Pressemitteilung
21.11.2014

Gabriel: Internationale Fachkräfte sind Gewinn für deutsche KMU - Willkommenskultur und Internationalisierung in KMU stärken

Erstmalig Studie zum Mehrwert internationaler Fachkräfte in KMU veröffentlicht

Fachkäfte; Quelle: istockphoto.com/Jacob Wackerhausen
© istockphoto.com/Jacob Wackerhausen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat heute die Studie "Werdegang internationaler Fachkräfte und ihr Mehrwert für KMU" veröffentlicht. Für die Studie wurden gut 600 mittelständische Unternehmen und 250 internationale Fachkräfte aus den Bereichen Gesundheit sowie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) befragt. Die Studie empfiehlt KMU, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels stärker als bisher eine vorausschauende Personalpolitik zu betreiben. Für alle Phasen des Einwanderungsprozesses sollte die Bundesregierung passende Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote bereitstellen.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, dazu: "Die Studie zeigt, dass sich der Einsatz von Fachkräften aus dem Ausland lohnt - insbesondere auch für den Mittelstand. Deutschland muss sich im globalen Wettbewerb um Fachkräfte aber noch besser aufstellen. Wir brauchen eine Willkommenskultur über alle Bereiche der Gesellschaft hinweg. Nur so können wir im Wettbewerb um die besten Fachkräfte weltweit bestehen und den demografischen Wandel meistern. Ich ermutige alle Unternehmerinnen und Unternehmer, Diversität und Internationalisierung als Investitionen in die Zukunft ihres Unternehmens zu verstehen. Die Gewinnung von Fachkräften und Nachwuchs in Deutschland sowie aus dem Ausland dürfen dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden."

Für die Studie wurden erstmalig die Perspektiven von kleinen und mittleren Unternehmen und von internationalen Fachkräften zueinander analysiert. Kernergebnisse sind:

  • Fachkräfte aus dem Ausland leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in KMU. Geschätzt werden ihr Fachwissen, aber auch ihre Sprachkenntnisse, interkulturellen Kompetenzen, Offenheit und außerordentliche Motivation.
  • Die Nationalität spielt bei der Personalrekrutierung in KMU keine entscheidende Rolle. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen, die aktiv nach internationalen Fachkräften suchen, wollen ihre Aktivitäten fortführen oder ausbauen. Bisher rekrutieren aber nur sehr wenige KMU gezielt internationale Fachkräfte, u. a. da die gesetzlichen Rahmenbedingungen als noch nicht flexibel genug wahrgenommen werden. Allerdings sind die gesetzlichen Flexibilisierungen beim Zuwanderungsrecht u. a. durch die "Blaue Karte EU" bei KMU und Fachkräften aus dem Ausland bisher noch zu wenig bekannt.
  • Die befragten Fachkräfte fühlen sich in den Unternehmen wohl. Ihre Karrieren verlaufen erfolgreich und sind mit denen deutscher Fachkräfte vergleichbar. 90 Prozent sind mit dem Leben in Deutschland zufrieden und 80 Prozent geben an, dass ihre Erwartungen an ihr Leben in Deutschland erfüllt wurden. Probleme treten allenfalls in Verbindung mit der deutschen Sprache und bei der Wohnungssuche auf.
  • Deutschland wird wegen seiner guten Wirtschaftskraft und den damit verbundenen Karrieremöglichkeiten, seiner hohen Lebensqualität sowie der Qualität der Hochschulausbildung als attraktives Zuwanderungsland wahrgenommen. Beim Zuzug nach Deutschland fallen Bewertungsunterschiede auf: Während 41 Prozent der zugewanderten Fachkräfte aus der EU angeben, dass sie keine Probleme bei der Einwanderung hatten, sind es bei den Drittstaatsangehörigen nur 21 Prozent.
  • Neben den Empfehlungen für KMU und zu den Informations- und Beratungsangeboten für Fachkräfte kommt die Studie zum Ergebnis, dass in wichtigen Herkunftsländern deutsche Büros eröffnet werden sollten, die als Welcome-Center vor Ort dienen, eine offene Willkommenskultur vermitteln und Beratung für zuwanderungsinteressierte Fachkräfte anbieten. Zudem wird dazu geraten, im Bereich der Berufsanerkennung die Verfahren transparenter und einheitlicher zu gestalten.

Das BMWi hat mit dem Internetportal "Make it in Germany" eine zentrale Informationsplattform geschaffen. Das Portal zeigt, wie internationale Fachkräfte erfolgreich ihre Karriere in Deutschland gestalten können und warum es sich lohnt, hier zu leben und zu arbeiten. Interessierte erhalten Tipps zur Unternehmensgründung oder können passende Jobangebote abonnieren und automatisch in die gewünschte Sprache übersetzen lassen. Arbeitgeber erhalten Tipps bei der Rekrutierung internationaler Fachkräfte. Seit dem Start im Juni 2012 stößt das Portal mit 5,5 Millionen Besuchern weltweit auf großes Interesse.

Die Studie finden Sie hier. Weitere Informationen unter: www.make-it-in-germany.com und www.kofa.de sowie zum Unternehmenswettbewerb "Mit Vielfalt zum Erfolg" hier.

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