Pressemitteilung
11.12.2013

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 2013 [1]

Wachstumskurve mit Kugelschreiber symbolisiert die wirtschaftliche Lage; Quelle: iStockphoto.com/blackred
© iStockphoto.com/ blackred
  • Die deutsche Wirtschaft setzt ihren moderaten Wachstumskurs fort.

  • Die Antriebskräfte kommen aus der Binnenwirtschaft, die außenwirtschaftlichen Impulse bleiben bislang noch schwach.

  • Auch das Produzierende Gewerbe ist schwach ins vierte Quartal gestartet. Das Geschäftsklima und die Auftragssituation sprechen aber für einen Anstieg der Produktion in den kommenden Monaten.

  • Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter günstig, die Erwerbstätigkeit nimmt zu.

Die deutsche Wirtschaft setzt ihren moderaten Wachstumskurs fort. Im dritten Quartal legte die gesamtwirtschaftliche Leistung um 0,3 % zu [2]. Wie erwartet fiel das Wachstum schwächer aus als im Vorquartal, das durch witterungsbedingte Nachholeffekte gekennzeichnet war. Die Wachstumsbeiträge kamen im dritten Quartal ausschließlich von der Binnenwirtschaft. Insbesondere die Bruttoanlageinvestitionen lieferten erneut einen kräftigen Impuls. Der Außenbeitrag dämpfte hingegen das Wachstum, da die Importe deutlich anstiegen, während die Exporte nahezu stagnierten. Aufgrund des Rückgangs der Erzeugung im Produzierenden Gewerbe im Oktober ist für das Jahresschlussquartal allenfalls mit einem moderaten Wachstum zu rechnen. Insgesamt haben sich aber die Rahmenbedingungen für einen stark binnenwirtschaftlich getragenen Aufschwung weiter verbessert. Allerdings bleiben beträchtliche, vornehmlich außenwirtschaftliche Risiken bestehen.

Das außenwirtschaftliche Umfeld hellt sich allmählich etwas auf. Die Entwicklung der Weltwirtschaft bleibt, gemessen an der Weltindustrieproduktion, dennoch weniger dynamisch als in der Vergangenheit. Vielerorts bestehen strukturelle Probleme und die notwendigen Anpassungsprozesse bremsen weiterhin die wirtschaftliche Dynamik. Für das Welt-BIP rechnet der IWF für dieses und nächstes Jahr mit einem Wachstum von 2,9 % bzw. 3,6 %. Impulse kommen eher von den Industriestaaten. Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal um annualisiert 3,6 % gewachsen. Japans Konjunktur hat dagegen an Schwung eingebüßt. Sie wird weiter durch die expansive Wirtschaftspolitik getragen. Der Euroraum scheint sich langsam aus der Rezession gelöst zu haben. Das Wachstum in den Schwellenländern bleibt jedoch vergleichsweise verhalten. Frühindikatoren wie der globale Einkaufsmanagerindex oder der Frühindikator der OECD deuten insgesamt auf eine Fortsetzung der aktuellen Besserungstendenzen hin. 

Die verhaltene Entwicklung wichtiger Absatzmärkte wirkt sich dämpfend auf den Außenhandel aus. Im Oktober sind die Warenausfuhren lediglich um 0,2 % gestiegen. Es zeichnet sich aber mittlerweile wieder ein leichter Aufwärtstrend ab. Die Einfuhren legten im selben Monat deutlich um 2,9 % zu. Ein klarer Trend ist hier nicht erkennbar. Seit Januar summieren sich die monatlichen Handelsbilanzüberschüsse auf knapp 166 Mrd. Euro, ein Plus von 4,6 Mrd. Euro gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Für den Anstieg des Saldos war ausschlaggebend, dass sich die Einfuhren auf Jahresfrist um knapp 3 % verbilligten, während die Ausfuhrpreise in etwa unverändert blieben. Die Aufhellung der Exporterwartungen und die Auftragseingänge, die die Industrie aus dem Ausland erhält, deuten auf eine moderat steigende Exporttätigkeit hin.

