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Gemeinsame Pressemitteilung
6.5.2015

Startschuss für weitere exklusive Erkundung von Rohstoffen in der Tiefsee

Deutschland unterzeichnet Lizenzvertrag zur Exploration polymetallischer Sulfide im Indischen Ozean

Staatssekretär Matthias Machnig (Mitte), Generalsekretär der Internationalen Meeresbodenbehörde, Nii Allotey Odunton (links) und der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel (rechts); Quelle: BMWi/Susanne Eriksson
Staatssekretär Matthias Machnig (Mitte), Generalsekretär der Internationalen Meeresbodenbehörde, Nii Allotey Odunton (links) und der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel (rechts)
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© BMWi/Susanne Eriksson

Im Beisein von Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), haben der Generalsekretär der Internationalen Meeresbodenbehörde, Nii Allotey Odunton, und der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, heute in Berlin im Bundeswirtschaftsministerium einen Lizenzvertrag zur Erkundung von Sulfid-Lagerstätten im Indischen Ozean unterzeichnet. Die Vertragsunterzeichnung ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem umweltgerechten und nachhaltigen Tiefseebergbau. Mit der Lizenz kann die BGR exklusiv in einem ca. 10.000 Quadratkilometer großen Gebiet südöstlich von Madagaskar polymetallische Sulfide am Tiefseeboden erkunden. Sie tritt neben eine bestehende Lizenz zur Erkundung von Manganknollen im Pazifik.

Staatssekretär Machnig: "Die BGR leistet Pionierarbeit für deutsche Technologieunternehmen und für die künftige Rohstoffversorgung Deutschlands. Als Industriestandort und Hochtechnologieland ist Deutschland in besonderem Maße vom Import von Rohstoffen abhängig. Dabei steht Deutschland in Konkurrenz zu anderen Staaten. Wir sollten die Option Tiefseebergbau daher schon aus strategischen Gründen verfolgen und werden deshalb eine detaillierte Studie dazu vergeben, ob und wie ein kommerzieller Abbau in den deutschen Lizenzgebieten realisiert werden könnte. Dabei werden wir auf höchste Umweltstandards achten, um das sensible Ökosystem der Tiefsee als gemeinsames Erbe der Menschheit zu bewahren."

BGR-Präsident Prof. Dr. Kümpel: "Die Entwicklung des Tiefseebergbaus als Zukunftsprojekt ist von großer Bedeutung für die deutsche Wirtschaft, sowohl zur Ressourcensicherung als auch für die Entwicklung neuer Technologien. Darüber hinaus leistet die BGR auch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von umweltgerechten Standards und trägt durch ihre Arbeiten zu einem besseren Verständnis der marinen Umwelt und der geologischen Situation im Indischen Ozean bei. Unsere Erfahrungen aus dem ersten Lizenzgebiet zu den Manganknollen im Pazifischen Ozean fließen dabei in unsere weiteren Arbeiten ein."

Für Deutschland ist internationaler Tiefseebergbau doppelt interessant: Erstens kann er langfristig zur Versorgungssicherheit Deutschlands mit Hochtechnologierohstoffen beitragen. Zweitens eröffnet er interessante Marktchancen für deutsche Hersteller von innovativer, umweltverträglicher Meerestechnologie, wie die Gründung der Deep Sea Mining Alliance, die inzwischen über 25 Mitglieder vorwiegend aus der deutschen Industrie zählt, zeigt. Chancen und Rahmenbedingungen des Tiefseebergbaus einschließlich der damit verbundenen Umweltfragen stehen durch die Initiative Deutschlands auch auf der Tagesordnung des kommenden G7-Gipfels 2015 auf Schloss Elmau.

Metallreiche sulfidische Ablagerungen, wie sie seit vielen Millionen Jahren am Meeresboden entstehen, sind die wichtigsten Quellen für Buntmetalle wie Zink, Kupfer und Blei, wirtschaftsstrategische Rohstoffe wie Tellur, Selen, Indium, Gallium oder Germanium sowie für die Edelmetalle Gold und Silber. Die Lizenz, die der Rat der Internationalen Meeresbodenbehörde im Juli 2014 gebilligt hatte, hat eine Laufzeit von 15 Jahren und kann anschließend in eine Abbaulizenz münden.

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