Luftfahrtforschung
Die Luftfahrtindustrie ist ein dynamischer Sektor mit Zuwachsraten von 5 bis 7 % pro Jahr und einem leistungsfähigen, industriellen Kern in Deutschland. Deutsche Unternehmen haben sich aufgrund ihrer technologischen Ausnahmestellung einen festen Platz im internationalen Luftfahrzeug- und Triebwerksbau erarbeitet.
Um diese Technologieführerschaft im schärfer werdenden globalen Wettbewerb verteidigen und ausbauen zu können, unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) die Luftfahrtindustrie mit Forschungsmitteln aus dem Luftfahrtforschungsprogramm und finanziert unterstützende Forschungsaktivitäten im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Das Luftfahrtforschungsprogramm des BMWi
Seit dem Jahr 1995 unterstützt die Bundesregierung mit einem eigenständigen Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo) die deutsche Luftfahrtindustrie dabei, die Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Dies schafft wettbewerbsfähige Förder- und Forschungsrahmenbedingungen für die im internationalen Wettbewerb stehenden Unternehmen der Branche und unterstützt die deutsche Luftfahrtindustrie beim Ausbau der Technologieführerschaft in ihren Kernkompetenzfeldern. Ziel des Programms ist, die Mittel langjährig und damit für die Industrie und Forschung planbar zur Verfügung zu stellen.
Die gezielte Projektförderung in industriegeführten Forschungsverbünden, zusammen mit den Forschungsaktivitäten der Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie einer Reihe bedeutender Großversuchsanlagen und Flugversuchsträger, bilden die tragenden Säulen einer leistungsfähigen nationalen Forschungsinfrastruktur. Ihr Erhalt und Ausbau ist notwendig, damit deutsche Unternehmen ihre Technologiekompetenz sichern und technologisch auf Augenhöhe im internationalen Wettbewerb bestehen können.
Gleichzeitig sollen in dem Luftfahrtforschungsprogramm Technologien entwickelt werden, welche die Basis für das nachhaltige Luftverkehrssystem der Zukunft bilden. Nur ein integrierter Forschungsansatz über die klassischen Einzeldisziplinen hinweg, wie er in den Forschungsnetzwerken gelebt wird, bietet die Chance, die ehrgeizigen Klimaschutzziele bis zum Jahr 2020 zu erreichen und gleichzeitig die technologische Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie zu sichern.
Ein wichtiger Partner für die Luftfahrtindustrie ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das DLR trägt mit seinen hervorragenden Kompetenzen, vor allem in den Bereichen Antriebe, numerische Simulation, Werkstofftechnologien und Hubschrauber entscheidend zu den Erfolgen des Programms bei.
Nähere Informationen zum Luftfahrtforschungsprogramm erhalten Sie auf den Internetseiten unseres Projektträgers Luftfahrtforschung und -Technologie (PT-LF). Hier können Sie sich unter anderem über derzeitige Vorhaben und Ausschreibungen informieren.
Themenschwerpunkte des Luftfahrtforschungsprogramms IV
Für die ersten drei Aufrufe 2007-2014 des Luftfahrtforschungsprogramms wurden durch das Parlament insgesamt 750 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.
Thematisch wurden die Fördermittel auf die Entwicklung technologischer Bausteine für das Klimaschonende Luftverkehrssystem der Zukunft konzentriert. Neue Vorhaben können dabei auf eine Vielzahl von Projekten und Ergebnissen aus den Vorgängerprogrammen zurückgreifen. Denn bereits in der Vergangenheit wurde der größte Teil der Fördermittel für die Entwicklung energieeffizienter Triebwerke und Systeme sowie aerodynamisch leistungsfähiger Flugzeuge aufgewendet. So wurden beispielsweise neue Flugzeugkonfigurationen untersucht, die eine deutliche Verbesserung der aerodynamischen Leistungsfähigkeit versprechen und somit großes Potenzial zur Verringerung des Treibstoffbedarfes haben. Den in diesen und vielen anderen Vorhaben gewonnenen technologischen Kenntnisstand gilt es nun gezielt auszubauen.
Damit die bereits vorhandenen bzw. in Entwicklung stehenden Einzeltechnologien ihr volles Potenzial später in der Praxis auch tatsächlich entfalten können, müssen zusätzlich Methoden entwickelt werden, mit denen die entstehenden Lösungen in einem größeren Kontext bewertet werden können. Die dafür notwendige Plattform bieten die so genannten "integrierten Technologieprojekte".
Thematisch werden Vorhaben in diesem Programmbereich auf die Bereitstellung von Technologien für die nächste Generation von Großflugzeugen für die Kurz- und Mittelstrecke fokussiert. Marktprognosen zufolge bilden Flugzeuge dieser Kategorie in der Zukunft das größte Marktsegment. Technologische Fortschritte, die rechtzeitig in diese Produkte einfließen, haben daher die größte Hebelwirkung auf die Dämpfung des Ausstoßes schädlicher Klimagase. Gleichzeitig bietet dieses größte Marktsegment die Möglichkeit, Wertschöpfungsanteile an der Flugzeugzelle, den Systemen und Triebwerken für deutsche Standorte zu erhalten, sofern rechtzeitig konkurrenzfähige und einsatzreife Technologien samt Fertigungsstrategien zur Verfügung stehen. Mit diesem ergänzenden Programmbereich soll die Fähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie gestärkt werden, komplexe Luftfahrzeuge zu entwickeln, wozu insbesondere die multidisziplinäre Optimierung des Gesamtluftfahrzeugs gehört.
Die Auswahl geeigneter Vorhaben erfolgt grundsätzlich in einem zweistufigen Verfahren. Mittels einer Bekanntmachung der Förderrichtlinien werden Interessierte aus Wirtschaft und Wissenschaft zur Abgabe einer Projektskizze (1. Stufe) aufgefordert. Die eingereichten Skizzen für die Vorhaben werden durch ein unabhängiges Gutachtergremium auf deren technologische und wirtschaftliche Excellenz bewertet. Antragsteller, deren Projektskizze positiv bewertet wurde, werden schriftlich zur Einreichung eines formalen Zuwendungsantrages (2. Stufe) aufgefordert.
Das BMWi plant voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2011 eine weitere Ausschreibung (LuFo IV 4.Aufruf).