Das Produzierende Gewerbe ist nach den deutlichen Produktionszuwächsen im zweiten und dritten Quartal schwach in das Jahresschlussquartal gestartet. Im Oktober verringerte sich der Output um 1,2 %. Ein Brückentagseffekt dürfte hierzu beigetragen haben. In der Industrie fiel die Produktion um 1,1 % geringer aus, wobei sich insbesondere der Rückgang bei der Investitionsgüterproduktion bemerkbar machte. Ausgehend vom derzeitigen Produktionsniveau dürfte die Erzeugung in der Industrie aber wieder ausgeweitet werden. Hierauf deuten die vorlaufenden Indikatoren hin. Sowohl das ifo Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe als auch der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex haben sich weiter aufgehellt. Auch die Auftragseingänge sind im Trend aufwärtsgerichtet, obwohl sie im Oktober vornehmlich aufgrund geringerer Großaufträge um 2,2 % zurückgingen. Die Bauproduktion ist nach Auslaufen der Impulse durch die witterungsbedingten Nachholeffekte im Oktober um 1,7 % zurückgegangen. Für das Jahresschlussquartal zeichnet sich hier ein schwaches Ergebnis ab. Dennoch bleibt die Grundtendenz im Baugewerbe aufwärtsgerichtet. Die Auftragssituation ist gut und die Rahmenbedingungen weiterhin positiv.

Der private Konsum dürfte angesichts anhaltend günstiger Rahmenbedingungen bei Beschäftigung und Einkommen ein wichtiger konjunktureller Impulsgeber bleiben. Dies gilt auch ungeachtet der im Oktober schwachen Entwicklung der Umsätze im Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen). So hat sich das Geschäftsklima im Einzelhandel im November deutlich aufgehellt. Auch die bereits recht optimistische Stimmung unter den Konsumenten konnte sich für Dezember leicht verbessern. Hierzu trägt bei, dass sich die Preise mit einer Jahresteuerungsrate von 1,3 % (VPI, Stand November) sehr verbraucherfreundlich entwickeln. Zusammengenommen lässt dies auf ein lebhaftes Weihnachtsgeschäft hoffen und auch darüber hinaus eine gute Konsumkonjunktur erwarten.

Die günstige Entwicklung des Arbeitsmarkts setzt sich fort. Die Zahl der Erwerbstätigen erhöhte sich im Oktober, gestützt durch die anhaltend starke Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, um saisonbereinigt 24.000 Personen. Die Erwerbstätigkeit setzte damit ihren langjährigen Aufwärtstrend fort. Der Beschäftigungsaufbau speist sich zunehmend aus der stillen Reserve sowie aus der Zuwanderung. Die Arbeitslosigkeit nahm andererseits im November weiter leicht um saisonbereinigt 10.000 Personen zu. Die Unterbeschäftigung, bei der Entlastungseffekte der Arbeitsmarktpolitik unberücksichtigt bleiben, entwickelte sich aber weiter stabil. Insgesamt werden die Ausgleichsprozesse am Arbeitsmarkt mit der zunehmenden Ausschöpfung des Erwerbspersonenpotenzials schwieriger. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich den Frühindikatoren zufolge auf ansehnlichem Niveau. Angesichts des moderaten und weiter gefestigten konjunkturellen Aufwärtstrends ist auch in den kommenden Monaten mit einer weiter leicht zunehmenden Beschäftigung und sich stabilisierenden Arbeitslosenzahlen zu rechnen.

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Hinweis:

Eine ausführliche Darstellung und Kommentierung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung wird in der Januar-Ausgabe des Monatsberichts "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" veröffentlicht. Diese Ausgabe wird voraussichtlich in der 52. Kalenderwoche auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zu finden sein.

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[1] In diesem Bericht werden Daten verwendet, die bis zum 09. Dezember 2013 vorlagen.
[2] Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preisbereinigter sowie nach dem Verfahren Census X-12-ARIMA kalender- und saisonbereinigter Angaben.

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