Gleichstellungspolitik
Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Wettbewerbsvorteil Familienfreundlichkeit
Wir erleben derzeit einen umfassenden gesellschaftlichen Wertewandel. Die Industriegesellschaft war von einer männlichen Vollzeiterwerbsbiografie geprägt: Der Mann als Ernährer der Familie, die Frau für Haushalt und Kinder zuständig. Dieses traditionelle Bild entspricht aber nicht mehr der Realität. Junge Frauen sind heute hervorragend ausgebildet und wollen selbst in verantwortungsvoller Position am Erwerbsleben teilhaben. Auf der anderen Seite sind junge Männer zunehmend bereit, im Rahmen einer partnerschaftlichen Arbeitsteilung auch Erziehungs- und Haushaltspflichten zu übernehmen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Familie empfinden ihre Situation aber oft als Zerreißprobe: Beruf und Familie konkurrieren um die verfügbaren Zeit- und Energiereserven. Sie haben das Gefühl, weder dem Beruf noch den Kindern so richtig gerecht zu werden. Von der Führungsetage ihres Unternehmens werden sie mit diesem Problem oftmals allein gelassen.
Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Unser wichtigster "Rohstoff" sind deshalb die Menschen, ihre Kreativität, ihre Ideen, ihre Leistungsfähigkeit und ihre Leistungsbereitschaft. Hiervon hängt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ab. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden wir künftig einen erheblichen Mangel an qualifizierten Beschäftigten haben. Unternehmen, denen es gelingt, ihren Mitarbeitern Arbeitsbedingungen zu bieten, die sie längerfristig an das Unternehmen binden und ihre Leistungsbereitschaft fördern, werden davon dauerhaft Vorteile haben. In diesem Zusammenhang gewinnt auch eine familienbewusste Personalpolitik zunehmend an Bedeutung. Im Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte reicht es immer weniger aus, nur mit guten Verdienst- und Karrieremöglichkeiten zu werben. Zunehmend gefragt sind Angebote, die den Beschäftigten eine bessere Balance von Berufs- und Familienleben ermöglichen. Dies gilt insbesondere auch für mittelständische Unternehmen, die in besonderem Maße auf Kompetenz und Qualifikation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen sind.
In der Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der Wirtschaft zur Chancengleichheit in der Privatwirtschaft vom Juli 2001 wurde den Unternehmen empfohlen, sich um das Audit Beruf & Familie® oder das Total-E-Quality Prädikat zu bewerben.