktivkapital.

Genossenschaften sind nicht nur in traditionellen Wirtschaftszweigen wie der Kreditwirtschaft, der Landwirtschaft, dem Handel oder dem Handwerk eine bewährte Kooperationsform. Neugründungen entstanden in den letzten Jahren vor allem auch im Energiesektor, zudem in Wachstumsbranchen wie dem Dienstleistungssektor, in der Datenverarbeitung bzw. im Bereich der neuen Medien und im Bildungs- und Gesundheitswesen.

Die Studie wurde von Kienbaum Management Consultants GmbH und dem Seminar für Genossenschaftswesen der Universität zu Köln vorgelegt. Sie untersucht die Auswirkungen einer Novelle des Genossenschaftsgesetzes im Jahr 2006 auf Genossenschaftsgründungen und gibt Handlungsempfehlungen für die Politik ab.

Sie finden die Studie hier (PDF: 2,9 MB).

Sie ist zudem auf der Homepage der Kienbaum Management Consultants GmbH und auf der Homepage des Seminars für Genossenschaftswesen der Universität zu Köln abrufbar.

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