Maritime Wirtschaft
Branchenskizze
Die maritime Wirtschaft in Deutschland ist geprägt durch eine moderne, vielfach auf Hightech-Produkte spezialisierte Industrie. Sie hat eine lange Tradition und ist zugleich eine der wichtigen Zukunftsbranchen. Sie hat mit ihren einzelnen Sektoren - Schiffbau und Zulieferindustrie, Schifffahrt und Häfen, Meerestechnik sowie Binnenschifffahrt - eine große Bedeutung für die international stark verflochtene deutsche Wirtschaft. Rund 400.000 Beschäftigte sind in Deutschland in der maritimen Wirtschaft tätig. Die Mehrzahl arbeitet im Bereich Häfen /Logistik und ist in der Schiffbauzulieferindustrie tätig. Die Werften selbst beschäftigen 18.700 Mitarbeiter.
Bis 2008 konnte die maritime Wirtschaft eine lang anhaltende Boomphase verzeichnen. Die Wachstumszahlen im Seeverkehr, in den Seehäfen, im Schiffbau und in der Meerestechnik stiegen jährlich dynamisch. Die Branche hat nach deutlichen Auftrags- und Umsatzeinbrüchen im Jahr 2009 im Zuge der weltweiten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise von der Erholung der Weltwirtschaft profitiert. Trotzdem wird es noch einige Zeit dauern, bis die Branche das Vorkrisenniveau wieder erreicht hat.
Die Bundesregierung hat entschlossen auf die Krise reagiert und im Rahmen der beiden Konjunkturpakete branchenübergreifende KfW-Kreditprogramme ebenso wie einen zusätzlichen Bürgschaftsrahmen, der auch den Schiffbauunternehmen und Reedereien offen stand, geschaffen. Mit der Flexibilisierung des KfW-Sonderprogramms 2009 im Rahmen des Konjunkturpakets II wurden spezielle Verbesserungen für den Bereich der Schiffsfinanzierung erreicht.
Bis November 2010 wurden aus den branchenübergreifenden Kreditprogrammen Zusagen für Schiffsbauzeit- und Schiffsendfinanzierung von rund 672 Millionen Euro geleistet. Ende 2010 ist das KfW-Kreditprogramm ausgelaufen.
Langfristig bleibt die maritime Wirtschaft eine Zukunftsbranche für Deutschland mit hohem Wachstums- und Beschäftigungspotenzial. Aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung, eines steigenden Wohlstands insbesondere in den Schwellenländern und der zunehmenden weltweiten Verflechtung der Wirtschaft wird mit einem Anstieg des Verkehrsaufkommens zu rechnen sein. Gerade für eine starke Exportnation wie Deutschland sind eine leistungsfähige Handelsflotte, gut ausgebaute Häfen und eine moderne Werftindustrie notwendig, um unseren Wohlstand zu erhalten. Ein nennenswerter Warenaustausch mit wichtigen Märkten kann nur über den Seeweg abgewickelt werden. Deutschland realisiert rd. 95% seines internationalen Handels per Schiff.
Hinsichtlich des CO2-Ausstoßes ist die Seeschifffahrt im Verhältnis zu ihrer hohen Transportleistung - 90% des Welthandels werden über den Seeweg abgewickelt - ein besonders klima- und umweltfreundliches Transportmittel. Der Beitrag der Schifffahrt an den gesamten CO2-Emissionen ist mit ca. 3% am weltweiten CO2-Ausstoß (Stand 2009) sehr gering.
