Pressemitteilung
15.4.2014

Bundesminister Gabriel: Deutsche Wirtschaft - Aufschwung auf breitem Fundament

Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie; Quelle: BMWi/Andreas Mertens
Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie
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© BMWi/Andreas Mertens

Die Bundesregierung erwartet in ihrer Frühjahrsprojektion einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,8 Prozent im Jahr 2014 und von 2,0 Prozent im Jahr 2015. 

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel: "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem soliden Aufschwung. Vor Deutschland liegen zwei wirtschaftlich erfolgreiche Jahre. Nach unserer Projektion steht das Wachstum auf einem breiten und stabilen Fundament. Treibende Kraft ist dabei die Binnenwirtschaft. Die weiterhin gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bildet dafür die Grundlage. Die Einkommen der privaten Haushalte nehmen kräftig zu. Die Stimmung in den deutschen Unternehmen ist positiv. Die Investitionen steigen wieder. Die Maßnahmen der Bundesregierung - wie etwa ein stabiler und ausgeglichener Haushalt sowie verstärkte öffentliche Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Forschung - zielen darauf, die Grundlagen für das Wachstum auch in Zukunft zu sichern."

Nachstehend einige Eckpunkte der Frühjahrsprojektion:

  • Die deutschen Unternehmen investieren wieder vermehrt. Im zweiten Halbjahr 2013 haben die Unternehmen ihre Investitionen in Ausrüstungen kräftig ausgeweitet. Angesichts nach wie vor günstiger Finanzierungsbedingungen und verbesserter Absatzperspektiven werden die Bruttoanlageinvestitionen in diesem Jahr um 4,1 Prozent anziehen. Im kommenden Jahr ist mit einer Steigerung um 4,7 Prozent zu rechnen. Die Investitionen tragen damit wieder merklich zum Wachstum bei.

  • Der anhaltende Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt lässt Beschäftigung und Einkommen deutlich steigen. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte legen in diesem Jahr um 2,9 Prozent und im nächsten Jahr um 3,3 Prozent erneut kräftig zu.
  • Die deutlichen Einkommenssteigerungen führen in Verbindung mit einer moderaten Preisniveauentwicklung zu einer steigenden Kaufkraft. Die Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer steigen preisbereinigt im Jahr 2014 um 1,2 Prozent und im Jahr 2015 um 0,7 Prozent. Die privaten Konsumausgaben werden im Jahresdurchschnitt 2014 preisbereinigt um 1,5 Prozent und im Jahr 2015 um 1,7 Prozent beschleunigt zunehmen. Niedrige Zinsen und eine hohe Anschaffungsneigung lassen die Sparquote der privaten Haushalte im nächsten Jahr leicht sinken.
  • Die Beschäftigung befindet sich weiterhin auf dem Expansionspfad. Die Erwerbstätigkeit wird in diesem Jahr um 240 Tsd. Personen und im nächsten Jahr um 120 Tsd. Personen zunehmen. Die registrierte Arbeitslosigkeit geht um 60 Tsd. Personen in diesem Jahr und 35 Tsd. Personen im nächsten Jahr zurück. Die Arbeitslosenquote reduziert sich auf 6,7 Prozent in diesem Jahr und 6,6 Prozent im nächsten Jahr. Nicht zuletzt aufgrund der gestiegenen Erwerbsbeteiligung fällt der Anstieg der Erwerbstätigkeit stärker aus als der Rückgang der Arbeitslosigkeit.
  • Im laufenden Jahr festigt sich die Erholung der Weltwirtschaft. Insbesondere im Euroraum hellt sich die Perspektive auf. Daher nehmen die deutschen Exporte in diesem Jahr um 4,1 Prozent zu. Im nächsten Jahr erwarten wir einen Anstieg um 4,6 Prozent. Aufgrund des breit angelegten Aufschwungs werden die Importe mit 4,7 Prozent in diesem Jahr und 5,1 Prozent im nächsten Jahr stärker zunehmen als die Exporte. Der Leistungsbilanzüberschuss bildet sich zurück.

Die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung wurde am 15. April 2014 im interministeriellen Arbeitskreis "Gesamtwirtschaftliche Vorausschätzungen" unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie abschließend beraten. Das Statistische Bundesamt und die Deutsche Bundesbank waren beteiligt.

Die gesamtwirtschaftlichen Eckwerte der Frühjahrsprojektion bilden die Grundlage für die Steuerschätzung vom 6. bis 8. Mai 2014 in Berlin. Als gemeinsamer Orientierungsrahmen dienen sie der Aufstellung der öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen.

Eckwerte der Frühjahrsprojektion 2014

Eckwerte der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland [1]20122013Frühjahrs-
projektion
2014
Frühjahrs-
projektion
2015

Veränderung gegenüber
Vorjahr in %, soweit
nicht anders angegeben

BIP (preisbereinigt)
Erwerbstätige (im Inland)
Arbeitslosenquote in % (Abgrenzung der Bundesagentur für Arbeit) [2]
0,7
1,1
6,8
0,4
0,6
6,9
1,8
0,6
6,7
2,0
0,3
6,6
Verwendung des BIP preisbereinigt (real)
Private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck
Ausrüstungen
Bauten

0,8
-4,0
-1,4

0,9
-2,4
0,1

1,5
4,0
4,0

1,7
6,3
3,7
Inlandsnachfrage-0,30,51,92,1
Exporte
Importe
Außenbeitrag (Impuls) [3]
3,2
1,4
0,9
0,8
0,9
0,0
4,1
4,7
0,0
4,6
5,1
0,1
Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer2,92,22,93,5


[1] Bis 2013 vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes; Stand: Februar 2014;
[2] Bezogen auf alle Erwerbspersonen;
[3] Absolute Veränderung des Außenbeitrags in Prozent des BIP des Vorjahres (= Beitrag zur Zuwachsrate des BIP);

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Bundesminister Sigmar Gabriel anlässlich der Vorstellung der Frühjahrsprojektion der Bundesregierung am 15.04.2014

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