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Gemeinsame Pressemitteilung
4.3.2014

Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland

Ergebnisse der Grundlagenstudie "Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland 2013"

Staatssekretärin Iris Gleicke (2.v.l.) mit  Bernd Dohn (Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH)) und Lars Bengsch (dwif-Consulting GmbH) (v.l.n.r.)
Staatssekretärin Iris Gleicke (2.v.l.) mit Bernd Dohn (Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH)) und Lars Bengsch (dwif-Consulting GmbH) (v.l.n.r.)
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© Alexander Schirrmann-Ayeni

Reisen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stellen mit einem Bruttoumsatzvolumen von ca. 38,2 Milliarden Euro (2013), ca. 62 Millionen Übernachtungsreisen pro Jahr und ca. 670 Millionen Tagesausflügen schon heute einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor im Tourismus dar. Neben seiner unbestrittenen pädagogischen und sozialen Bedeutung verfügt der Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland über ein oft unterschätztes wirtschaftliches Entwicklungspotenzial.

Zu diesem Ergebnis kommt die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) finanzierte Grundlagenstudie "Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland". Bei dieser repräsentativen Erhebung wurde erstmals bundesweit das Reiseverhalten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (3- bis 26-Jährige) detailliert erfasst und analysiert. An der Online-Befragung im Oktober/November 2013 nahmen 10.040 Kinder und Jugendliche aus allen Regionen Deutschlands teil. Berücksichtigt wurden nur Übernachtungsreisen und Tagesausflüge, die ohne erziehungsberechtigte Familienangehörige stattgefunden haben.

Die Ergebnisse der Studie wurden heute bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Internationalen Tourismusbörse Berlin von der Parlamentarischen Staatssekretärin und Beauftragten der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus, Iris Gleicke, dem Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH), Bernd Dohn, und dem Projektleiter der Grundlagenstudie, Lars Bengsch von der dwif-Consulting GmbH, vorgestellt.

Zentrale Ergebnisse der Studie:

  • Übernachtungsreisen von Kindern und Jugendlichen: Die Partizipation und Reisehäufigkeit hängen unter anderem vom Haushaltseinkommen und vom Wohnort ab: Höheres Einkommen und Leben in der Stadt begünstigen Übernachtungsreisen ohne Eltern/Großeltern. Insgesamt unternahmen die 19,2 Millionen Kinder und Jugendlichen 61,8 Millionen Übernachtungsreisen ohne Eltern/Großeltern. 15,5 Millionen (25 Prozent) sind "verordnete Reisen" (Kindergarten- und Klassenreisen, Uni-Exkursionen), 46,3 Millionen (75 Prozent) sind "freiwillige Reisen".

  • Tagesausflüge von Kindern und Jugendlichen: 2013 unternahmen die 3- bis 13-Jährigen in Deutschland insgesamt 188 Millionen Tagesausflüge (ohne Übernachtung). Bei den 14- bis 26-Jährigen waren es sogar 467,5 Millionen Tagesausflüge.

  • Reisetrends bei Kindern und Jugendlichen: Zwei Drittel der Übernachtungsreisen der Kinder und Jugendlichen führen zu einem Ziel im Inland und dauern im Schnitt 7,1 Tage. Eltern, Erzieher und Lehrer nehmen bei der Organisation von Kinderreisen eine wichtige Rolle ein. Die 14- bis 26-Jährigen organisieren ihre Reisen häufig selbst. 49 Prozent der Reisen sind individuell, 51 Prozent durch gemeinnützige oder kommerzielle Veranstalter organisiert.

  • Wirtschaftsfaktor Kinder- und Jugendtourismus: Insgesamt erwirtschaftete der Kinder- und Jugendreisemarkt in Deutschland im letzten Jahr ein Bruttoumsatzvolumen in Höhe von 28,2 Milliarden Euro. Der Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland sichert den Lebensunterhalt von rund 550.000 Einwohnern. Der relative Beitrag der Kinder- und Jugendreisen zum Volkseinkommen liegt bei 0,7 Prozent. Zusätzlich werden 10 Milliarden Euro touristische Bruttoumsätze aus Verkehrsleistungen erwirtschaftet.

Die Daten und Erkenntnisse der Grundlagenstudie bilden die Basis für die Weiterentwicklung und Stärkung des Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland. Die Gutachter machen Vorschläge, wie die Rahmenbedingungen verbessert werden könnten. Dazu gehören unter anderem die Stärkung des Images und der Bedeutung des Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland, die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Leistungsträgern und die Förderung des Kinder- und Jugendtourismus "aus einer Hand".

Die Grundlagenstudie ist wesentlicher Bestandteil des im Herbst 2012 gestarteten BMWi-"Zukunftsprojektes Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland". Sie wurde im Auftrag des Deutschen Jugendherbergswerks erstellt von einer Bietergemeinschaft aus der dwif consulting GmbH (München), dem Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) GmbH (Kiel) und iconkids & youth international research GmbH (München). Das vom Deutschen Jugendherbergswerk durchgeführte Projekt wird vom BMWi finanziell gefördert.

Weitere Detailergebnisse der Studie als Download: www.kinder-und-jugendtourismus.de.