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Luftfahrtforschung

Flugzeug A380 in der Luft, Quelle: pixelio.de/Windrose
© pixelio.de/Windrose

Die Luftfahrtindustrie ist ein dynamischer Sektor mit Zuwachsraten von 5 bis 7 % pro Jahr und einem leistungsfähigen, industriellen Kern in Deutschland. Deutsche Unternehmen haben sich aufgrund ihrer technologischen Ausnahmestellung einen festen Platz im internationalen Luftfahrzeug- und Triebwerksbau erarbeitet.

Um diese Technologieführerschaft im schärfer werdenden globalen Wettbewerb verteidigen und ausbauen zu können, unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) die Luftfahrtindustrie mit Forschungsmitteln aus dem Luftfahrtforschungsprogramm und finanziert unterstützende Forschungsaktivitäten im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Neue Herausforderungen

Wachstumsbranche Luftverkehr


Der Luftverkehr gewinnt für die Mobilität der Weltbevölkerung immer mehr an Bedeutung und entwickelt sich zum Verkehrsträger mit dem schnellsten Wachstum. Auch wenn sich die Wirtschafts- und Finanzkrise derzeit negativ auf das Luftverkehrswachstum auswirkt, können weiterhin die wissenschaftlichen Prognosen, dass sich das Luftverkehrsaufkommen in den nächsten 20 Jahren mehr als verdoppeln wird, zu Grunde gelegt werden. Nach der aktuellen Wirtschaftskrise wird ein ähnlich großes Wachstum wie vor der Krise prognostiziert. Bei einem prognostizierten Anstieg des globalen Luftverkehrs von 5 % bis 7 % pro Jahr (für Deutschland immerhin um 3,5 %) ergeben sich für Deutschland als verkehrsreichstem Land Europas bedeutende Wachstums- und Beschäftigungspotentiale. Voraussetzung für deren Erschließung ist aber die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Art der Mobilität. Dazu ist es notwendig Technologien bereitzustellen, die bei wachsendem Luftverkehrsaufkommen zusätzliche Belastungen von Mensch und Umwelt so weit wie möglich vermeiden.

Daher hat sich die europäische Luftfahrtindustrie gemeinsam mit ihren Forschungspartnern aus der Wissenschaft und Politik bereits Anfang des Jahrhunderts auf gemeinsame Ziele (ACARE 2020) zur Verringerung der Klimawirkungen des Luftverkehrs verständigt. Damit wurden in einem der ersten Industriezweige frühzeitig konkrete und vor allem messbare Emissionsreduktionsziele festgelegt. Bis zum Jahr 2020 sollen spezifischer Treibstoffverbrauch und CO2-Emissionen um jeweils 50 % reduziert, die spezifischen Stickoxidemissionen um 80 % verringert und die Lärmbelastung bei An- und Abflug um die Hälfte vermindert werden. Kein anderer Verkehrssektor hat sich derzeit ähnlich weit reichende Klimaschutzziele gesetzt.

Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit - Herausforderungen für die deutsche Luftfahrtindustrie


Nicht nur steigende umweltpolitische Anforderungen an den Luftverkehr der Zukunft, sondern auch der zunehmende internationale Wettbewerb stellen die deutsche Luftfahrtindustrie vor neue Herausforderungen. Neben den etablierten Luftfahrtnationen drängen zunehmend Wettbewerber aus Russland - mit seiner eigenen, langen Luftfahrttradition - und aus aufstrebenden Luftfahrtnationen wie China, Indien oder Brasilien auf den Markt. Wie überall auf der Welt wird auch in diesen Ländern die Luftfahrtindustrie als strategische Branche betrachtet und genießt besondere Unterstützung seitens der Regierungen.

Deutsche Unternehmen können in diesem Wettbewerbsumfeld langfristig nur bestehen, wenn sie die Technologieführerschaft in ihren Kernfeldern verteidigen und stetig ausbauen. Um der Konkurrenz dauerhaft technologisch einen Schritt voraus zu sein, muss die deutsche Luftfahrtindustrie ihre Innovationszyklen drastisch verkürzen. Nur wenn der Weg von der Idee zum marktfähigen Produkt deutlich reduziert wird, können der technologische Vorsprung zu Wettbewerbern aufrechterhalten und damit die Wettbewerbsnachteile, z.B. durch ungünstige Wechselkurse oder Kostenstrukturen, aufgefangen werden.

Obwohl die Luftfahrtindustrie mit Forschungs- und Entwicklungs (F&E)- Aufwendungen von durchschnittlich 20 % des Branchenumsatzes bereits zu den forschungsintensivsten Branchen der deutschen Volkswirtschaft zählt, können diese Schwierigkeiten nur mit verstärktem F&E-Aufwand überwunden werden. Die Luftfahrtindustrie steht hier vor besonderen Herausforderungen, denn Produktlebenszyklen von über 50 Jahren und hohe Sicherheits- und Zertifizierungsanforderungen führen dazu, dass technologische Innovationen nur mit langen Vorlaufzeiten eingeführt werden können. Gleichzeitig können selbst bei einem hohen Marktanteil nur relativ geringe Stückzahlen im Vergleich zu anderen Branchen am Weltmarkt abgesetzt werden. Geringe Stückzahlen und lange Vorlaufzeiten lassen klassische Instrumente zur Vorfinanzierung risikobehafteter Technologievorhaben an ihre Grenzen stoßen und verhindern, dass insbesondere kapitalschwächere kleinere, aber zunehmend auch Großunternehmen ausreichend in innovative Technologien investieren.



Publikationen

Cover der Publikation "Für eine zukunftsfähige deutsche Raumfahrt" Für eine zukunftsfähige deutsche Raumfahrt


Die Raumfahrtstrategie der Bundesregierung




Bericht des Koordinators für die Deutsche Luft- und RaumfahrtBericht des Koordinators für die Deutsche Luft- und Raumfahrt


Der Bericht beschreibt die aktuelle Situation der der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie und analysiert die zukünftigen Herausforderungen.



BMWi im Überblick