Pressemitteilung
20.5.2009

Bundeswirtschaftsministerium kürt Sieger seines Wettbewerbs "IKT für Elektromobilität"

Der Technologie-Wettbewerb "IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) für Elektromobilität", den das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen des Konjunkturpakets II ausgetragen hat, ist entschieden. Mit dem neuen Förderungsschwerpunkt "IKT für Elektromobilität" der Bundesregierung sollen IKT-basierte Schlüsseltechnologien und Dienste für die Integration der Elektromobilität in bestehende Energie- und Verkehrsnetze entwickelt und erprobt werden. Mit Hilfe der IKT können beispielsweise zukünftig Fahrzeugbatterien als mobile Stromspeicher genutzt werden, um überschüssigen Wind- oder Solarstrom aus dem Netz aufzunehmen und umgekehrt Strom ins Netz zurückspeisen, wenn er gebraucht wird. Im Rahmen des Wettbewerbs waren die Teilnehmer bis zum 31. März 2009 dazu aufgerufen, Projektvorschläge für eine FuE-Förderung einzureichen. Diesem Aufruf waren 36 Interessenten gefolgt. Das BMWi hat mit Unterstützung einer unabhängigen Experten-Jury Ende April 2009 folgende fünf Sieger-Konsortien ausgewählt: e-mobility, E-Tour Allgäu, GRID-Surfer, MEREGIOmobil und Smart-Wheels. Für die Technologie-Projekte werden mehr als 100 Mio. Euro aufgewandt. Davon steuert das BMWi knapp die Hälfte bei.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg: "Unser Ziel ist es, Deutschland schnellstmöglich zu einem Leitmarkt für Elektromobilität zu machen. Vordringlich ist eine enge Verknüpfung und Optimierung der bisher weitgehend getrennten Bereiche 'Fahrzeug', 'Verkehr' und 'Energie'. Dies erfordert einen umfassenden Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien. Jetzt kommt es darauf an, das in unserem Land verfügbare und hoch leistungsfähige Forschungspotenzial tatkräftig und so schnell wie möglich im Rahmen des bis Ende 2011 laufenden Förderschwerpunktes 'IKT für Elektromobilität' umzusetzen."

e-mobility - Ziel ist die Entwicklung und großtechnische Demonstration einer innovativen, in das Elektrizitätsnetz integrierbaren Lade-, Steuerungs- und Abrechnungsinfrastruktur für E-Mobilität. Grundlage bilden IKT-basierte Systeminnovationen zur Realisierung einer lokal emissionsfreien Mobilität unter Nutzung elektrischer Energie entsprechend dem vom Kunden gewünschten Energiemix. Durch die enge Verknüpfung mit der vom BMWi geförderten e-Energy-Modellregion "E-DeMa", dem technischen Testmodul "Smart City Mülheim", dem Flottenversuch in Berlin und dem geplanten EU-Projekt "Grid-for-Vehicle (G4V)" soll eine umfassende Sichtbarkeit für das Thema hergestellt werden, die Ausgangspunkt für die Schaffung einer flächendeckenden Infrastruktur und einheitlicher Standards in Deutschland und der EU werden könnte.
Konsortialführer: RWE AG

E-Tour Allgäu - Das Projekt will die besonderen Merkmale des Allgäus für die Einführung der Elektromobilität nutzbar machen. Als Deutschlands größte Tourismusregion soll das Allgäu für die differenzierten Mobilitätsbedürfnisse von Einheimischen und Gästen offen sein, die insbesondere durch die spezielle Geographie bestimmt sind. Darüber hinaus wird dem Aspekt der Umweltverträglichkeit durch Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen Rechnung getragen. Im Mittelpunkt des Allgäuer E-Mobilitätsprojekts steht die Vielfalt der Flotte. Fahrzeuge unterschiedlichster Art, unterschiedlicher Betreiber und unterschiedlicher Nutzung sollen in einem einheitlichen IKT-System betrieben werden.
Konsortialführer: Hochschule Kempten

GRID-Surfer - Aufbauend auf dem E-Energy-Projekt "eTelligence" sollen Elektrofahrzeuge, Speicher, Ladestationen, Mess- und Steuersysteme, IKT-basierte Speichermanagement-, Abrechnungs- und Vermarktungsprozesse sowie Tarif- und Geschäftsmodelle mit zugehörigen Schnittstellen entwickelt und in einem Feldversuch im ländlich geprägten Nordwesten Deutschlands erprobt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Entwicklung, dem Aufbau und der praktischen Erprobung eines Batteriewechselkonzeptes als eine technische Möglichkeit zur Lösung des Reichweitenproblems in ländlichen Gebieten. Um die Konsequenzen einer großmaßstäblichen Integration von Elektrofahrzeugen in die Energieversorgung zu untersuchen, werden umfangreiche Simulationsuntersuchungen durchgeführt.
Konsortialführer: EWE AG

MEREGIOmobil - Ziel des Projekts ist es, im Jahr 2010 in Baden-Württemberg die Infrastruktur für eine große Zahl Elektrofahrzeugnutzer zu entwickeln, aufzubauen und bis Ende 2011 in einem regionalen Feldtest zu erproben. Das umfasst intelligente Ladestationen ebenso wie die Nutzung der Batterien als dynamische Pufferspeicher im Energieverbund und orts- sowie situationsbezogene Telematikdienste. Besonderheiten des Projekts sind die Kopplung von intelligenten Hausgeräten und E-Fahrzeugen innerhalb von Hausnetzen (smart home), um das Lastverhalten zu glätten sowie der Aufbau eines Demonstrationslabors, in dem komplexe Szenarien der Einbindung von E-Fahrzeugen in das Energiesystem dargestellt und analysiert werden können. Es besteht eine enge Anbindung an das E-Energy-Projekt "MEREGIO".
Konsortialführer: EnBW AG

Smart-Wheels - Dieses Vorhaben entwickelt und erforscht Geschäftsmodelle und konvergente IKT-Dienste zur Verbreitung von Elektromobilität durch die Integration in das Internet der Energie und die Infrastrukturen von Stadtwerken. Demonstriert wird die "Mobilität im Internet der Energie" in der E-Energy-Modellregion Aachen. Es erfolgt eine starke Abstimmung und Kooperation mit "E-Tour Allgäu".
Konsortialführer: FEV Motorentechnik GmbH

Nähere Informationen sind erhältlich bei:

Peter Wüstnienhaus, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), E-Mail: Peter.wuestnienhaus@dlr.de.

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