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Gesundheitswirtschaft

Apotheker an einem Arznei-Schrank
© www.pixelio.de, bpetersvel

Branchenskizze

Die Gesundheitswirtschaft als einer der größten deutschen Wirtschaftszweige ist durch ihre Innovationskraft und ihre Beschäftigungsintensität ein Wachstums- und Beschäftigungstreiber für die deutsche Volkswirtschaft. 

Bis vor einigen Jahren wurde das Gesundheitswesen allerdings weniger als bedeutender Wirtschaftszweig wahrgenommen, sondern eher als Teil der Grundversorgung und damit als Kostenfaktor des Solidarsystems.
Heutzutage durchdringt das Thema Gesundheit alle Lebensbereiche, es wird von Gesundheit als Megatrend gesprochen. Auch die Wahrnehmung der Gesundheitsbranche hat sich an diese Entwicklung angepasst. Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotentiale, die bisher nicht berücksichtigt wurden, sind bei deren Betrachtung in den Vordergrund gerückt. 

Im Forschungsprojekt des BMWi zur Erstellung eines "Satellitenkontos" für die Gesundheitswirtschaft in Deutschland wurde die Gesundheitswirtschaft über das klassische Gesundheitswesen hinaus mit ihren Teilbranchen und volkswirtschaftlichen Bezügen differenziert dargestellt. Ergänzend zu einer finanzierungsorientierten Aufteilung der Gesundheitswirtschaft in ersten und zweiten Gesundheitsmarkt definiert ein güterorientierter Ansatz die Gesundheitswirtschaft ausgehend von den konsumierten Gütern und Dienstleistungen und ermöglicht so eine differenzierte und zeitgemäße Darstellung ihrer Wertschöpfung. Diese Abgrenzung von Gesundheitswesen und -wirtschaft lässt sich anhand des Stufenmodells veranschaulichen.

Stufenmodell zur Güterabgrenzung der Gesundheitswirtschaft
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Im Internet hier verfügbar.

Die Grundstufe umfasst nicht-gesundheitsbezogene Vorleistungen sowie Güter zur Bereitstellung der Produktionsfaktoren und verdeutlicht die Verflechtungen der Gesundheitswirtschaft mit der Gesamtwirtschaft. Stufen I, II und III definieren die Gesundheitswirtschaft. Zusammen mit den Stufen IV, V und VI sowie der gesundheitsrelevanten Haushaltsproduktion bildet diese das Gesundheitssystem.

Gesundheitsspezifische Vorleistungen, die in der Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft berücksichtigt werden, bilden Stufe I. Stufe II umfasst den Kernbereich der Gesundheitswirtschaft, d.h. jene Güter, die in einem solidarisch finanzierten Gesundheitswesen von den Krankenversicherern erstattet werden. Die Erweiterte Gesundheitswirtschaft bildet Stufe III und beinhaltet Güter mit Gesundheitsbezug, die aufgrund einer subjektiven Kaufentscheidung erworben werden. Hierzu zählen z.B. Gesundheitsreisen, Bio-Lebensmittel sowie Kleidung und Kosmetik mit Gesundheitsbezug. In Stufe IV werden Einkommensleistungen erfasst, die als Transferzahlungen wirken. Als Beispiel sind Krankengelder sowie Entgeltfortzahlung zu nennen. Gesundheit in allen Lebensbereichen wird in Stufe V erfasst. Gemeint sind schwer quantifizierbare sekundäre (Hilfs-)Leistungen, die nicht durch Sozialversicherungsträger erbracht werden. Hier sind Maßnahmen zum Brandschutz und zur Verkehrssicherheit als Beispiele zu nennen. Stufe VI umfasst weitere immaterielle Gesundheitsleistungen wie etwa Qualität, Verfügbarkeit und Erreichbarkeit erbrachter Dienstleistungen. Zudem wird auch die gesundheitsrelevante Haushaltsproduktion dem Gesundheitssystem zugeordnet.



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Bild aus dem Cover der Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Innovationstreiber Medizintechnik (PDF: 1,14 MB)
aus: Monatsbericht September 2011

Ihr Kontakt im BMWi

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Arbeitsstab Gesundheitswirtschaft und soziale Dienstleistungen (ASt-GeSo 1)
Scharnhorststraße 34-37
10115 Berlin
E-Mail:
buero-ast-geeso-1@bmwi.bund.de

Downloads

Infografik: Stufenmodell zur Güterabgrenzung der Gesundheitswirtschaft

PDF: 65,2 KB



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