Pressemitteilung
5.10.2010

Brüderle startet Aktionsprogramm Cloud Computing

Rainer Brüderle, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie
Rainer Brüderle, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie
© BMWi

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, hat heute das neue "Aktionsprogramm Cloud Computing" vorgestellt. Damit werden die Weichen für die verstärkte Nutzung von IT-Infrastrukturen und IT-Diensten im Internet gestellt. Das Programm wurde auf Initiative des Bundeswirtschaftsministers gemeinsam mit der Wirtschaft und der Wissenschaft erarbeitet. 


Bundesminister Brüderle: "Wir wollen Cloud-Dienste in Deutschland fortentwickeln und vor allem kleine und mittlere Unternehmen bei der Anwendung von Cloud Computing unterstützen. Denn Cloud Computing ermöglicht einen deutlich professionelleren IT-Betrieb. Wir wollen vor allem technische, organisatorische und rechtliche Hindernisse bei der Anwendung von Cloud Computing beseitigen. Denn gerade für den Standort Deutschland mit seinem großen Innovationspotenzial eröffnet Cloud Computing erhebliche Marktchancen." 

Cloud Computing bietet die Möglichkeit, Speicherkapazitäten, Rechenleistung und Software kundenspezifisch über das Internet zu beziehen. Dies ermöglicht eine bedarfsgerechte und flexible Nutzung, bei der je nach Funktionsumfang, Nutzungsdauer und Anzahl der Nutzer abgerechnet werden kann. Cloud Computing gilt derzeit als wichtigster Trend der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Experten erwarten jährliche Wachstumsraten von bis zu 40 %. 

Das Aktionsprogramm Cloud Computing beschreibt vier Handlungsfelder, in denen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik künftig gemeinsam tätig werden wollen. Erstens sollen Innovations- und Marktpotenziale erschlossen werden, indem in Best-Practice-Vorhaben Cloud Computing erfolgreich eingesetzt wird. Zweitens geht es um die Schaffung von innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen, die vorrangig die Aspekte Sicherheit, Vertrauen und Rechtsrahmen betreffen. Im Rahmen des dritten Handlungsfelds sollen internationale Entwicklungen mitgestaltet werden, insbesondere durch die Schaffung von einheitlichen Standards für die notwendige Interoperabilität. Und viertens soll den Anwendern durch Leitfäden und Web-Portale das erforderliche Orientierungswissen vermittelt werden. 

Ziel des Aktionsprogramms Cloud Computing ist es, die großen Potenziale von Cloud Computing für die deutsche Wirtschaft frühzeitig zu erschließen und bestehende Herausforderungen für die Nutzung von Cloud Computing anzugehen.
Dabei ist das Bundeswirtschaftsministerium frühzeitig aktiv geworden. Es hat bereits Anfang September den neuen Technologiewettbewerb "Trusted Cloud" gestartet. Im Rahmen dieses Wettbewerbs werden in den nächsten drei Jahren innovative Pilotprojekte im Bereich Cloud Computing mit bis zu 30 Mio. Euro gefördert. Durch die Eigenbeteiligung der Unternehmen werden weitere Mittel in mindestens gleicher Höhe mobilisiert (Einzelheiten zu "Trusted Cloud" finden Sie unter "Weiterführende Informationen"). 

Die bisherigen Beiträge der Wirtschaft zum Aktionsprogramm Cloud Computing stellten Prof. Dieter Kempf für den Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. BITKOM und Dr. Thomas Endres als Vertreter des CIOcolloquiums vor. Für die Wissenschaft sprach Prof. Dieter Spath als Vertreter der Fraunhofer-Allianz Cloud Computing. Da das Cloud Computing-Aktionsprogramm als ein offenes Netzwerk unter Leitung des Bundeswirtschaftsministeriums konzipiert wurde, ist die Beteiligung weiterer Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft ausdrücklich erwünscht. 

Bundesminister Brüderle: "Die Gestaltung des künftigen Internets ist eine zentrale Aufgabe der Technologiepolitik des Bundeswirtschaftsministeriums. Cloud Computing spielt aufgrund seiner großen technologischen und wirtschaftlichen Bedeutung in der neuen IKT-Strategie der Bundesregierung  eine wichtige Rolle. Auch der Fünfte Nationale IT-Gipfel am 7. Dezember 2010 in Dresden wird sich mit Cloud Computing befassen." 

Das Aktionsprogramm Cloud Computing finden Sie unter "Weiterführende Informationen".